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Marienflies.Bearbeiten


Marienflies,[1] an der Stepenitz, Pfarrdorf und Kloster für eine Domina und 6 lutherische adeliche Fräulein im Pritzwalkischen Kreis, in der Prignitz.


Kloster Marienfliess an der Stepenitz.Bearbeiten


[2] Die Freiherrlich von Puttlitzsche Familie, deren Vorfahren dieses Kloster gestiftet, hat über dasselbe das Patronat und verschiedene andere Gerechtsame. In dem Kloster sind, ausser der Domina, 6 Conventualinnen mit voller, und 2 Minoren mit geringerer Hebung, welche sämmtlich von Lutherischer Religion und von Adel seyn müssen. Die Domina wird bei entstehender Vakanz von den anwesenden Conventualinnen per majora gewählt; der Wahltermin aber der Freiherrlichen von Puttlitzschen Familie, als Patronen, notificirt, um dem Termin in Person oder durch einen Bevollmächtigten beiwohnen zu können. Die Confirmation der neuen Domina wird beim Landesherrn nachgesucht. Zu den erledigten Präbenden ascendiren vorzugsweise die Königl. Expectantinnen. Sollte deren keine vorhanden seyn, so conferirt das Klosterconvent die vakante Stelle. Die Aufzunehmende muss aber auch bei dem Seniore der v. Puttlitzschen Familie Ansuchung thun, und darf nicht eher, als bis sie sich dem Patrono präsentirt hat, ins Kloster aufgenommen werden. Domina und Conventualinnen sind auch verbunden, bei ihrer Wahl vorzüglich auf Subjecte von der Familie der Patronen zu reflectiren. Die Königin hat das Jus primariarum precum.

Der Vorsteher des Klosters, welcher von Adel seyn muss, und die Gerechtsame des Klosters wahrzunehmen, so wie dessen ökonomisch Angelegenheiten zu besorgen hat, wird von dem Capitul mit Rath, Wissen von Vollwort der Patronen gewählt, und bedarf keiner Landesherrlichen Confirmation. Wenn eine Conventualin über drei Monate aus dem Kloster abwesend ist, ohne durch Krankheit dazu veranlasst zu seyn, so muss sie sich gewisse sogenannte Absenzgelder abziehen lassen. Die Erben einer verstorbenen Conventualin erhalten eine vierwöchentliche Hebung, und eine Entschädigung wegen der Wohnung.


Quellen.Bearbeiten

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
  2. Handbuch über den Königlichen Preussischen Hof und Staat für das Jahr 1804. Berlin, bei Johann Friedrich Unger.
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