Guinea.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Guinea, große Strecke an der Küste von Westafrika, welche von Sierra Leone bis unter den Aequator reicht. Die Luft daselbst ist überaus heiß, das Erdreich aber fruchtbar an Reiß, Hirse und Gersten, welche man des Jahrs zweymal einerndtet, an Baumwolle, Elfenbein, Zuckerrohr, Malagueta oder langem Pfeffer, auch vormals Gold. Die Einwohner sind Negern, stark, von schlimmen Charakter und abgöttisch. Sie haben verschiedene Könige. Man theilt dieses große Land, von Westen gegen Osten gerechnet, in die Pfeffer Zahn- Gold- und Sklavenküste; und schon diese Namen bezeichnen, daß Sklaven, Goldstaub und Elfenbein die vorzüglichsten Waaren sind, welche der Europäer von dieser Küste bezieht. Sie werden auch mehrern Handelswegen aus dem innern Afrika herbeygeschaft, und gegen Tuch, andere Wollen- und Baumwollenzeuge, Leinwand, Gewehr, Schießpulver xc. vertauscht. Die Küstenbewohner sind unter mehrere kleine Negernreiche, auch Republiken vertheilt; von den innern Gegenden sind unsere Kenntnisse sehr dürftig. Die Europäer haben sich an unterschiedenen Orten festgesezt. Schiffer von Dieppe kamen im J. 1364 zuerst dahin; aber sie baueten sich nicht an. Desto fester sezten sich die Portugiesen, die zu Anfang des 15ten Jahrhunderts dahin kamen. Sie wurden aber nachher von den Holländern vertrieben, deren wichtigste Besitzung das Fort St. Georg del la Mina ist. Auch die Engländer haben viele, und die Franzosen und Dänen gleichfalls einige Etablissements. -- Zuweilen giebt man der Benennung Guinea noch einen ausgedehntern Begriff, und begreift auch die me st von den Portugiesen besezten Küstenländer, vom Aequator bis zum Wendezirkel des Steinbocks darunter. In diesem Falle heißen dann die kleinen Reiche Loango, Cacongo, Congo, Angola, Benguela, mit gemeinschaftlichem Namen Nieder-Guinea.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
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