Freysingen, ehemaliges Bißthum im Baierischen Kreis, an der Iser, welches unter dem Erzbischof zu Salzburg stund.

Es enthält 5 geographische Quadratmeilen, wobey aber die Grafschaft Werdenberg nicht gerechnet ist, welche dem Hochstifte gehörte u. über 10 Quadratmeilen Flächeninhalt hat. Das kleine Fürstenthum liegt also zerstreut, hat nur in einigen Herrschaften vorzügliche Fruchtbarkeit, in dem eigentlichen Fürstenthum längst der Iser viel Moorland, und in der Grafschaft rauhe Berge, aber eben daselbst beträchtliche Waldungen. Manufakturen finden sich im Lande nicht. Die Zahl der sämtlichen Einwohner schäzt man auf 27,000 Seelen.

Aber der Bischof hatte ausserdem noch andere mittelbare Besitzungen in Baiern, Oesterreich, Krain und Tyrol. Die Einkünfte des Bischofs wurden auf mehr als 160,000 fl. und des Domkapitels auf 40,000 Gulden berechnet. Der Bischof, als Reichsfürst, hatte auf dem Reichstag, auf der geistlichen Bank die 14te Stelle. Der Matrikularanschlag beträgt 12 zu Pferd, und 80 zu Fuß, oder 464 fl. und der Beytrag zu einem Kammerziel 190 Rthl. 24 kr. Das Domkapitel bestund aus 1 Domprobst, 14 Capitularen, und 9 Domicellaren, theils adelichen theils gelehrten. Die Domprobstey war mit dem Capitel in keiner Verbindung; und es konnte jemand diese Stelle haben, ohne Domherr zu seyn.

Das Stiftswappen war das Brustbild eines roth gekleideten Mohren, mit einer goldnen Strahlenkrone auf dem Haupt, im silbernen Felde.

Im J. 1802 wurde dieses Land als Fürstenthum zu den Entschädigungen des Kurfürsten von Pfalzbaiern gezogen; nur die Oesterreichischen Besizungen fallen, wenigstens dem größern Theil nach durch Ausgleichung an den Kurfürsten von Salzburg für das abgetretene Städtchen Mühldorf mit seinem Bezirke. Diese Besizungen im Oesterreichischen so wie die mittelbaren Besizungen in Baiern, wurden bey den Angaben von der Größe und Bevölkerung des Landes nicht in Anschlag gebracht.

Das jezige Pfalzbairische Landgericht Freysingen enthält ausser der Stadt und ihrem Bezirk den nördlichen Theil der Grafschaft Ismaning und das ehemalige Landgericht Krandsberg.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
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