Finnland.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Finnland, Großfürstenthum, welches gegen Norden das Schwedische Lappland und Rußland, gegen Süd n Ingermannland und den Finnländischen Meerbusen, gegen Osten Rußland, und gegen Westen den Bothnischen Meerbusen zu Gränzen hat. Es gehöret zur Krone Schweden, und ist ein fruchtbares Land, das gute Vi hzucht hat. Der auswärtige Handel ist beträchtlich, und besteht vornemlich in Getreide, Fischen, Schlachtvieh, Salzfleisch, Brennholz, Brettern, Balken, Theer und Pech. Auch der Garten- und Obstbau hat seit einiger Zeit sehr zugenommen. In den Russischen Kriegen von 1700 und 1741 ward Finnland sehr verwüstet, auch in dem Nystädtischen und Aboischen Frieden ein Theil davon an Rußland abgetreten, welcher in der Folge die Wiburgische Statthalterschaft, nach den neuesten Verfügungen aber das Gouvernement Finnland ausmacht. Es enthalt auf 781 ge. Quadratmeilen, 186,500 Seelen, hat viele Sümpfe und Seen, doch auch fruchtbares Land, und wird in 6 Kreise getheilt. Wiburg ist die Hauptstadt, s. Wiburg. Der Schwedische Antheil hat sich merklich erholet, und von 1754 - 69 steig die Volksmenge von 453,906 bis 553,703. 1782 machte sie 623,464 und 1790 705 623 Seelen aus. Indessen ist Finnland doch schlecht bevölkert Denn da es 3000 deutsche Quadratmeilen groß ist, so kommen auf eine Meile nur 235 Menschen. Im J. 1739 war es so öde, daß auf eine Quadratmeile nur 47 - 48 Menschen kamen. An der Gränze sind 40 - 60 Bauernhöfe, die zwischen Rußland und Schweden streitig sind, und daher seit 1743 keine Abgaben bezahlen, und nur den Predigern der Kirchen, zu denen sie sich halten, das Gewöhnliche entrichten. Wenn sie Streit haben, so wird solcher von Russischen und Schwedischen Gerichten gemeinschaftlich entschieden. Die Religion ist die lutherische, und nur wenige Finnische Gemeinen haben die griechische Weil der Umfang der Lehen oder Landeshauptmannschaften zu groß war, so machte König Gustav III. aus vieren sechse. Diese sind nun 1) Abo nebst Aland, 2) Wasa oder Korsholm, 3) Uleoborg, 4) Tawastehus, 5) Heinola und 6) Kuopio. Da die Sitze der Landeshauptleute meistens am Ende des Lehens, an der Seeküste, lagen, so verlegte er solche, so viel möglich, in die Mitte eines jeden Lehns, damit der Landeshauptmann solches desto leichter und besser übersehen könne. Diese Residenzen sind nun zu Aobo, Korsholm, Uleoborg, Tawastehus, Heinola und Kuopio. Das Land hat an seinen Küsten viele Klippen, welche die Landung gefährlich machen, und in seinem Innern sehr viele Seen; es ist aber doch in den südlichen Strichen fruchtbar an Getreid und Flachs; und in den nördlichen hat es ausgebreitete Waldungen, und an den Küsten reichen Fischfang. Auch die Viehzucht ist von Bedeutung, so wie die Eisenwerke.

Die Finnen sind ein Hauptvolk, das sich vom Norden Europens bis in Sibirien und bis an das Kaspische Meer erstreckt. Sie haben ihre eigene Sprache, die mit der Sprache der Ungarn, (die auch zu diesem Völkerstamm gehören,) großentheils übereinkommt. (Doch redet in Finnland jeder, der einige Erziehung hat, auch schwedisch.) In ihrer Sprache nennen sie sich Somoladzh und in der vielfachen Zahl Some oder Suome. Auch viele Distrikte und Orte haben einen doppelten, nämlich schwedischen und inländischen Namen. In ältern Zeiten scheinen sie völlig frey ohne alle Regenten gelebt zu haben. Im 12ten und 13ten Jahrhundert wurden sie in drey Kriegen unter den Schwedischen Scepter als freye Mitbürger gebracht. -- Der nördlichere Lappe ist mit ihnen von einerley Abstammung, ob sie gleich heutzutag an Gestalt und Sprache verschieden sind. Unter den Finnen giebt es keinen Adel.

Uebrigens s. Schweden.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
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