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Cüstrin, Hauptstadt und Festung in der Neu-Mark Brandenburg, auf einer Ebene an dem Einflusse der Warte in die Oder.

Häuseranzahl etwa 700 mit etwa 5000 Einwohner ohne das Militär. Sie ist auf einen Seite mit der Warte und auf die andern mit der Warte und Oder, sonst aber überall mit breiten Morästen umgeben. Von der langen Vorstadt geht der große Damm mit 36 Brücken, auf welchen man bei 3/4 Meilen lang über die Moräste passiren muß.

Im J. 1758 wurde die Stadt von den Russen bombardirt. Friedrich kam ihr aber zu Hülfe und schlug die Russen bei Zorndorf.

Im J. 1806 wurde diese durch Natur und Kunst starke Festung bald nach der jenaer Schlacht von dem damaligen preußischen Commandanten, Obristen von Ingersleben, wiewohl derselbe mit allem Erforderlichen reichlich versehen war, und dem noch kurz vorher persönlich anwesenden Könige versprochen hatte, sich bis aufs äußerste zu vertheidigen, auf eine unerhört schimpfliche und verrätherische Weise den kaum davor erschienenen französ. Truppen übergeben, welche sie auch nach dem Frieden besetzt hielten.

Nachdem die Franzosen 1813 aus dem Brandenburgischen Vertrieben waren, wurde Cüstrin von dem Generalmajor von Hinrichs bloquirt; der Gouverneur des Platzes, General Fournier d'Albe hielt sich aber auf das äußerste, und ergab sich erst am 7. März 1814, nachdem ein großer Theil der Besatzung und der Einwohner durch Hunger und Elend waren aufgerieben worden.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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