Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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J. J. Lalande.[]

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Lalande, (J. J.) Direktor der Pariser Sternwarte, Inspector des Collêge de France, Mitglied des Instituts und der vorzüglichsten gelehrten Gesellschaften in Europa, Legionnaire xc. geboren zu Bourg en Bresse den 11. July 1732. 1802 hat er dem Institut eine Summe von 10,000 Livres übermacht, um davon einen jährlichen Preis, für die in jedem Jahre beste astronomische Entdeckung oder vorzüglichste Schrift in diesem Fache zu stiften. 1805 gestand ihm Alexander I. von neuem die Auszahlung der Pension zu, welche ihm von Katharinen II. ertheilt und von Paul I. genommen worden war. In demselben Jahre bekannte sich Lalande als Verfasser des republikanischen Kalenders und rechtfertigte sich über dessen Verfertigung damit, daß er nicht gewagt habe, Fabre d'Eglantine sein Verlangen abzuschlagen. Vor der Revolution gab er sich Mühe, als ein Atheist angesehen zu werden; 1793 hielt er, mit der 10then Mütze auf dem Kopfe, im Pantheon eine Rede gegen das Daseyn Gottes. 1805 gab er zu dem Dictionnaire der Atheisten von Silvain Maréchal ein Supplement heraus, in welchem er sich anstrengt, zu beweisen, daß kein Gott sey, und seine Meinung mit Zeugnissen nicht nur von verstorbenen, sondern von noch lebenden Männern begleitet, die gegenwärtig die ersten Ehrenstellen des französischen Reichs bekleiden. Diese, als François de Neuchâteau, haben lebhaft in den Zeitschriften gegen die verleumderische Auslegung protestirt, und der Kaiser ließ ihm, vermöge eines von Schönbrunn den 8. Januar 1806 datirten, Befehls, in einer ausserordentlichen Sitzung des Instituts einschärfen, nichts mehr forthin in Druck zu geben. Im April 1807 starb er.


Quellen.[]

  1. Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
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