Kempten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Charte vom Königreiche Bayern nach seiner neuesten Eintheilung vom Jahre 1808.

Kempten,[1] evangelische ehemalige freye Reichsstadt im Algau, an der Iller, in Schwaben. Sie hat eine feine Pfarrkirche und ein 1805 neu eingerichtetes Gymnasium. Ueber die Iller geht hier eine Brücke, und eine halbe Meile von der Stadt wird der Fluß für Flöße schiffbar, daher hier eine gute Niederlage von Italienischen und Niederländisch Waaren, und ein starker Leinwandhandel ist, der jedoch in neuern Zeiten abgenommen hat. Ausser den Leinwebereyen und Druckereyen ist auch der Handel mit Rauchwerk, Wolle und Bayrischem Salze nicht ohne Bedeutung. Im J. 1789 zählte man daselbst 3,154 Seelen. Die Stadt hat ausser ihrer Markung kein Gebiet, sondern nur zerstreute Güter und Unterthanen. Die jährliche reine Einnahme berechnet man auf 12,000 Gulden. Im J. 1802 kam die Stadt an Bayern, und ist nun der Hauptort des Fürstenthums Kempten, und zugleich der Sitz einer Regierung, welcher der südliche Theil der neuen Besitzungen Bayerns in Schwaben zugetheilt ist. 1804 wurde Kempten auch der Hauptsitz eines der 4 Landes-Commissariats-Distrikte, in welche die Pfalzbayrischen Besitzungen in Schwaben zerlegt sind. Es umfaßt die Landgerichte Kempten, Grönenbach, Ober-Günzburg, Oberdorf, Füßen, Sonthofen, und die Städte Ravensburg, Leutkirch, Wangen und Buchhorn.

Das Landgericht Kempten enthält die ehemals Kemptischen Aemter diesseits der Iller, nebst Sulzberg und Wolkenberg. Der Matricularanschlag der Stadt ist 52 fl. und zu einem Kammerziel giebt sie 50 Thlr. 67½ kr. Ihr Wappen ist ein oben herab getheilter, halb schwarzer und halb vergoldeter Reichsadler, auf dessen Brust ein blauer Schild mit einem silbernen K ruhet. Kempten steht an der Stelle des alten Campodunum.


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1812]

Vom Mayn, vom 17ten August. [2]

Die bayersche Generaldirektion des Wasser-, Brücken- und Straßenbaues machte dem Publikum bekannt: daß die zwischen Kempten und Lindau angelegte neue Chaussee jetzt von den schwersten Lastwagen befahren werden kann, und daß die Straße zu den bequemsten des Königreichs gezählt werden muß, wiewohl sie über hohe Berge geführt ist.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
  2. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 209. Freytag, den 30. August /11. September 1812.
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