Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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H. Gregoire.[]


SLUB Dresden.

Gregoire, (H.) [1] gebohren bey Lüneville 1750, ward Pfarrer zu Enobermisnil, hierauf Deputirter der Geistlichkeit von Nancy bey der General-Stände-Versammlung. Er war einer der ersten Geistlichen, der zu dem dritten Stand übertrat, wo er mit lautem Beyfalle aufgenommen wurde. Den 8. Julius 1789 widersetzte er sich der Annäherung der Truppen, die der König gegen Paris beschied. Gregoire war der erste Geistliche, welcher den konstitutionellen Eid leistete, und wurde zum Bischof von Blois gewählt. Als die Flucht Ludwigs XVI. die Frage von der Unverletzlichkeit zur Sprache brachte, erklärte sich Gregorie lebhaft gegen den Monarchen und verlangte, daß er von einem Konvente gerichtet werde. Als Gobel, konstitutioneller Bischof von Paris am 7. November vor den Schranken erschien, und die katholische Religion nebst den bischöflichen Amtsverrichtungen abschwur, widersetzte sich Gregoire, diesem Beyspiele zu folgen, und war selbst kühn genug, das Benehmen zu mißbilligen. 1794 arbeitete er viel in dem Ausschuße für den öffentlichen Unterricht, und stattete mehrere Berichte über den unersetzlichen Schaden ab, den der Terrorismus den Künsten und Wissenschaften zugefügt habe. Im September 1795 trat er in den Rath der 500 und nach den 18. Brümaire kam er von neuem in den gesetzgebenden Körper. Im Februar 1800 wurde er zum Präsidenten ernannt und den 25. Dezember 1801 auf die wiederhohlte Präsentation des gesetzgebenden Körpers zum Mitgliede des Erhaltungssenat gewählt. Außerdem ist er Kommandant der Ehrenlegion. Vor der Revolution war er Mitglied der Akademie von Metz und wurde es nachher von dem Nationalinstitute und der Pariser Gesellschaft des Ackerbaues. Ihm verdankt man die Errichtung des Bureau der Längenmessungen und des Conservatoriums der Künste und Handwerke. Eben so machte er sich um die Wissenschaften verdient. Seine meisten Schriften sind ins Englische übersetzt worden und 1803 machte er eine Reise in England und Deutschland.


Quellen.[]

  1. Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.

Porträten.[]


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