Brabant.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Brabant,[1] Herzogthum und eine von den ehemaligen 17 Provinzen der Niederlande, welche gegen Norden an Holland und Geldern, gegen Westen an Seeland und Flandern, gegen Süden an die Grafschaft Hennegau und Namur, gegen Osten aber an das Stift Lüttich und an Geldern gränzte. Sie gehörte theils dem Hause Osterreich, theils den vereinigten Niederlanden; daher sie in das spanische, oder Österreichische und Holländische oder Batavische Brabant eingetheilt wurde. Jenes ist der südliche und größte, dieses aber der nördliche Theil. Der südliche Theil des ehemals Oesterreichischen Brabants wird das wallonische Brabant, oder romansche Land genennt; in welchem ein verdorbener Französischer Dialekt der herrschende ist; im nördlichern deutschen Theile, wird vom gemeinen Volke Flammländisch gesprochen; der gebildetere Theil der Einwohner gebraucht durchgängig die Französische Sprache. Vermög einer andern Abtheilung bestund diese Provinz aus 4 Quartieren, welche sind: Löwen, Brüssel, Antwerpen und Herzogenbusch, wovon die 2 ersten und ein Theil des 3ten dem Hause Oesterreich, der Rest des 3ten und das 4te den Generalstaaten der vereinigten Niederlande gehörten. Es begrief dasselbe 28 Städte und 700 Dörfer in sich. Im Jahr 1746. nahmen die Franzosen das österreichische Brabant weg, mußten aber solches, nach dem 1748. zu Aachen erfolgten Frieden abtreten. Durch den Frieden von Campo Formio und von Lüneville 1801. erhielten die Franzosen mit den übrigen Oesterreichischen Niederlanden, auch Brabant, welches sie im Jahr 1794. erobert hatten. Die neuen Besitzer theilten es in zwey Departements, 1) das Departement der Deux Nettes, (den nördlichen) 2) das Departement der Dyle (den südlichen Theil), das Land hat zwar in seinen nördlichen Theilen Sümpfe, Sand und Moore, und überall beträchtliche Waldungen; es ist aber im Ganzen sehr fruchtbar an Getreide, besonders Weizen, an Hopfen und Flachs. Auch die Manufakturen von Spitzen, Tuch xc. sind von Wichtigkeit. Mehrere gezogene Kanäle erleichtern das innere Verkehr der Provinz, und nun bey eröfneter Schelde auch den ausländischen Handel. Das Wappen der Herzogthums ist ein goldner Löw in schwarzem Felde.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
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