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Bei der Wiedereinführung des Erbadels in Frankreich war der Marschall Lannes einer der ersten, denen die [[Herzogliche Würde]] zu Theil wurde. Napoleon kreirte ihn zum <big>Herzog von Montebello</big>. Auch dieser Name erlangte bald eine Celebrität in der Kriegsgeschichte. Der Herzog von Montebello bekämpfte und überwand durch unterirdische Waffen das sich mit Verzweiflung vertheidigende [[Belagerung von Saragossa|Saragossa]], und nöthigte die über die Hälfte geschmolzene Garnison, nur noch 17000 Mann stark, auf den Ruinen der unterminirten [[Saragossa|Stadt]] am [[1809 (Spanien und Portugal)#Februar.|21sten Februar 1809]] das Gewehr zu strecken.
 
Bei der Wiedereinführung des Erbadels in Frankreich war der Marschall Lannes einer der ersten, denen die [[Herzogliche Würde]] zu Theil wurde. Napoleon kreirte ihn zum <big>Herzog von Montebello</big>. Auch dieser Name erlangte bald eine Celebrität in der Kriegsgeschichte. Der Herzog von Montebello bekämpfte und überwand durch unterirdische Waffen das sich mit Verzweiflung vertheidigende [[Belagerung von Saragossa|Saragossa]], und nöthigte die über die Hälfte geschmolzene Garnison, nur noch 17000 Mann stark, auf den Ruinen der unterminirten [[Saragossa|Stadt]] am [[1809 (Spanien und Portugal)#Februar.|21sten Februar 1809]] das Gewehr zu strecken.
   
Aus [[Krieg auf der Iberischen Halbinsel (1808 - 1814)|Spanien]] folgte der Herzog von Montebello dem [[Napoleon Bonaparte|Kaiser Napoleon]] nach Deutschland. Er war ihm in dem fünftägigen blutigen Kampfe zur Seite, womit der [[Feldzug von 1809|Oesterreichisch-Französische Krieg]] eröffnet wurde, bezeichnete am 23sten April bei dem [[Sturm von Regensburg]] den Ort des Uebergangs, und ließ die Leiter von seinen Adjudanten herbeitragen. Bei [[Schlacht von Aspern und Eßling|Eßlingen]] war das Ziel seines so thatenreichen Lebens. Der Kaiser hatte am 21sten Mai dem Herzoge von Montebello die Vertheidigung dieses auf dem linken Donauufer liegenden Dorfs aufgetragen. Auch machte dieser an der Spitze seines Corps mehrere Angriffe. Als er aber am zweiten Tage dieser beispiellos mörderischen Schlacht, am 22sten Mai, dem erhaltenen Befehle gemäß, die Position von Eßlingen behauptete, um den Rückzug der Französischen Armee zu decken, riß ihm eine Oesterreichische Kanonenkugel einen Schenkel weg. Er wurde zum Kaiser getragen, dem er selbst seinen nahen Tod verkündigte, und dann nach Wien gebracht, wo die Kunst vergebens alle Hülfsmittel zu seiner Rettung aufbot, und Napoleon ihm die zärtlichste Theilnahme bewies. Als der Herzog von Montebello am 31sten Mai gestorben war, befahl der Kaiser, daß der Körper seines Waffengefährten einbalsamirt und zur feierlichen Bestattung nach Frankreich gebracht würde. In Bordeaux ward für ihn am 16ten Jun. ein [[Seelenamt]] gehalten. Auf dem Katafalk las man die Namen ''Eßlingen'', ''Saragossa'', ''Marengo'', ''Abukir'', ''Mantua'', ''Lodi'', ''Arcole'' und ''Bassano'', nebst der Inschrift: "''Er starb auf dem Felde der Ehre. Für die Nachwelt lebt er. Den Manen des Herzogs von Montebello.''"
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Aus [[Krieg auf der Iberischen Halbinsel (1808 - 1814)|Spanien]] folgte der Herzog von Montebello dem [[Napoleon Bonaparte|Kaiser Napoleon]] nach Deutschland. Er war ihm in dem fünftägigen blutigen Kampfe zur Seite, womit der [[Feldzug von 1809|Oesterreichisch-Französische Krieg]] eröffnet wurde, bezeichnete am 23sten April bei dem [[Sturm von Regensburg]] den Ort des Uebergangs, und ließ die Leiter von seinen Adjudanten herbeitragen. Bei [[Schlacht von Aspern und Eßling|Eßlingen]] war das Ziel seines so thatenreichen Lebens. Der Kaiser hatte am 21sten Mai dem Herzoge von Montebello die Vertheidigung dieses auf dem linken Donauufer liegenden Dorfs aufgetragen. Auch machte dieser an der Spitze seines Corps mehrere Angriffe. Als er aber am zweiten Tage dieser beispiellos mörderischen Schlacht, am 22sten Mai, dem erhaltenen Befehle gemäß, die Position von Eßlingen behauptete, um den Rückzug der Französischen Armee zu decken, riß ihm eine Oesterreichische Kanonenkugel einen Schenkel weg. Er wurde zum Kaiser getragen, dem er selbst seinen nahen Tod verkündigte, und dann nach Wien gebracht, wo die Kunst vergebens alle Hülfsmittel zu seiner Rettung aufbot, und Napoleon ihm die zärtlichste Theilnahme bewies. Als der Herzog von Montebello am 31sten Mai gestorben war, befahl der Kaiser, daß der Körper seines Waffengefährten einbalsamirt und zur feierlichen Bestattung nach Frankreich gebracht würde. In Bordeaux ward für ihn am 16ten Jun. ein Seelenamt gehalten. Auf dem Katafalk las man die Namen ''Eßlingen'', ''Saragossa'', ''Marengo'', ''Abukir'', ''Mantua'', ''Lodi'', ''Arcole'' und ''Bassano'', nebst der Inschrift: "''Er starb auf dem Felde der Ehre. Für die Nachwelt lebt er. Den Manen des Herzogs von Montebello.''"
   
   
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In der großen Schlacht von Aspern und Eßling, die an Furchtbarkeit alle früher gelieferten übertroffen hatte, verdankte die französische Armee die Thunlichkeit ihres Rückzuges hauptsächlich der äussersten Hartnäckigkeit, mit welcher der Herzog den Ort Eßling vertheidigte. Allenthalben stand das Dorf in Flammen; von vier Seiten stürmten die Oesterreicher mit großem Nachdruck heran, schon wichen bald auf diesen bald auf jenem Punkte die Franzosen, aber mit Blitzesschnelle erschien überall, um den Muth und die Kräfte der Seinigen wieder zu beleben. So geschah es, daß das schwere Geschütz, ein grosser Theil der Kranken und hierauf die Armee selbst über die bey Eßling angebrachte Brücke gelangen konnte; allein diesen höchst wichtigen Erfolg erkaufte Lannes durch ein Opfer, das ihm selbst nicht so hoch erschien, als seinem Vaterlande -- durch sein Leben. es zerschmetterte ihm eine Kanonenkugel den linken Schenkel. Auf einer Tragebahre wurde er zum Kaiser Napoleon gebracht, der seine Thränen nicht unterdrückte, und zu den Umstehenden sagte: ''"Ein so empfindlicher Schlag für mein Herz allein kann mich bewegen, an diesem Tage mich der sorge um mein Heer zu entschlagen."'' Jetzt erhohlte sich Lannes aus einer tiefen Ohnmacht. Matt richtete er sich auf, umarmte den Kaiser und sagte mit leiser Stimme: ''In einer Stunde werden Sie denjenigen verloren haben, der mit der Ueberzeugung stirbt, als Ihr treuester Freund gehandelt zu haben! -- Ich habe mich für Sie geopfert; denn ich wußte, daß ich in meinen sicheren Tod gehen würde."''
 
In der großen Schlacht von Aspern und Eßling, die an Furchtbarkeit alle früher gelieferten übertroffen hatte, verdankte die französische Armee die Thunlichkeit ihres Rückzuges hauptsächlich der äussersten Hartnäckigkeit, mit welcher der Herzog den Ort Eßling vertheidigte. Allenthalben stand das Dorf in Flammen; von vier Seiten stürmten die Oesterreicher mit großem Nachdruck heran, schon wichen bald auf diesen bald auf jenem Punkte die Franzosen, aber mit Blitzesschnelle erschien überall, um den Muth und die Kräfte der Seinigen wieder zu beleben. So geschah es, daß das schwere Geschütz, ein grosser Theil der Kranken und hierauf die Armee selbst über die bey Eßling angebrachte Brücke gelangen konnte; allein diesen höchst wichtigen Erfolg erkaufte Lannes durch ein Opfer, das ihm selbst nicht so hoch erschien, als seinem Vaterlande -- durch sein Leben. es zerschmetterte ihm eine Kanonenkugel den linken Schenkel. Auf einer Tragebahre wurde er zum Kaiser Napoleon gebracht, der seine Thränen nicht unterdrückte, und zu den Umstehenden sagte: ''"Ein so empfindlicher Schlag für mein Herz allein kann mich bewegen, an diesem Tage mich der sorge um mein Heer zu entschlagen."'' Jetzt erhohlte sich Lannes aus einer tiefen Ohnmacht. Matt richtete er sich auf, umarmte den Kaiser und sagte mit leiser Stimme: ''In einer Stunde werden Sie denjenigen verloren haben, der mit der Ueberzeugung stirbt, als Ihr treuester Freund gehandelt zu haben! -- Ich habe mich für Sie geopfert; denn ich wußte, daß ich in meinen sicheren Tod gehen würde."''
   
Am 9. Tage, den 31. May 1809, nach dieser schrecklichen Verwundung starb der blühende Held zu [[Wien]], am Brande, welcher den Erfolg aller Bemühungen der Aerzte vereitelte. Der Kaiser ließ ihn einbalsamiren, und zur feyerlichen Beerdigung nach Frankreich bringen. Indeß wurde schon zu Bordeaux für ihn ein [[Seelenamt]] gehalten, wobey man auf dem Katafalk die Nahmen: Eßling, Saragossa, Marengo, Abukir, Mantua, Lodi, Arcole und Bassano las, nebst der Umschrift: Er starb auf dem Bette der Ehre. Für die Nachwelt lebt er. Den Manen des Herzogs von Montebello.
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Am 9. Tage, den 31. May 1809, nach dieser schrecklichen Verwundung starb der blühende Held zu [[Wien]], am Brande, welcher den Erfolg aller Bemühungen der Aerzte vereitelte. Der Kaiser ließ ihn einbalsamiren, und zur feyerlichen Beerdigung nach Frankreich bringen. Indeß wurde schon zu Bordeaux für ihn ein Seelenamt gehalten, wobey man auf dem Katafalk die Nahmen: Eßling, Saragossa, Marengo, Abukir, Mantua, Lodi, Arcole und Bassano las, nebst der Umschrift: Er starb auf dem Bette der Ehre. Für die Nachwelt lebt er. Den Manen des Herzogs von Montebello.
   
 
Die seltenen militärischen Verdienste vereinte der frühe verblichene Held mit allen jenen Eigenschaften, welche den Werth, die Würde und das Glück des Menschen an sich begründen. Daß er dem Donner der Schlachten so oft entgegen eilte und seine Bahne so häufig mit Sieg und Vernichtung bezeichnete, geschahe keineswegs aus dem geheimen Antrieb einer inneren Verwilderung, sondern vielmehr aus der wichtigen Erkenntniß: daß es Pflicht sey, die Sphäre seines Daseyns nicht egoistisch zu verengen, sondern dasselbe nach dem vollen Umfange seiner Kräfte einem grossen Ganzen, dem Vaterlande, zu weihen. Denn eben dieser Krieger, der in drey Welttheilen die Schlachtfelder mit Todten besäen half, war in seinem Privatleben der sanfteste der Menschen, er weihete sich mit liebender Innigkeit, all' jenen Genüssen, welche eine veredelte Menschheit und die schöne Natur nur dem seiner Fühlenden gewähren kann. Für diese letztere hegte Lannes eine enthusiastische Vorliebe. Auf seinem Landgute zu Maisons verlebte Lannes die beschränkte Zahl der ihm gegönnten Ruhetage im Kreise seiner Familie und einiger ausgewählten Freunde. Selbst die kleinsten Geschäfte der Landwirthschaft hielt er seine Aufmerksamkeit nicht unwerth. Aus einer Wildniß schaffte er sein Gut in einen der gefälligsten Landsitze um, und eine unwirthbare Ebene erhob er zu einem reitzenden Parke. Doch auf diesem der Zurückgezogenheit geweiheten Wohnsitze des stillen Glückes war dem Herzog der blosse Anblick eines Fremden nicht sehr willkommen, und er fand sich dadurch gewissermassen in Verlegenheit gesetzt. Die lauten Zeichen des Beyfalls und der Verehrung, welche seinen Thaten gebührten, fielen ihm noch weit lästiger. Dieß zeigte sich insonderheit bey jener Gelegenheit, als er wegen einer in der Schlacht bey Jena erhaltenen Wunde in das Bad von St. Sauveur reisete, und seine Vaterstadt Leictoure passiren mußte. Die Bewohner, freudetrunken über die Höhe und den Ruhm, welche einer ihrer Mitbürger erreicht hatte, brannten vor Verlangen, ihm ausgezeichnete Beweise ihrer Empfindung zu geben. Auf der vorletzten Poststation, zu Astafort, fand demnach der Herzog eine Ehrenwache, die schon seit acht Tagen auf ihn harrte, und einen prächtigen Triumphbogen mit den schmeichelhaftesten Inschriften. Da überdieß auf der weiteren Fahrt immer neue Ehrenpforten erschienen; so faßte er den Entschluß, auf der letzten Station länger zu verweilen, um in seiner Vaterstadt Nachts unbemerkt anlangen zu können. Doch seine Bescheidenheit wurde getäuscht, denn man eilte sein Vorhaben in der Stadt bekannt zu machen. Als er nun Nachts daselbst ankam, so fand er die ganze Stadt glänzend erleuchtet, die Ehrenwachen unter den Waffen und den Magistrat in feyerlichem Kostum ihn erwartend, der ihn sogleich beym Aussteigen auf dem Wagen bewillkommnete.
 
Die seltenen militärischen Verdienste vereinte der frühe verblichene Held mit allen jenen Eigenschaften, welche den Werth, die Würde und das Glück des Menschen an sich begründen. Daß er dem Donner der Schlachten so oft entgegen eilte und seine Bahne so häufig mit Sieg und Vernichtung bezeichnete, geschahe keineswegs aus dem geheimen Antrieb einer inneren Verwilderung, sondern vielmehr aus der wichtigen Erkenntniß: daß es Pflicht sey, die Sphäre seines Daseyns nicht egoistisch zu verengen, sondern dasselbe nach dem vollen Umfange seiner Kräfte einem grossen Ganzen, dem Vaterlande, zu weihen. Denn eben dieser Krieger, der in drey Welttheilen die Schlachtfelder mit Todten besäen half, war in seinem Privatleben der sanfteste der Menschen, er weihete sich mit liebender Innigkeit, all' jenen Genüssen, welche eine veredelte Menschheit und die schöne Natur nur dem seiner Fühlenden gewähren kann. Für diese letztere hegte Lannes eine enthusiastische Vorliebe. Auf seinem Landgute zu Maisons verlebte Lannes die beschränkte Zahl der ihm gegönnten Ruhetage im Kreise seiner Familie und einiger ausgewählten Freunde. Selbst die kleinsten Geschäfte der Landwirthschaft hielt er seine Aufmerksamkeit nicht unwerth. Aus einer Wildniß schaffte er sein Gut in einen der gefälligsten Landsitze um, und eine unwirthbare Ebene erhob er zu einem reitzenden Parke. Doch auf diesem der Zurückgezogenheit geweiheten Wohnsitze des stillen Glückes war dem Herzog der blosse Anblick eines Fremden nicht sehr willkommen, und er fand sich dadurch gewissermassen in Verlegenheit gesetzt. Die lauten Zeichen des Beyfalls und der Verehrung, welche seinen Thaten gebührten, fielen ihm noch weit lästiger. Dieß zeigte sich insonderheit bey jener Gelegenheit, als er wegen einer in der Schlacht bey Jena erhaltenen Wunde in das Bad von St. Sauveur reisete, und seine Vaterstadt Leictoure passiren mußte. Die Bewohner, freudetrunken über die Höhe und den Ruhm, welche einer ihrer Mitbürger erreicht hatte, brannten vor Verlangen, ihm ausgezeichnete Beweise ihrer Empfindung zu geben. Auf der vorletzten Poststation, zu Astafort, fand demnach der Herzog eine Ehrenwache, die schon seit acht Tagen auf ihn harrte, und einen prächtigen Triumphbogen mit den schmeichelhaftesten Inschriften. Da überdieß auf der weiteren Fahrt immer neue Ehrenpforten erschienen; so faßte er den Entschluß, auf der letzten Station länger zu verweilen, um in seiner Vaterstadt Nachts unbemerkt anlangen zu können. Doch seine Bescheidenheit wurde getäuscht, denn man eilte sein Vorhaben in der Stadt bekannt zu machen. Als er nun Nachts daselbst ankam, so fand er die ganze Stadt glänzend erleuchtet, die Ehrenwachen unter den Waffen und den Magistrat in feyerlichem Kostum ihn erwartend, der ihn sogleich beym Aussteigen auf dem Wagen bewillkommnete.
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Bey der Wiedereinführung des Erbadels in Frankreich war er einer der ersten, dem die herzogliche Würde zu Theil wurde. Napoleon creirte ihm zum Herzoge von Montebello. Auch dieser Name erlangte bald eine Celebrität in der Kriegsgeschichte. Der Herzog von Montbello war es, der [[Belagerung von Saragossa|Saragossa]], das sich mit Verzweiflung vertheidigte, zur Uebergabe nöthigte, der in dem, bisher noch unerhörten, unterirdischen Kampfe die Vertheidiger des festen Platzes überwand und sie zwang, am [[1809 (Spanien und Portugal)#Februar.|21sten Februar 1809]] auf den Ruinen der unterminirten Stadt das Gewehr zu strecken.
 
Bey der Wiedereinführung des Erbadels in Frankreich war er einer der ersten, dem die herzogliche Würde zu Theil wurde. Napoleon creirte ihm zum Herzoge von Montebello. Auch dieser Name erlangte bald eine Celebrität in der Kriegsgeschichte. Der Herzog von Montbello war es, der [[Belagerung von Saragossa|Saragossa]], das sich mit Verzweiflung vertheidigte, zur Uebergabe nöthigte, der in dem, bisher noch unerhörten, unterirdischen Kampfe die Vertheidiger des festen Platzes überwand und sie zwang, am [[1809 (Spanien und Portugal)#Februar.|21sten Februar 1809]] auf den Ruinen der unterminirten Stadt das Gewehr zu strecken.
   
Aus [[Krieg auf der Iberischen Halbinsel (1808 - 1814)|Spanien]] folgte er dem Kaiser nach Deutschland, und war, in dem fünftägigen blutigen Kampfe, womit der [[Feldzug von 1809|österreichisch-französische Krieg]] eröffnet wurde, dem Feldherrn stets zur Seite. Er ließ verschiedene Manöver ausführen, und bezeichnete am [[1809#April.|23sten April]] bey dem Sturme von Regensburg den Ort des Ueberganges; hier ließ er die Sturmleiter von seinen Adjutanten herbeytragen. Bey Eßlingen war das Ziel seines thatenreichen Lebens. Der Kaiser hatte ihm am 21sten May die Vertheidigung dieses Dorfes aufgetragen. Als er aber am zweyten Tage der Schlacht (22sten May), dem erhaltenen Befehle gemäß, die Position von Eßlingen behauptete, um den Rückzug der französischen Armee zu decken, riß ihm eine österreichische Kanonenkugel einen Schenkel weg. Er wurde zum Kaiser getragen, dem er selbst seinen nahen Tod verkündigte, und dann nach Wien gebracht, wo die Kunst vergebens alle Hülfsmittel zu seiner Rettung aufbot, und der Kaiser ihm die höchste Theilnahme bewies. Er starb hier am 31sten May. Napoleon befahl, daß der Körper seines Waffengefährten einbalsamirt und zur feyerlichen Bestattung nach Frankreich gebracht würde. in [[Bordeaux]] ward für ihn am 16ten Junius ein [[Seelenamt]] gehalten. Auf dem Katafalk las man die Namen Eßlingen, Saragossa, Marengo, Abukir, Mantua, Lodi, Arcole und Bassano, nebst der Inschrift: "''Er starb auf dem Felde der Ehre. Für die Nachwelt lebt er! -- Den Manen des Herzogs von Montebello!''"
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Aus [[Krieg auf der Iberischen Halbinsel (1808 - 1814)|Spanien]] folgte er dem Kaiser nach Deutschland, und war, in dem fünftägigen blutigen Kampfe, womit der [[Feldzug von 1809|österreichisch-französische Krieg]] eröffnet wurde, dem Feldherrn stets zur Seite. Er ließ verschiedene Manöver ausführen, und bezeichnete am [[1809#April.|23sten April]] bey dem Sturme von Regensburg den Ort des Ueberganges; hier ließ er die Sturmleiter von seinen Adjutanten herbeytragen. Bey Eßlingen war das Ziel seines thatenreichen Lebens. Der Kaiser hatte ihm am 21sten May die Vertheidigung dieses Dorfes aufgetragen. Als er aber am zweyten Tage der Schlacht (22sten May), dem erhaltenen Befehle gemäß, die Position von Eßlingen behauptete, um den Rückzug der französischen Armee zu decken, riß ihm eine österreichische Kanonenkugel einen Schenkel weg. Er wurde zum Kaiser getragen, dem er selbst seinen nahen Tod verkündigte, und dann nach Wien gebracht, wo die Kunst vergebens alle Hülfsmittel zu seiner Rettung aufbot, und der Kaiser ihm die höchste Theilnahme bewies. Er starb hier am 31sten May. Napoleon befahl, daß der Körper seines Waffengefährten einbalsamirt und zur feyerlichen Bestattung nach Frankreich gebracht würde. in Bordeaux ward für ihn am 16ten Junius ein Seelenamt gehalten. Auf dem Katafalk las man die Namen Eßlingen, Saragossa, Marengo, Abukir, Mantua, Lodi, Arcole und Bassano, nebst der Inschrift: "''Er starb auf dem Felde der Ehre. Für die Nachwelt lebt er! -- Den Manen des Herzogs von Montebello!''"
   
 
Im [[1808|Jahr 1808]] hatte er vom Kaiser Domainen im Hannöverischen -- einen Theil der Aemter Willhelmsburg, [[Harburg]] und Winsen an der Luhe -- mit einer jährlichen Rente von 50,000 Franken als Dotation erhalten.
 
Im [[1808|Jahr 1808]] hatte er vom Kaiser Domainen im Hannöverischen -- einen Theil der Aemter Willhelmsburg, [[Harburg]] und Winsen an der Luhe -- mit einer jährlichen Rente von 50,000 Franken als Dotation erhalten.

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