Jos. Fesch.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fesch, (Jos.) Onkle des Kaisers Napoleon, Cardinal, Erzbischof von Paris, Koadjutor des Fürst Primas xc. xc. gebohren zu Ajaccio den 3. Januar 1763.

War zuerst Canonicus zu St. Miniato im Toskanischen, ward den 15. Aug. 1802 von dem Kardinal-Legat geweiht, zum Erzbschof von Lyon und im Januar 1803 von Pius VII. zum Cardinal ernannt. Kurze Zeit darauf ging er als Gesandter nach Rom. Er wurde mit der größten Auszeichnung von dem Pabste empfangen und erwarb sich durch seine Wohlthaten die Liebe dieser Stadt.

Den 1. Februar 1805 trat er in den Erhaltungssenat, nachdem er kurz vorher zum Großalmosenier von Frankreich ernannt worden war und das rothe Band der Ehrenlegion erhalten hatte. Im July desselben Jahrs überschickte ihm der König von Spanien den Orden des goldenen Vließes. Am .27. May 1806 erklärte ihn der damalige Churfürst Reichserzkanzler, jetziger Fürst Primas in einem Schreiben an den Regensburger Reichstag zu seinem Koadjutor und Nachfolger.

Gegenwärtig befindet er sich in Paris und Napoleon ernannte ihn nach dem Tode des alten Erzbischofs von Paris Debelloy, zu seinem Nachfolger. Im Jahre 1810 legte er seine Coadjutorstelle nieder, und der Vizekönig von Italien ward zum Nachfolger des Großherzogs von Frankfurt ernannt.


Jos. Fesch..[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fesch (Jos.), Cardinal und Erzbischof von Paris.

Er ward geboren zu Ajaccio den 3. Jan. 1763, und ist ein Oheim Napoleon Bonapartes. Er war zuerst Canonicus zu St. Miniato im Toscanischen, ward im Jahr 1802 zum Cardinal-Legaten und Erzbischof von Lyon geweiht, und 1803 von Pius VII. zum Cardinal ernannt. Bald darauf ging er als gesandter nach Rom, woselbst er vom Papst mit der größten Auszeichnung aufgenommen wurde, und sich durch Wohlthaten die Liebe der Einwohner erwarb.

Den 1. Febr. 1805 trat er in den Erhaltungssenat, nachdem er kurz vorher zum Großalmosenier von Frankreich ernannt worden und das rothe Band der Ehrenlegion erhalten hatte. Im Juli desselben Jahrs überschickte ihm der König von Spanien der Orden des goldenen Vließes, und im Mai ernannte ihn der damalige Fürst Primas und Großherzog von Frankfurt zu seinem Coadjutor und Nachfolger, welcher Anwartschaft er jedoch 1810 entsagte, als Napoleon den Vicekönig von Italien zum künftigen Großherzog von Frankfurt bestimmte. Dafür ernannte ihn Napoleon nach dem Tode des alten Erzbischofs von Paris, Debelloy, zu dessen Nachfolger.

Nach dem 30. März zog er sich ganz nach Italien zurück. Nach Napoleons neuem Thronanfall begab er sich, mit dessen Mutter Lätitia, sogleich wieder nach Frankreich, und wurde von dem Usurpator zum Pair ernannt. Nach dem Sturze des Letztern theilte er sein Schicksal mit dem der Familie Bonaparte. Er lebt nun wieder, mit seiner Schwester Lätitia, bei der Fürstin Borghese in Rom.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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