Giengen, ehemalige freye Reichsstadt am Fluß Brenz, in Schwaben, in der Würtembergischen Herrschaft Heidenheim. Sie ist der lutherischen Religion zugethan, wohlgebaut, obgleich meist mit hölzernen Häusern, und nahrhaft. Der Ort selbst hat 1,700 Einwohner; das Gebiet bestund blos aus einzelnen Häusern, über welche Würtemberg die Hoheit hatte. Die Einnahme wurde auf 4,000 Gulden geschätzt. Die Verfassung war ganz demokratisch.

Im Jahr 1802 wurde die Stadt als Entschädigung an Würtemberg gegeben, und ist jezt ein zur Landvogtey Ellwangen gehöriges Oberamt. Zu einem Römermonath giebt sie 36 fl. zu einem Kammerziel 33 Thlr. 76 kr.

Ihr Wappen ist ein springendes goldnes Eichhorn, im blauen Felde.

Die Einwohner nähren sich ausser dem Feldbau mit Verfertigung von Leinwand, Wollenwaren, guten Messern, Papier.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
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