Biographien.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(1811) Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811.

(1816) Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.


Carl, Fürst von Schwartzenberg.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


SLUB Dresden.

Schwartzenberg (Carl Fürst von) [1] gebohren den 15. Aprill, 1771 kaiserlicher Kämmerer, Feldmarschallieutenant, Großkreuz des Theresienorderns, Ritter des goldnen Vliesses xc. diente in dem ersten Feldzuge gegen die Franzosen als Oberstlieutenant und Adjudant des Generals Clairfait, und zeichnete sich vormehmlich in dem Gefecht von Quiverain aus. Während des Feldzugs von 1793 kommandirte er einen Theil der Avantgarde des Prinzen von Koburg und that sich von neuem im July bey Valenciennes hervor, im October bey Oisy, Estreux und Landrecy, und drang mit einem Theil der Armee gegen Guise und bis St. Quentin vor; und da er den 27. Aprill 1794 bey der Affaire zwischen Bouchain und Cambray von neuem die größte persönliche Tapferkeit und Einsicht an den Tag legte, erhielt er auf dem Schlachtfelde den Theresienorden. Weniger glücklich war er in der Nacht vom 24. Juny 1796 zu Kehl: er wurde überrumpelt, doch während des übrigen Theils dieses Feldzuges zeigte er von neuem Muth und Geschicklichkeit, und that sich auf eine ganz besondere Weise den 3. September in der Schlacht von Würzburg und den 16. in dem Angriffe auf Dietz hervor. Bey dem Wiederausbruche der Feindseligkeiten 1805 ward er von neuem bey der Armee angestellt, befand sich in Ulm, und schlug sich bey dem Angriffe der Franzosen auf diese Stadt mit dem Erzherzog Ferdinand nach Böhmen durch. Im Jahre 1808 ward er zum Feldmarschallieutenant und zum Bothschafter am Petersburger Hofe ernannt. Bey dem Ausbruche des Kriegs 1809 verließ er diesen Posten, und wurde zum Bothschafter am Französischen Hofe ernannt. Das Unglück, welches sein Hotel bey der Vermählungsfeyerlichkeit traf, ist bekannt. Sein Bruder, der regierende Fürst Joseph Johann, ist geboren 1769, Ritter des goldenen Vliesses und Präsident der k. k. Wohlthätigkeitshofkommission.


Fürst Carl Philipp von Schwarzenberg.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Schwarzenberg (Fürst Carl Philipp von Schwarzenberg),[2] kaiserlich österreichischer General-Feldmarschall, geboren den 15. April 1771, trat zeitig in den Waffendienst und wurde beim Ausbruche des ersten Kriegs mit Frankreich Adjutant des Grafen Clairfait. In dem Gefecht von Quievrain (1. Mai 1792) fand er Gelegenheit, sich rühmlich auszuzeichnen. Im folgenden Feldzug commandirte er einen Theil der Avantgarde des Prinzen Coburg. Bei dem Ueberfall von Aldenkirchen, bei der Belagerung von Valenciennes und bei dem großen Gefecht zwischen Bouchain und Crambrai (27. April 1794) zeigte der Fürst so viel Tapferkeit, Talent und Geistesgegenwart, daß ihm auf dem letztern Schlachtfelde das Kreuz des Marien Theresien-Ordens als Belohnung zu Theil wurde. 1796 war er als Obrister und Commandant des Kürassierregiments Zscheschwitz bei dem Corps von Wartensleben angestellt, und wurde nach der Schlacht von Würzburg zum Generalmajor befördert. 1802 wurde ihm die Gesandtschaft am Petersburger Hofe angetragen, die er aber ablehnte. Bei dem Ausbruche des neuen Kriegs mit Frankreich im J. 1805 war er einer der drei österreichischen Generalofficiere, die mit dem Baron Winzingerode, Generaladjutanten des Kaisers Alexanders, den Plan zu diesem Feldzuge verabredeten. Bei Ulm commandirte er den rechten österreichischen Flügel. Nachdem alles hier verloren war, schlug er sich mit dem Prinzen Ferdinand mit einigen Cavallerieregimentern durch und entkam so nach Böhmen. Nach dem Presburger Frieden wurde er zum österreichischen Ambassadeur bei Napoleon ernannt, eine Stelle, die er mit eben so vieler Gewandtheit als Würde ausfüllte, so viel er auch häufig von den Launen desselben zu dulden hatte. Die Unterhandlungen über die Vermählung Napoleons mit der Erzherzogin Marie Luise wurden von ihm geleitet. In dem russischen Feldzuge, zu welchem Oesterreich nach dem Tractat von 14 März ein Hülfscorps zu stellen hatte, wurde Fürst Schwarzenberg zum Befehlshaber desselben ernannt. Dieses 30,000 Mann starke Corps wurde in Gallizien versammelt und passirte in den ersten Tagen des Julius den Bug, verfolgte die sich zurückziehenden Russen und besetzte am 11. die wichtige Position von Pinsk. Im August erhielt der Fürst von Napoleon den Oberbefehl über die auf seinem rechten Flügel operirenden Armee und über das 7te (aus Sachsen bestehende) Corps, und es gelang ihm, gegen Tormassow einige Vortheile zu erhalten. Im Monat October mußte er sich jedoch vor der verstärkten russische Armee unter Tschitschakow und Tormassow unter nachtheiligen Gefechten ins Großherzogthum Warschau zurückziehen. Wahrscheinlich war in diesem Zeitpunkte, vermöge geheimer Instructionen, die Thätigkeit des Fürsten nur noch negativ. Sein Armeecorps blieb bis zum Februar 1813 in der Position von Pultusk. Am 9. dieses Monats verließ er dasselbe, ging nach Wien und erhielt den Oberbefehl über die sich in Böhmen versammelnde Observationsarmee, welcher im August nach der Kriegserklärung Oesterreichs sich ein Theil der preuß. und rußischen Heere anschloß. Fürst Schwarzenberg ward zum Generalissimus der gesammten gegen Frankreich operirenden Armeen ernannt, denn die sich bei der Hauptarmee in Person befindenden Monarchen enthielten sich alles eigentlichen Commando's. General Radezky war unter dem Fürsten Chef der Generalstabs. Die erste Operation der große Armee gegen Dresden war indessen nicht glücklich (s. Dresden im J. 1813), und ohne die Catastrophe des Generals Vandamme bei Culm (s. d. Art.) hätte der ganze Feldzug eine höchst bedenkliche Wendung nehmen können. Wegen der weitern Geschichte diese und des nächstfolgenden Feldzugs bis zum Frieden von Paris verweisen wir auf die Art. Russisch-deutscher Befreiungskrieg]] und Leipzig (Schlacht von). Nach der Rückkehr Napoleons von Elba erhielt der Fürst den Oberbefehl über die Verbündeten Armeen am Oberrhein. Am 22. Junius ging er mit den Russen und Oesterreichern über den Rhein; die Bayern waren bereits vorgerückt. Dem Plane diese Feldzugs gemäß sollten alle Armeen der Verbündeten unter den Mauern von Paris zusammentreffen. Aber schon durch die Schlacht von Waterloo und die zweite Abdankung Napoleons war der ganze Feldzug beendet. Fürst Schwarzenberg ist gegenwärtig Präsident des Hofkriegsraths. Er ist seit 1799 mit der verwittweten Fürsten Esterhazy, einer gebornen Gräfin Hohenfeld, vermählt. Die militärischen Talente des Fürsten im Ganzen sind nur von Wenigen in Zweifel gezogen worden, wohl aber haben einzelne seiner Operationen sowohl an sich, als in ihrer Leitung einer gerechten Kritik unterliegen müssen. Zu diesen gehört unter andern die Operation gegen Dresden, bei welcher die ganze verbündete Armee auf das Spiel gesetzt wurde. Auch will man die Dispositionen in den Tagen von Leipzig nicht loben und behauptet, daß schon hier die ganze französische Armee habe vernichtet werden können; in den Ebenen von Champagne, an jenen kritischen Tagen, wirft man dem Fürsten ebenfalls Mangel an Energie und Zuversicht vor. Darin indessen stimmen alle Urtheile überein, daß es wenige Heerführer möchte gegeben haben die, wie er, verstanden, durch das angemessenste und versöhnlichste Betragen die bei einer aus so heterogegen Bestandtheilen zusammengesetzten Armee unvermeidlich verschiedenen Ansichten zu vermitteln und zu einigen.


F. M. L. Schwarzenberg bei Hohenlinden.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Der 3. December 1800. [3]

In dieser für Oesterreichs Waffen unglücklichen Schlacht befehligte F. M. L. Schwarzenberg das erste Treffen des rechten Flügels.

Schon am Vorbereitungstage der Schlacht (2. Dec.) vertrieb er die feindliche Vortruppen aus allen Stellungen, welche sie diesseits der Iser inne hatten.

Am 3ten drückte er den Divisions-General Grenier, ungeachtet der kräftigsten Gegenwehr, welche dieser leistete, bis auf Hohenlinden zurück. Am Mittag Sieger über des Feindes linken Flügel, musste der Fürst in seinen Bewegungen inne halten, weil er gewahrte, dass der eigene linke, und der Mittelpunkt seinen vorgreifenden Bewegungen nicht folge. Seine Stellung behauptend erhielt er am Abende Befehl zum schleunigen Rückzug. Nun griff der Feind mit neuen Kräften und doppelten Anstrengungen an, und bemächtigte sich eines Waldes im Rücken der Oesterreicher, woraus er jedoch gleich wieder geworfen wurde. Mitten im Gefechte brachte ein Adjutant Greniers die Aufforderung zur Uibergabe. Schwarzenberg liess ihn festhalten, und sein Fussvolk trat, während er das Feuer seiner Batterie verstärkt gegen die andringenden Feinde spielen liess, den Rückzug an. Zugleich beschäftigte der Fürst mit der Reiterey den Feind so nachdrücklich, dass er das ganze Geschütz rettete. Beim Anbruch der Nacht war seine Heeresabtheilung in Sicherheit. Der feindliche Feldherr Moreau äusserte nach der Schlacht: "Er könne über Grenier nur ungehalten seyn, dass ihn das Gefecht nicht belehrt habe, an solchem Gegner sey die Aufforderung, sich mit den Waffen in der Faust gefangen zu geben, ein Missgriff."


Eine kurze Notiz.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


[4] Der Fürst Karl von Schwarzenberg, welcher die österreichischen Truppen kommandirt, die mit der großen französischen Armee in Rußland vereinigt sind, ist ein General von dem größten Verdienst. Folgendes ist eine kurze Notiz über diesen Prinzen:

Die Militärreputation dieses Generals steigt schon bis zu einer ältern Zeit hinauf. Er ward den 15ten April 1771 geboren. Ausgezeichneter noch durch seine Talente, seine Kenntnisse und sein Militärverdienst, als durch seinen durchlauchtigen Ursprung, trat er in den Dienst. Schon im Jahre 1793 kommandirte er die Avantgarde der Armee des Prinzen von Koburg. In den Gefechten bey Oisy, Estreux und Landrecies legte er seine Geschicklichkeit an den Tag. Die Tapferkeit, die er vor Bouchain und Kambray am 27sten April 1794 bewies, verschaffte ihm den Marientheresienorden. Nachdem er sich in dem Feldzuge von 1805 ausgezeichnet, erhob ihn der Kaiser, der sein Verdienst erkannte, im Jahre 1808 zum Feldmarschalllieutenant, und ernannte ihn in der Folge zu der Ambassade nach St. Petersburg, die er im Jahre 1802 ausgeschlagen hatte.


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1812]

Wien, den 29sten April. [5]

Das Gerücht geht, daß der Fürst Karl von Schwarzenberg bald von Paris zurückkehren und eine ausgezeichnete Anstellung bey der österreichischen Armee erhalten werde.


Stuttgardt. dem 8ten May.

Heute Vormittag ist der kaiserl. österreichische Bothschafter, Fürst von Schwarzenberg, aus Paris mit Gefolge hier angekommen. Er setzte nach eingenommenem Frühstück seine Reise nach Wien fort. Dieser Fürst soll Ihre Kaiserl. Majestäten von Osterreich auf der nahen Reise nach Dresden begleiten.


Wien, den 14ten May.

Der kaiserl. königl. General der Kavallerie, Fürst von Schwarzenberg, Bothschafter in Frankreich, ist gestern aus Paris hier eingetroffen.


Wien, den 23sten May.

Der Feldmarschall, Fürst von Schwarzenberg, ist gestern zu der Armee nach Gallizien abgereiser. Herr Stürmer, der vormals bey der Ambassade zu St. Petersburg angestellt war, begleitet ihn. Mehrere Artillerietrains, viele Pferde, Wagen und Feldbagage sind zu dieser Armee abgegangen.


Augsburg, den 26sten May.

Briefen aus Wien zufolge wird der General Fürst von Schwarzenberg, Ambassadeur bey dem kaiserl. französischen Hofe, die in Gallizien versammelte österreichische Armee en Chef kommandiren.


Lemberg, den 1sten Juny.

Am 30sten May, des Morgens um 2 Uhr, sind Se. Durchlaucht, der kaiserl. königl. General der Kavallerie, Fürst von Schwarzenberg, hier angekommen. Gegen 9 Uhr empfingen Se. Durchlaucht in Ihrer Wohnung die hier anwesenden Herren Generale und das gesammte Officierkorps, und wohnten dann um 11 Uhr der Wachtparade bey, die besonders glänzend war.


Warschau, den 23sten July. [6]

Der Fürst von Schwarzenberg ist von Prozana nach Slonim aufgebrochen.


Wien, den 3ten Oktober. [7]

Der Fürst von Schwarzenberg ist, zum Beweise der Zufriedenheit mit seinem Kommando, zum Generalfeldmarschall ernannt worden.


ReiterbildSwartzenburgh1300.jpg


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  2. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  3. Historischer Militair-Almanach des 16. 17. 18. und 19. Jahrhunderts. Mit besonderer Hinsicht auf das letztere, und den oesterreichischen Kaiserstaat. Mit 15 Portraits, für Freunde der neueren und neuesten Kriegsgeschichte von Johann Ritter von Rittersberg. Prag bei C. W. Enders 1825.
  4. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 232. Donnerstag, den 26. September/8. Oktober. 1812.
  5. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 111. Mittewoch, den 8. May 1812.
  6. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 190. Donnerstag, den 8/20. August 1812.
  7. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 245. Freytag, den 11/23. Oktober 1812.


Porträten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


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