Mark.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Mark bedeutete früherhin so viel als Gränze, besonders die Gränze eines Landes oder Bezirks (daher auch Dorfmark, Feldmark, Holzmark) und das Gränz- und Kennzeichen, ferner auch ein Gränzland oder eine Gränzprovinz des Reichs, welche zur Sicherheit desselben befestigt und durch Markgrafen (s. d. Art.) befehligt wurde, wie die Mark Brandenburg. Vorzugsweise und ohne Beisatz führt den Namen Mark eine Grafschaft im westphälischen Kreise, welche gegen Norden an das Fürstenthum Münster, gegen Osten an das Herzogthum Westphalen und gegen Süden und Westen an das Herzogthum Berg gränzt. Sie hat einen Flächeninhalt von 31 Quadratmeilen und wird durch die Ruhr in den Hellweg, den größern nördlichen, und in das Sauerland, den kleinern südlichen Theil getheilt. Jener ist äußerst fruchtbar, hat auch starken Getraidebau und Viehzucht; dieser ist rauh, felsicht, und wenig fruchtbar, hat aber viele Eisenerze und vorzüglich einen großen Vorrath sehr guter Steinkohlen, welche bei den vielen Manufakturen im Sauerlande, welche Metallwaaren aller Art liefern, ernähren über 5000 Menschen. Im Jahr 1801 betrug die Einwohnerzahl 138,000, deren größter Theil lutherisch ist; die Einkünfte schätzte man auf 400,000 Thaler. Die gemeinschaftliche clevisch-märkische Regierung befand sich zu Cleve, nachher zu Münster, die Kriegs- und Domainenkammer aber zu Hamm. Die Grafschaft Mark fiel aus der jülichschen Erbschaft an Churbrandenburg; der große Churfürst versprach den Einwohnern, daß sie stets bei seinem Hause bleiben sollten. Seitdem befand sich das Land sehr glücklich, und als 1805 und 6 verschiedne Ländertausche Statt fanden, erinnerte die getreuen Einwohner, besorgt, daß ihnen ein gleiches Schicksal bevorstehe, Friedrich Wilhelm III. an das Wort seines großen Ahnherrn, der dasselbe auch feierlich bestätigte. Nur die eiserne Nothwendigkeit konnte ihm im tilsiter Frieden die Abtretung der Grafschaft Mark abnöthigen. Sie wurde zum Großherzogthum Berg geschlagen und macht den beträchtlichsten Theil des Ruhrdepartements aus, bis sie 1813 von den Preußen wieder in Besitz genommen wurde.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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