Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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J. L. Carra.[]


Carra (J. L.),[1] reiste vor der Revolution einige Zeit in Deutschland und hatte sich nach Pont de Vesle en Dombes, seinen Geburtsort, zurück gezogen. Mit dem Anfange der Unruhen gieng er nach Paris, that sich unter den heftigsten Revolutionnairs hervor und trug 1789 auf die Bildung der Municipalität zu Paris und Errichtung der Bürgergarde an. Er erklärte vor der Tribune der Jakobiner dem Kaiser Leopold feyerlich den Krieg. Da er in seinen Schriften anhaltend Mord und Plünderungen predigte, zeigte er sich als einen der Chefs von dem Aufstande des 10ten August 1792 und rühmte sich in seinem Journal, den Plan dazu niedergesetzt zu haben. Er widersetzte sich bey Ludwigs Prozeß der Appellation an das Volk und votirte seinen Tod, verlor aber Robespierres Gunst und schlug sich zur Girondeparthey, mit der er dann bald gestürzt ward. Den 31sten Oktober ward sein Todesurtheil gesprochen, und er am folgenden Tag in seinem 50sten Jahre hingerichtet.


Der Prozeß gegen Ludwig XVI.[]

[2] Nach der Erklärung der Convention, das Ludwig Capet der Verschwörung gegen die Freiheit, und des Hochverraths gegen die allgemeine Sicherheit des Staats schuldig sey; nach dem Gesetze, welches die Todesstrafe auf diese Verbrechen legt; nach den Grundsätzen, die die wahre Politik der Nationen sind; zur Belehrung der Völker in allen Zeiten und in allen Gegenden, und zum Schrecken der Tyrannen, stimme ich für den Tod.


Quellen.[]

  1. Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  2. Gallerie der hingerichteten, gefangenen, oder sonst verunglückten französischen Konventsmitglieder und andrer Revolutionsmänner seit Ludwigs des Unglücklichen Tode; in Verbindung des, von der erstern am Verdammungstage ihres Monarchen, über denselben ausgesprochnen, Endurtheils. Hannover, im Verlage der Helwingschen Hof-Buchhandlung. 1794.
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