Lüttich, ehemaliges Bißthum zum westphälischen Kreis gehörig. Es gränzte gegen Westen an Brabant, Namur und Hennegau, gegen Osten an Limburg und Jülich, gegen Norden an Geldern und Brabant. Man theilte es in die 4 Theile, Hasbain, die Grafschaft Looz, oder Loots, die Markgrafschaft Franchimont, und Condros. Der Bischof stund unter dem Erzbißthum Köln, und war ein Fürst des Reichs Er führte auch den Titel eines Herzogs von Bouillon. Die Einwohner sprechen theils niederländisch, nach brabantischer Mundart, theils die lütticher wälsche Sprache, die ein verdorbenes Französisch ist. Die letztern heißen daher die Luyker Waalen. Man rechnete im gesammten Stift auf 111 Quadratmeilen 233,000 Einwohner, 26 Städte und gegen 1 400 Dörfer. Die Einkünfte, woran die Landstände und der Bischof Theil hatten, betrugen wenigstens eine Million Gulden. Der Adel und die Geistlichkeit waren übermäsig reich, der Landmann meistens arm. Im Jahr 1789 entstunden Bewegungen in der Hauptstadt und in dem Lande. Der Bischof, der anfangs alles bewilligte, was die Unzufriedenen foderten, entwich heimlich nach Trier, in die Abtey St. Maximin; das Kammergericht zu Wetzlar vernichtete den mit dem Bischof errichteten Vertrag, und es sollten Preussische, Münsterische und Pfälzische Truppen, (erstere als clevische, letztere als jülichische,) zur Execution einrücken. Preussen, welches mehr Vermittlung zwischen dem Lande und Bischofe wünschte, zog sich nach vergeblichen Vorschlägen von der Exekution zurück, und der übrigen Truppen erwehrten sich die Lütticher, bis 1791 die Exekution des Kammergerichtsurtheils Burgund übertragen wurde, welches den Bischof mit Gewalt der Waffen in den Besitz aller behaupteten Vorrechte setzte. Seit dem Jahr 1791 hielten die Franzosen das Land besetzt und behielten es auch durch den Lüneviller Frieden. Es macht jezt den beträchtlichsten Theil von den Departements der Niedermaas, der Ourthe, und der Sambre und Maas aus. Das Domkapitel bestund aus 60 Gliedern vom hohen und niedern Adel, und aus graduirten Personen. Der Reichsanschlag des Stifts war monathl. 826 fl. und der Beytrag an einem Kammerziel 240 Thlr. 40 Kr.

Das Stiftswappen war ein quadrirter Schild. 1. Eine silberne auf einem Postament ruhende Säule, mit einem goldenen Kranz, wegen Lüttich. 2. Ein silberner Balken, in rothem Felde, wegen Bouillon. 3. Drey grüne Löwen, in silbernem Felde, wegen Franchimont. 4. Vier rothe Balken in goldnem Felde, wegen Looz.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
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