Goslar, eine Stadt von 1000 Häusern mit 8800 Einwohnern, liegt am Fuße des nördlichen Harzgebirges in Niedersachsen an der Gose, einem Nebenflusse der Oker.

Die Stadt bildet ein sehr unregelmäßiges Ganzes. Das Kaiserhaus, ein Ueberbleibsel des ehemaligen Königshofes der alten teutschen Könige, ist jetzt ein Magazin.

Die Einwohner treiben Korn- und Fruchthandel, und das hier gebraute Bier, die Gose, ist sehr berühmt und wird weit verfahren. Auf dem Rammelsberge bei der Stadt wird Bergbau getrieben, und man findet Vitrolhöfe, Rollenbleifabriken, Draht- und Hammerschmieden, Messingwerke, Ochergruben in der Nähe.

Ehemals war Goslar eine freie Reichsstadt, die auf dem Reichstag die 7te Stelle auf der rheinischen Bank, und bei dem niedersächsischen Kreis die 2te unter den Reichsstädten einnahm. Durch den Reichsdeputationshauptschluß vom 25. Febr. 1803 wurden 42 Reichsstädte erblichen Oberherren zuerkannt, und Goslar kam, so wie Mühlhausen und Nordhausen, an Preußen, von welchem es, zufolge des Tilsiter Friedens, an das neue Königreich Westphalen abgetreten wurde, in welchem es zu dem Departement der Oker gehörte, bis es in Folge der Siege über Frankreich i. J. 1813 wieder an Preußen zurückfiel, welches aber, nach dem 27. Artikel des Wiener Congreßinstrumentes die Stadt sammt ihrem gebiete an Hannover abtrat.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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