Kaufbeuren.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kaufbeuren,[1] ehemalige freye Reichsstadt in Schwaben, an der Wertach, in dem Wertacher Thal, zwischen dem Fürstenthum Augsburg und den Abteyen Kempten und Irsee. Die Bürger sind theils lutherisch, theils katholisch; und der Rath bestund aus 8 Gliedern von der erstern, und aus 4 von der leztern Religion. Die Stadt hat 475 Häuser und 4,200 Einwohner. Die hiesigen Manufakturen und der Handel mit Barchent, Leinwand und Cotton sind sehr beträchtlich. Man zählt 400 Leinen- und Kattunweber, jährlich werden 30,000 Stück Kattun hier gewebt, gedruckt, gebleicht und versendet. Der Flächeninhalt des Gebiets beträgt 1½ Quadratmeilen; es enthält 11 Dörfer und ausser der Stadt noch 2,645 Einwohner. Die reinen Einkünfte schäzte man auf 20,000 Gulden. Im J. 1802 wurde dieser Reichsstadt dem Kurfürsten von Pfalzbaiern zugetheilt. Sie ist jezt der Sitz eines Landesgerichts, welches ausser dem Gebieth der Stadt, die Abtey Irsee und die Herrschaft Osterzell umfaßt. Ihr Matricularanschlag ist 53 fl. 20 kr. und der Beytrag zu einem Kammerziel, 55 Thlr. 81½ kr.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
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