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Lingen.Bearbeiten


Lingen,[1] Grafschaft in Westphalen, zwischen Münster und Osnabrück, welche ehemals als ein Amt zur Grafschaft Decklenburg, und bisweilen als eine Herrschaft einem abgetheilten Grafen gehörte, und in dem Schmalkaldischen Krieg, da der Graf Conrad von Tecklenburg geächtet war, dem Grafen von Büren zu Theil wurde. K. Carl V kaufte sie nachher der Tochter desselben ab, und hinterließ sie seinem Sohn Philipp II, der sie dem Prinzen von Oranien schenkte. Nach dem Tode K. Wilhelms III von England, Prinzens von Oranien, wurde sie vorläufig dem Könige von Preussen eingeräumt, im J. 1732 aber völlig überlassen. Sie wird in die obere und niedere Grafschaft eingetheilt, und ist durch K. Carl V von Reichsanlagen und der Jurisdiction der Reichsgerichte befreyet worden. Im J. 1787 betrug die Anzahl der Einwohner 23,432. Der Boden ist nicht sehr fruchtbar; das Hauptprodukt ist Flachs, welcher zu Linnen verarbeitet und ausgeführt wird. Viele Einwohn. nähren sich durch Arbeiten in Holland; die größere Zahl derselben ist katholisch. Ihr Wappen ist ein goldener Anker im blauen Felde.


Quellen.Bearbeiten

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
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