Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Gallizien.[]

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Gallizien oder Galicien, eine im Nordwesten von Spanien gelegene Provinz, welche den Titel eines Königreichs führt, meistens ein rauhes, feuchtes Clima, ein bergichtes, in der Mitte unfruchtbares, gegen die See zu aber an Weiden und gutem Wein fruchtbares, Erdreich hat, und unter seine bedeutendsten Häfen Corunna und Ferrol zählt. Die Größe beträgt 650 Q. Meilen, die Zahl der Einwohner 1,354,000. Der Obrist Cadalhaso schildert in seinen Marokkanischen Briefen diese Einwohner also: "Sie sind, trotz der Unfruchtbarkeit des Bodens ihres Landes stark und arbeitsam, ziehen in ganz Spanien herum, und suchen durch die beschwerlichsten Arbeiten etwas Geld zu verdienen, das sie alsdann mit nach Hause nehmen. Die Haltung ihrer Soldaten ist nicht so glänzend als in den übrigen Provinzen, dafür aber halten sie vortreffliche Mannszucht, und sind durch Strapatzen abgehärtet. Geduldig ertragen sie Hunger und Durst, und passen ganz vorzüglich zum Dienst der Infanterie. Mehrere Spanier und Franzosen nennen die Einwohner dieser Provinz die Gascogner Spaniens, und wirklich ist die Aehnlichkeit, sowohl in Hinsicht auf Lächerlichkeiten als Talent und Geist, zwischen beiden Völkern auffallend." Die Hauptnahrung im Lande ist Fischerei und Schiffahrt; in neueren Zeiten hat man Leinwandfabriken. Man zählt hier 7 Städte und 60 Flecken. Darunter zeichnen sich aus Ferrol, la Corunna, Vogo, Orense, Lugo. Berühmt ist San Jago de Compostella, in dessen Dom der Körper des Apostels Jakob, des Schutzpatrons von Spanien, der hier zuerst den christlichen Glauben gepredigt haben soll, der Sage nach aufbewahrt ist.


Quellen.[]

  1. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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