FANDOM


Helmstädt.Bearbeiten


Helmstädt, Helmstedt,[1] die dritte Stadt im Fürstenthum Wolfenbüttel, 5 Meilen von Braunschweig.

Sie besteht aus der Stadt welche 4 Thore hat und auf dem Walle mit einer Lindenallee für Spaziergänger umzogen ist, und aus den beyden Vorstädten Neumark und Ostendorf; das Ganze enthielt im Jahr 1793. 638 Häuser mit 4,321 Einwohnern. Zu den vorzüglichsten Gebäuden gehört, die Steffenskirche, welche die einzige Pfarrkirche der Stadt ist, das Rathhaus, und das Juleum oder das ansehnliche Universitätsgebäude, in welchem sich die Horsäle, die Bibliothek von mehr als 30,000 Bänden, das Archiv der Universität und das anatomische Theater befinden. Die Universität wurde 1575 vom Herzog Julius in Braunschweig gestiftet, und die Wolfenbüttelsche und Kalenbergische Landschaft trugen die Unterhaltung gemeinschaftlich. 1745 trat das Kurhaus seinen Antheil ab, und seitdem heißt sie von dem damals regierenden Herzoge Julia Carolina. Sie hat 18 ordentliche Lehrer und im Durchschnitte immer 150 Studierenden gehabt. In den leztern Kriegsjahren hat sich, wie überall, diese Anzahl vermindert. In dem Convictorium erhalten gegen 100 Studierende Freytische. Die theolog. Professoren sind gewöhnlich zugleich Aebte; u. einer von ihnen Superintendent der Stadt und Generalsuperintendent der Inspektionen König lutter, Vorsfelde und Kalvörde; der andere Generalsuperintendent der Schöningischen Inspektion, mit beträchtlichen Einkünften. Die Stadt gehört zu den Landständen, und die Bürger nähren sich theils von der Universität, theils vom Feldbau und der Viehzucht. Es sind auch 1 Flanel- 1 beträchtliche Ligueur- 1 Essig- 2 Cichorien- und 1 Fabrik von thönernen Tobakpfeifen vorhanden. Die Stadt gehörte vor diesem dem Abte zu Werden, an der Ruhr, in Westphalen, (der über das Benediktinerkloster Prälat war): aber 1489 kam sie durch Kauf an das Haus Braunschweig. Das Stift St. Lüdgeri selbst, (welches auch Helmstedt genannt wird, wurde im Jahr 1802 bey den großen Ausgleichungen dem Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel zugetheilt Es hatte ausser der Klosterfreyheit, in welcher 171 Einwohner leben, seiner Feldmark, welche über 2,000 enthält, und einzelnen Gerechtsamen, keine andern liegenden Besitzungen; aber schon aus dem Angegebenen beträchtliche Einkünfte. Im J. 1803 wurde das Stift aufgehoben, und die kleine Bibliothek desselben der Universität geschenkt.


Quellen.Bearbeiten

  1. *Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.