Halle an der Saale.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halle an der Saale, oder in Sachsen. Stadt im Saalkreise des Herzogthums Magdeburg, liegt an der rechten Seite der Saale, in einer fast viereckichten Figur. Man rechnet zu Halle ausser den 5 eigentlichen Vorstädten, auch die beyden kleinen Städte Glaucha und Neumarkt, ob sie gleich ihre abgesonderte Gerichtsbarkeit haben. Im Jahr 1798 hatte Halle 1,584 Häuser und 17,037 Einwohner; Glaucha mit dem Waisenhause 313 Häuser und 2,834 Einwohner; Neumarkt 289 Häuser und 2,176 Einwohner, ohne das zahlreiche Militär. Von dem alten festen Schlosse Moritzburg, steht nur noch die eine Seite, darinn die Schloßkapelle, die itzt zum französischreformirten Gottesdienst dient.

Die Moritzburg.

In der sogenannten Residenz des ehemaligen Administrators Augusts, (an welcher der Fürstengarten) wohnen Manufakturisten und Kammerbediente, auch halten die Katholiken ihren Privatgottesdienst daselbst. Die deutschen reformirten haben die Domkirche im Besitz. Unter den 7 lutherischen Pfarrkirchen aber ist die zu St. Marien oder sogenannte Marktkirche, die vornehmste; sie hat eine Bibliothek mit vielen Manuscripten. Auch hat die Judenschaft eine Synagoge. Die Stadt ist berühmt durch die 1694 gestiftete Universität, die von ihrem Anfang her immer einen vorzüglich wichtigen Einfluß auf den Zustand der Wissenschaften und auf alle Theile der Gelehrsamkeit gehabt hat. Sie wird von ihrem Stifter, dem damaligen Kurfürsten Friedrich Friedericiana, oder die Friedrichs-Universität genennt, hat eine Bibliothek von 24,000 Bänden, eine Sternwarte, andere zur Universität gehörige Institute, ehemals immer über 1000 Studenten, im Jahr 1794 aber zählte man 938 u. 1799 nur 720, welche von 37 Professoren ihre Bildung erhalten. In den neuesten Zeiten hat sich aber die Zahl der Studirenden, durch mehrere zweckmäsige Anstalten, durch die beträchtliche Vermehrung des Universitätsfonds, und durch die Berufung mehrerer berühmter Professoren, sehr ansehnlich vermehrt. Man bemerkt ferner das lutherische Stadtgymnasium und das reformirte Gymnasium illustre, die Zeichnungsschule, das von dem Canzler von Jena 1702 für 1 Aebtissin, 1 Seniorin und 7 Conventualinnen fundirte reformirte Frauleinstift, welchem König Friedrich I. die Privilegia, wie auch ein Ordenszeichen ertheilte. Um J. 1779 ward in Halle eine Naturforschende Gesellschaft errichtet. Diese Stadt ist auch berühmt durch ihre Salzwerke und Kothen. Die Besitzer der Kothen heissen Pfänner, die Arbeitsleute aber sind die Halloren, eigentlich Hallorum, von wendischer Abstammung. Die Sole ist so reichhaltig, daß sie ohne Hilfe der Gradierhäuser sogleich kann versotten werden, und die Quellen fließen so ergiebig, daß man halb Deutschland aus derselben mit Salz versehen könnte. Aus Mangel an Absatz liefert aber das eigentliche Salzwerk der Pfännerschaft nur 2,000 Last, und die Königliche Salzsiederey auf der Gegenseite der Saale 5,600 Last Salz. In der Vorstadt Glaucha ist das berühmte Waisenhaus und das Pädagogium; beyde stehen unter der Direktion der Universität, sonst aber in keinem Zusammenhang. Man findet da eine ansehnliche Kunst- und Naturalienkammer, eine Apotheke, das Laboratorium der Berühmten Hallischen Arzneyen, eine Buchhandlung, eine Buchdruckerey und ansehnliche Bibliothek xc. Endlich zieht auch Halle von allerley Fabrikwaaren und Arbeiten guten Vortheil, z. E. von den Stärke, Puder, Leinwand, Flanelldruckereyen, Wollenstrümpfen, Handschuhen, Wollenzeugen, von der Nudel- Fayence- und Tabakfabrik xc. In der Nachbarschaft bricht man auch Steinkohlen, welche bey den Königl. Salzwerken ausser der Stadt angewendet werden. Im J. 1760 wurde diese Stadt nebst dem Saalkreise von den Oesterreichis. und Würtembergischen Truppen sehr mitgenommen, und 1761 muste sie abermals an das eingerückte Kaiserl. Königl. Luzinskysche Corps eine starke Contributionssumme erlegen, wodurch sie auf das äusserste entkräftet wurde. Daher der König 1764 und 1766 der Stadt jedesmal 40,000 Thlr, schenkte, um ihr wieder aufzuhelfen.


Halle.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halle, mit dem Beinamen in Sachsen oder Magdeburgischen, nächst Magdeburg die größte und volkreichste Stadt im Herzogthum Magdeburg, liegt am rechten Ufer der Saale, ist der Sitz einer berühmten, von Friedrich I. von Preußen gestifteten und 1694 eingeweihten Universität (daher nach ihrem Stifter Friedrichsuniversität genannt), und zählte im Jahr 1782 eine Volksmenge von 20,149 Einwohnern, worunter 820 Studenten waren.

Außer der Universität, die ein treffliches theologisches Seminarium, einen von dem gelehrten Sprengel wohleingerichteten botanischen Garten, eine Sternwarte, eine bedeutende Bibliothek, die in neuern Zeiten mit ansehnlichen Fonds versehen worden, und verschiedene anatomische und naturhistorische Sammlungen hat, sind die Frankischen Stiftungen in der Vorstadt Glaucha und das königliche Pädagogium für junge Adliche und Bürgerliche ebendaselbst bemerkenswerth. Ueberdies hat die Stadt zwei Gymnasien und ein freies weltliches Fräuleinstift.

Berühmt ist das hiesige Salzwerk, eines der ältesten und ergiebigsten in Deutschland, welches jährlich 7 bis 8000 Laster Salz liefert, nöthigen Falls aber halb Deutschland versorgen könnte.

Außer der Universität und dem Salzwerk besteht die Hauptnahrung der Stadt in verschiedenen Gewerken und Fabriken, unter denen sonst die Stärkefabriken beträchtlich waren.

Unweit Halle liegen die Ruinen des berühmten Schlosses Giebichenstein.

Nach dem unglücklichen Preußisch-Französischen Kriege im Jahr 1806 und 1807 kam Halle an Westphalen und gehörte zu dem Departement der Saale. Die Stadt hat allerdings harte Drangsale überstanden. Die Universität, welche der König von Preußen gerade in den letzten Jahren zu einem hohen Flor erhoben hatte, wurde durch Mißverständnisse gleich nach dem Einrücken der Franzosen aufgelöst. Nach dem Frieden wurde sie zwar wieder hergestellt, und in ihren Privilegien und ihrer Verfassung, soweit es die Constitution erlaubte, bestätigt, allein im Jahre 1813 durch einen Befehl des französischen Kaisers neuerdings aufgelöst.

Glücklicher Weise kehrte Halle nach den Siegen über die Franzosen im J. 1813 unter Preußische Herrschaft zurück, und der um Kultur der Wissenschaften hoch verdiente König von Preußen stellte das schöne Institut wieder her. Der Wohlstand der Stadt hat durch die Abnahme der Universität sehr gelitten, und die in den letzten Jahren von dem geheimen Oberbergrath Reil angelegten und dirigirten Badeanstalten haben bisher keinen vollen Ersatz dafür gewähren können, da auch Etablissements der Art in der Gegenwart nur unvollkommen gedeihen können. Daher ist denn die Einwohnerzahl auf 18,300 herabgesunken.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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