Fürstenthum Altenburg.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]
Altenburg, ein Fürstenthum im Obersächsischen Kreise, welches durch die Reussische Grafschaft Gera in zwey Theile geschieden wird, und dadurch entstund, daß Herzog Johann Wilhelm, der zweyte Sohn des unglücklichen Kurfürsten von Sachsen, Johann Friedrichs I. sein Land unter seine Söhne theilte, von welchen Friedrich Wilhelm I. Altenburg, und Herzog Johann Weimar bekam. Die altenburgische Linie erlosch 1672. worauf das Fürstenthum Altenburg an Herzog Ernst den Frommen zu Gotha fiel. Nach seinem Tode theilten sich seine Söhne in das Land, und das Fürstenthum Altenburg wurde in das Gothaische, Eisenbergische und Saalfeldische Antheil zerstückt. Nach Herzog Christians zu Eisenberg Tode 1707. kam dieser Theil wieder an das Haus Gotha, welches nun die 7 Aemter, Altenburg, Ronneburg, Eisenberg, Camburg, Roda, Orlamünde und Leuchtenburg (oder Cahla) von dem Fürstenthum Altenburg besizt. Es führet auf dem Reichstage so wohl, als auf den Kreistagen, wegen dieses Fürstenthums, eine Stimme. Das ganze Fürstenthum hat 35, der Gothaische Antheil aber 28 ge. Quadrat Meilen Flächeninhalt, und nach der Zählung im J. 1796. auf demselben über 96000 Einwohner, welche durch ihren sehr ergiebigen Feldbau und beträchtliche Viehzucht größtentheils wohlhabende Leute sind. Der Saalfeldische Antheil besteht aus den drey Aemtern, Saalfeld, Gräfenthal und Probstzella, und hat auf 7 Quadrat Meilen ungefähr 25,000 Einwohner. Jeder der beyden Fürsten hat in seinem Antheile die Landeshoheit; doch ist es hergebracht, das die Saalfeldischen Aemter mit ihrer Appellation sich an die Regierung und das Konsistorium zu Altenburg wenden. Die Landschaft des Fürstentums bestehet aus der Ritterschaft und den Städten Altenburg, Saalfeld und Eisenberg.


Das Herzogthum Sachsen-Gotha.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[2]

I. Land.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Bestandtheile. Dieses Fürstenthum besteht aus dem eigentlichen Fürstenthum dieses Namens, aus dem Fürstenthume Altenburg, und aus einem Antheile an der Grafschaft Gleichen und an Henneberg.
2. Größe und Gränzen. Der Flächeninhalt des ganzen Landes ist auf 55 Quadratmeilen berechnet. Umgeben ist dasselbe von königlich-sächsischen und weimarischen Ländern, von einem kleinen Theile des Königreichs Westphalen, vom Fürstenthume Schwarzburg und dem Erfurter Gebiete, von Coburgischen und Meiningischen Ländern; ins Besondere ist Altenburg von Süden gegen Norden durch die reußische Herrschaft Gera in zwei Theile getrennt.
3. Boden, Gewässer, Klima, Producte. Wenn gleich dieses Fürstenthum zu den sehr gebirgigen und waldigen Ländern gehört, so dehnt sich doch in demselben gegen Norden hin eine sehr fruchtbare Ebene aus. Vom Thüringer Waldgebirge herab ergießen sich die kleinen Flüsse Leine, Hörsel, Emse, Apfelstedt, Gera und Werra durch die Thäler. In der Ebene befördert ein sehr gemäßigtes Klima die Vegetation; im Gebirge ist es besonders rauh; doch ist die Luft hier, wie dort gesund. In der Mitte des Landes und gegen Norden hin erblickt man auf den Feldern das schönste Getreide, in einigen Gegenden Gartengewächse, besonders viele Mohrrüben, Anis, Koriander, Waid, Saflor, Flachs, viel und gutes Obst. Holz ist in Menge vorhanden, wie auch Hornvieh und Wildprät, und das Mineralreich liefert Mühlsteine, Schiefer, Kalk, Eisen, Kupfer, Kobalt, Steinkohlen, Alaun, Vitriol und Kochsalz. Ronneburg hat einen Gesundbrunnen.


II. Bewohner.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Nach ihrer Anzahl, Bildung, Religion xc. Die Bevölkerung steigt über 180,000 Seelen hinan. Die Einwohner sind größten Theils Teutsche; im Fürstenthum Altenburg wohnen Nachkömmlinge der Wenden. Das Schullehrer Seminar zu Gotha versieht die Stadt- und Landschulen mit guten Lehrern, und zu Schnepfenthal befindet sich das berühmte Salzmannische Erziehungsinstitut. Die Wissenschaften sind in einem blühenden Zustande, und es sind litterarische Hülfsmittel vorhanden, dergleichen nicht jedes Land aufweisen kann: Die Gymnasien zu Gotha und Altenburg, die gemeinschaftliche Bibliothek, das vortreffliche Münzcabinet, die Kunst- und Naturalienkammer zu Gotha, und die berühmte Sternwarte zu Seeberg. Unter den größten Theils evangelisch-lutherischen Einwohnern befinden sich auch Herrnhuther.
2. Nach ihrer Industrie xc. Ihre meiste Nahrung ziehen die Einwohner aus der Feldwirthschaft. Mit Getreide versieht der Landmann nicht nur das ganze Fürstenthum, sondern auch die Nachbarschaft. In Altenburg sind Gartenbau und Viehzucht sehr einträglich. Dem Ueberfluße an Holz hat der Landmann einen beträchtlichen Zufluß an Geld zu danken, den er sich durch Kienrußbrennen, Pech- und Potaschesieden erwirbt. Neben diesem Gewerbe und einem nicht unbedeutenden Garnhandel, sind auch einige Manufacturen und Fabriken im Gange: Zeugmanufacturen zu Gotha und Waltershausen, Manufacturen von feinen Baumwollenen Zeugen, Kastorstrümpfen xc. welche die Herrnhuther zu Neudietendorf unterhalten, ein Schmelzwerk bei Stutzhaus, worin verschiedene Eisenwaaren verfertigt werden, und wozu das Bergwerk bei Katterfeld das Materiale liefert. In Zelle ist eine Gewehrfabrike stark beschäftigt, und auf dem Gehlberge befindet sich eine Glashütte. Die Einkünfte werden auf 1'300,000 fl. geschätzt.


III. Staatsverfassung.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im Fürstenthume Gotha ist die Verfassung ständisch. Die Landschaft besteht aus dem Grafenstande, der Ritterschaft, und den Städten, welche der Herzog jährlich zur Berichtigung der Landschaftskassenrechnungen, auch wohl zuweilen anderer Landesangelegenheiten wegen zusammenruft. -- Als Mitglied des rheinischen Bundes findet sich der Herzog mit einem Contingent von 1200 Mann im Felde ein.


IV. Staatsverwaltung.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Centralverwaltung wird hier durch das geheime Rathscollegium unter der Direction des Herzoges, durch die Landesregierung, durch das Oberconsistorium, durch das Kammercollegium, das Kriegscollegium, und das Steuer-Obereinnahmecollegium geführt. Zur Provinzialverwaltung ist Gotha in 10 Aemter, ohne den Antheil an der Grafschaft Gleichen, und in einige adeliche Gerichte, und Altenburg in 8 Aemter mit Einschluß des Aemter Themar, getheilt.


Fürstenthum Altenburg..[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Altenburg,[3] ein Fürstenthum im obersächsischen Kreise, welches durch die reußische Grafschaft Gera in zwei Theile geschieden wird, und dadurch entstand, daß Herzog Johann Wilhelm, des unglücklichen Churfürsten von Sachsen Johann Friedrichs I. zweiter Sohn, sein Land unter seine Söhne theilte, von welchen Friedrich Wilhelm I. Altenburg und Johann Weimar bekam. Die altenburgische Linie erlosch 1672, worauf das Fürstenthum Altenburg an Herzog Ernst den Frommen zu Gotha fiel. Nach seinem Tode theilten sich seine Söhne in das Land, und das Fürstenthum Altenburg wurde in den gothaischen, eisenbergischen und saalfeldischen Antheil zerstückt. Nach Herzog Christians zu Eisenberg Tode (1707) kam dieser Theil wieder an das Haus Gotha, welches nun die sieben Aemter Altenburg, Ronneburg, Eisenberg, Camburg, Roda, Orlamünde und Leichtenburg (oder Kahla) von dem Fürstenthum Altenburg besitzt. Es führte auf dem Reichstage sowohl als auf den Kreistagen wegen dieses Fürstenthums eine Stimme. Das ganze Fürstenthum hat 35, der gothaische Antheil aber 25 geographische Quadratmeilen Flächeninhalt, und nach der Zählung vom J. 1796 über 96,000 Einwohner, welche durch ihren sehr ergiebigen Feldbau und beträchtliche Viehzucht größtentheils wohlhabend sind. Der saalfeldische Antheil besteht aus den drei Aemtern Saalfeld, Gräfenthal und Probstzella, und hat auf sieben Quadratmeilen ungefähr 25,000 Einwohner. Jeder der beiden Fürsten hat in seinem Antheile die Landeshoheit, doch ist es hergebracht, daß die saalfeldischen Aemter mit ihrer Appellation sich an die Regierung und das Consistorium zu Altenburg wenden. Die Landschaft des Fürstenthums besteht aus der Ritterschaft und den Städten Altenburg, Saalfeld und Eisenberg. Im Jahre 1806 wurde durch einen Vergleich die saalfeldische Portion bis zum einstigen Abgang der Linie völlig von Altenburg getrennt.

Die Hauptstadt Altenburg an der Pleiße zählt gegen 10,000 Einwohner. Das hier befindliche, auf einem Felsen gelegene und eine herrliche Aussicht gewährende schöne Schloß ist durch den im J. 1455 begangenen Prinzenraub (vergl. Kunz von Kaufungen) berühmt; auch verdienen das 1703 gestiftete Gymnasium, das 1705 angelegte Fräulein-Stift, die vortrefflich eingerichteten und neuerbauten Kranken-, Armen- und Arbeiterhäuser, so wie die sehr schöne Promenade auf dem Damm und der Insel bemerkt zu werden. Es hat die Stadt einen bedeutenden Wechsel- (besonders durch das Haus Reichenbach Gebrüder) Getraide-, Speditions- und Zwischenhandel, mehrere Wollen-, Baumwollen- und Handschuhmanufacturen. Viele der neuen Schöpfungen und Anstalten, die den Flor dieses Landes und der Stadt befördern, verdankt man dem Minister von Thümmel.


Zeitungen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


[4] Das incorporirte Fürstenthum Altenburg hatte schon vor dem Anfalle im Jahre 1707 einen geringen Zeitungs-Betrieb, welcher in neuerer Zeit durch die regelmässige Fussboten-Ordonnanz nach Gotha vergrössert worden, und bis jezt in den Gräflich Beustischen Jahrbüchern dieses Fürstenthums unerwähnt blieb. Das privilegirte Altenburgische Wochenblatt hat eine ehrwürdige Dauer, und kömmt wöchentlich aus der Feder des Herrn Hoffaktors Voigt; es beschränkt sich ganz auf Localitäten. Im Januar 1795 liess der eben erwähnte gelehrte Graf Friedrich von Beust den Prospekt eines Wöchentlichen Altenburgischen Zuschauers drucken. Durch dessen Abberufung an den Rheinstrom wurde der damalige Advokat Herr Meyner, jetziger Ober-Polizeycommissär in Gotha, veranlasst, diese Zeitschrift für Altenburg mit Anfang des Jahrs 1795 herauszugeben. Sie gieng aber mit dem 7ten Stück des Jahrganges 1797 wiederum ein, ob sie gleich gute historische und statistische Nachrichten enthielt.

Im Jahre 1798 erschienen aus der Feder als Statistiker bekannten Ober-Steuersecretärs, Herrn Heinrich Wilhelm Schulthes zu Altenburg die Volksblätter zur Berichtigung der Meinungen des Bürgers und Landmanns über Fürstenrechte, Unterthanspflicht, Unterthansrechte und Fürstenpflichten. Der Verfasser begann mit der Entstehung der menschlichen und bürgerlichen Gesellschaft, und hatte als augenscheinlich nicht auf eine so ephemere Dauer, als die eines halben Jahres, für sein Blatt gerechnet.

Mit dem neuen Jahrhunderte entstand in eben dem literarischen Comtoir, welchem man die Anlage des allgemeinen Journalisticon verdankt, ein Allgemeines literarisches Novitätenblatt 4., welches wöchentlich in 4 Nummern Bücher-Anzeigen, jedoch ohne hinreichenden Redaktionsfleiss, liefert


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1812]

Vermischte Nachrichten. [5]

Im Gothaschen ist die Konskription eingeführt, und alle Jünglinge, die das zwanzigste Jahr erreicht haben, sind ihr ohne Unterschied unterworfen.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  2. Handbuch der Statistik der europäischen Staaten, zum Gebrauche bei Vorlesungen und zur Selbstbelehrung von D. Joseph Milbiller. Landshut, 1811. Bei Philipp Krüll, Universitäts-Buchhändler.
  3. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  4. Ueber politische Zeitungen und Intelligenzblätter in Sachsen, Thüringen, Hessen und einigen angränzenden Gebieten. Von Joachim von Schwarzkopf. Gotha, in der Ettingerschen Buchhandlung 1802.
  5. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 314. Dienstag, den 31. December 1812.
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.