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PanoramaKrasinskiPalast1795 NMW


Von Reisende.Bearbeiten

Friedrich Schulz. [1]

[1793]

Der Pallast der Republik, ehemals Krasinski *), fällt auch, unter allen übrigen, mit am besten in die Augen. Er besteht aus einem einzigen Korps und nimmt einen Theil eines ganz geräumigen Platzes ein, auf welchem auch, ihm gegenüber, das Theater steht. Linker Hand hat er ein langes, ansehnliches Gebäude zur Seite, das den Platz schließt und meist zu Wohnungen für die Schauspieler und Schauspielerinnen eingerichtet ist. Auf der andern, Seite, am Eingange dieses Platzes, dem ansehnlichen Gebäude des Packhofes und der Mauth gegenüber, steht eine höchst ungeschlacht Spitzsäule von -- Holz.

*) Auf der Masauerstraße ist noch ein Krasinskischer Pallast, den man mit diesem nicht verwechseln muß. Vergl. Berl. Mon. Schr. 1. c. S. 558.

Jener Pallast ist der Schatzkommission (dem Finanzkollegium) von der Republik zum Spitze eingeräumt worden. Einen Theil des obern Stockes hatte der nicht unirte Griechische Bischof, den man wegen Anzettlung eines Aufstandes unter den polnischen Unterthanen jenes Bekenntnisses, aufgehoben hatte, als -- Gefängniß inne. Es ist bekannt, daß unsre Regierung die Verhaftnehmung dieses Mannes dem Konstitutions-Reichstage, als eine Beschwerde, in der Kriegserklärung vom 18 May 1792, mit zur Last legte.

An diesem Pallaste ist ein angenehmer Garten, von dem ich weiter unten noch einige Worte sagen werde, wenn ich auf die öffentlichen Vergnügungen der Einwohner von Warschau komme.


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Quellen.Bearbeiten

  1. Reise eines Liefländers von Riga nach Warschau, durch Südpreußen, über Breslau, Dresden, Karlsbad, Bayreuth, Nürnberg, Regensburg, München, Salzburg, Linz, Wien und Klagenfurt, nach Botzen in Tyrol. Berlin, 1795. bei Friedrich Vieweg dem ältern.
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