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George Mouton, Graf Lobau, General-Lieutenant, geboren den 21. Feb. 1770 zu Pfalzburg.

Zur Handlung bestimmt, ergriff er 1792 beim Einmarsch der Alliirten die Waffen und zeichnete sich zuerst bei der Rheinarmee aus, worauf er mit dem General Championnet nach Italien ging, die Feldzüge von 1798 und 99 mitmachte, und bei der Schlacht von Novi Adjutant des General Joubert war. Als Oberster des 3. Linien-Infanterie-Regiments wirkte er 1800 unter Massena zur Vertheidigung von Genua mit, und machte sich erst später, im Lager von Boulogne, durch die vortreffliche Mannszucht und Haltung seiner Truppen, dem Consul bemerkbar, der ihn zum Brigadegeneral, und zu seinem Adjutanten ernannte. Als solcher begleitete er Napoleon in allen seinen Feldzügen, und wurde nach der Schlacht von Friedland Divisionsgeneral, worauf er dem spanischen Feldzuge von 1808 unter Bessières beiwohnte, und großen Theil an dem Siege von Medina des Rio Secco hatte. Am glänzendsten zeichnete er sich 1809 im Kriege gegen Oestreich und zwar am Tage vor der Schlacht von Eckmühl dadurch aus, daß er über die brennende Isarbrücke in Landshut eindrang, sich mit Oudinot vereinigte und die Vereinigung des General Hiller mit dem Erzherzoge Carl vereitelte. Am 21. Mai nahm er an der Spitze der Füseliere von der Garde, Eßlingen wieder ein, dessen sich die Oestreicher schon viermal an demselben Tage bemächtigt hatten, und behauptete es. Napoleon ertheilte ihm hierauf den Titel eines Grafen von Lobau. Auch nach Rußland begleitete Mouton den Kaiser, und befehligte dann, im Feldzuge von 1813, das 6. Armeecorps in Dresden, welches nach der Schlacht von Leipzig daselbst capitulirte und nach Ungarn in die Gefangenschaft gebracht wurde. Dort blieb er bis zur Abdankung des Kaisers. Nach Napoleons Rückkehr von Elba erhielt er das Commando der ersten Militär-Division, und während des Feldzugs das 6. Corps der Nordarmee. In der Schlacht von Waterloo stand er mit 6000 Mann dem Bülowschen Corps gegenüber, und bemühte sich, nach dem Verlaufe der Schlacht die Trümmer der Armee zu sammeln. Von den Preußen überfallen und gefangen, wurde er jedoch nach England geschickt und blieb daselbst bis zum Frieden; doch da er mit denen gehörte, denen nach der Verordnung vom 24. Juli der Aufenthalt in Frankreich untersagt war, brachte er die Zeit seiner Verbannung, die mit dem Jahre 1815 zu Ende ging, in Belgien zu, und kehrte dann in sein Vaterland zurück.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.
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