Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Chronologische Uebersicht der Kriegsereignisse in Spanien und Portugall.[]


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1808.[]

Nach der Besitznahme Portugalls, 30. Nov. 1807, dekretirt Napoleon am

1. Januar 1808, daß Portugall 100 Millionen Francs Kontribution zahle, französische Besatzung einnehme, eine franz. Interimsregierung und General Junot zum General-Gouverneur erhalte. Wenige Tage später, am

3. Januar, nimmt auch der König von Spanien den Beschluß von Mailand wegen der Besetzung Spaniens durch 40000 Mann Franzosen an.

27. Januar langt die am 29. November 1807 aus Lissabon geflüchtete königl. Familie von Portugall, in Brasilien an.

17. Februar, die Franzosen bemeistern sich der Zitadelle von Pampeluna, nehmen darauf Barcellona, St. Sebastian und Figueras in Besitz und verbreiten sich im ganzen nördlichen Spanien.

17. März, Anfang der Revolution in Spanien. Der verhaftet gewesene Kronprinz erregt eine Revolution gegen den mächtigen Friedensfürsten, der darauf verhaftet wird. Carl IV. entsagt zu Gunsten seines Sohnes, Prinzen von Asturien, der Krone am

18. März und der Prinz von Asturien, Ferdinand, wird zum König proclamirt, als Ferdinand VII., jedoch schon am

21. März protestirt König Carl IV. von Neuem, durch französischen Einfluß geleitet, gegen seine Thronentsagung, in folgenden Worten: "Ich protestire und erkläre, daß mein Beschluß vom 17. März, durch den ich der Krone zu Gunsten meines Sohnes entsagte, eine Handlung ist, wozu ich gezwungen worden bin, um größeres Unglück zu verhüten und das Blutvergießen meiner vielgeliebten Unterthanen zu verhindern." Ich der König.

22. März 1808, König Ferdinand VII. verläßt Madrid, und am

23. März rückt unter dem Oberbefehl des Großherzogs von Berg ein franz. Armee-Corps daselbst ein.

17. April. Die Protestation Carls IV. wird zu Madrid bekannt gemacht und erregt daselbst große Sensation; nachdem der König am

20. April noch eine Proklamation an die Spanier erlassen hat, geht er mit der Königin nach Frankreich ab, wohin ihm Ferdinand VII., der Infant Don Carlos und der Friedensfürst nachfolgen.

21. April. Zu Toledo fließt das erste Blut bei Bekanntmachung der Protestation Carls IV. Auch zu Madrid erhebt sich am

2. May eine ausserordentlicher Volksaufstand, als der letzte Rest der königlichen Familie, die Königin von Hetrurien mit ihrem Sohne dem Don Franciscus Madrid verlassen sollten. Sehr aufgebracht durch die am 5. April geschehene Wegbringung des Degens Franz I., den die Spanier einst bei Pavia erbeutet und als Siegestrophä im Rathhaus aufbewahrten, fielen sie jetzt wüthend über die Franzosen her, Murat ließ 10000 Mann mit Artillerie einrücken, und es begann ein so furchtbares Gemetzel, daß über 1500 Spanier auf den Straßen todt blieben; jedoch auch nicht viel weniger Franzosen ihr Leben einbüßten.

6. May 1808. Napoleon zwingt Ferdinand VII. endlich zu Bayonne zur Entsagung der spanischen Krone, er übergiebt selbe am

8. May, nebst seinem Vater, dem Kaiser Napoleon mit allen Rechten über dieselbe. Carl IV. verleiht noch übrigens dem Marschall Murat die Würde eines Generallieutenants von Spanien, bestimmt ihn zum Präsidenten der Regierungs-Junta zu Madrid, und befiehlt allen Behörden Spaniens ihm zu gehorchen. Darauf geht der König und die Königin mit dem Friedensfürsten nach Compiegne ab, und Ferdinand wird im Schloß Valencey eng eingeschlossen; die dem König Carl versprochene Pension, so unangemessen sie auch war, wurde späterhin jedoch sehr unrichtig ausgezahlt.

12. May. Auch die Infanten Carlos und Antonio entsagen ihren Thronrechten und gehen nach Compiegne.

13. May. Die Regierungs-Junta zu Madrid verlangt von Napoleon einen neuen König.

26. May. Napoleon ruft die spanischen Cortes auf den 15. Juni nach Bayonne zusammen.

30. May. In Spanien beginnt es unruhig zu werden, Palafox in Saragossa, Castannos im Lager von St. Roche, erheben sich, so wie alle anderen Provinzen Spanien gegen Frankreich, und überall werden Junta'n errichtet. In Sevilla ersteht eine Central-Junta, die das Volk im Namen Ferdinands des VII. zum Kriege auffordert und ein Manifest an Europa erläßt. Blacke bildet eine Armee in Asturien, Cuesta in Leon, Castannos und Reding in Andalusien, Vives in Catalonien, und Palafox in Arragonien.

5. Juni. Napoleon ernennt seinen Bruder Joseph zum König beider Indien, und an demselben Tage erklärt die Junta zu Sevilla förmlich den Krieg gegen Frankreich, und erläßt einen glühenden Aufruf an Spaniens Bewohner zur Vertheidigung des Vaterlandes, der einen allgemeinen Aufstand verursacht, und schon am

9. Juni 1808 fordert der spanischen General Morla, der Cadix zum Aufstand bewegt, die französische Flotte im Hafen von Cadix unter Admiral Rosely zur Uebergabe auf, und läßt sie nach erhaltener Weigerung heftig beschießen, worauf sie sich am

14. Juni auf Kapitulation ergiebt; die Kapitulation wird jedoch, was ein Schattenlicht auf die Junta zu Sevilla wirft, nicht gehalten, sondern die Soldaten und Offiziere, statt eingeschifft zu werden, in enge Gefängnisse gesteckt, worin mehrere gestorben sind, was sich wohl nur einigermaßen durch die allgemein herrschende Bitterkeit entschuldigen läßt.

15. Juni. Die von Napoleon errichtete spanische Reichsversammlung (Junta) wird zu Bayonne eröffnet.

28. Juni. Der französ. General Moncey trifft mit 15000 Mann vor Valencia ein, und fordert nach einem heftigen Feuer die Stadt zur Uebergabe auf, muß jedoch nach einigem Verlust unverrichteter Sache wieder abziehen. General Dupont, der mit 18000 Mann in Andalusien eingedrungen war, Cordova erstürmt und geplündert hatte, (7. Juni) wird vom General Reding, der die ganze Provinz zu den Waffen gerufen, zurückgedrängt.

2. Juli. Die Franzosen greifen die Aussenwerke des von Palafox vertheidigten Saragossa an, und erobern das Kloster des h. Joseph, auch wird der Bau einer Brücke über den Ebro angefangen. In mehreren Gegenden des nördlichen Spaniens fielen bis zum 8ten Juli mehrere Gefechte mit abwechselndem Erfolg vor.

3. Juli 1808. Der franz. General Caulincourt erobert Cuenza und läßt es plündern. Zwischen England und der spanischen Nation wird ein Friedens- und ein Freundschaftsbund geschlossen; auch die portugiesische Junta zu Oporto, die ebenfalls das franz. Joch abgeschüttelt hat, erklärt, daß sie sich mit der spanischen Nation im Friedenszustande befinde.

5. Juli. Der franz. General Reille greift die Catalonier an, welche Figueras blokiren und zerstreut sie.

7. Juli. Der König Joseph beschwört die neue Konstitution Spaniens, welche die große spanische Junta zu Bayonne in der 12ten und letzten Sitzung annimmt und verläßt am

10. Juli Bayonne, um nach Madrid zu gehen.

12. Juli. Der spanische General Cuesta wird bei Medina del Rio Secco vom Marschall Bessieres geschlagen.

16. Juli. Der französische General Merlin erobert Bilbao nach lebhaftem Widerstande.

19. Juli. Schlacht bei Baylen. Nach dem furchtbarsten Kampfe von beiden Theilen und gänzlicher Ermattung seiner Truppen wird General Dupont durch General Castannos gezwungen mit 14000 Mann das Gewehr zu strecken, und sich hinter den Ebro zurückzuziehen.

20. Juli. König Jo eph hält seinen Einzug in Madrid, wird jedoch von dem erbitterten Volke mit Steinwürfen in seinen Wagen begrüßt.

23. Juli. General Merlin erobert Sant Ander.

26. Juli. Marschall Bessieres nimmt Leon ein.

29. Juli 1808. Das erste englische Armee-Corps unter Sir Arthur Wellington landet an der Küste Portugalls in der Bay von Mondego.

1. August. König Joseph verläßt das kaum betretene Madrid und zieht sich hinter den Ebro zurück.

2. bis 3. August. Heftiges Bombardement von Saragossa und am

4. August wird von den Franzosen unter General Duhesme ein allgemeiner Sturm darauf gewagt; schon hatten sie 14 befestigte Klöster, den größten Theil der Stadt, das Arsenal und alle Magazine in ihrer Gewalt, dennoch wurden sie wieder zurückgeworfen. Palafox schlägt die angebotene Kapitulation ab, und erwiedert: ein unversöhnlicher Krieg!

5. August. Der spanische General Spencer vereinigt sich mit 5000 Mann mit den Engländern, und am

10. August rückt Wellington, der sich noch bei Leyria mit einem Corps von 6000 Mann, von Oporto kommend, verstärkt, auf Lissabon los.

11. August. Die Junta von Castilien erklärt die Abdankung Carls IV., die Entsagung der Infanten, kurz alles, was von der Junta in Bayonne angenommen worden, für erzwungen und ungültig.

12. August. Erstes Gefecht zwischen den anglo-portugiesisch-spanischen Truppen und den Franzosen bei Caldas zum Nachtheil der letzteren.

14. August. General Duhesme hebt die Belagerung von Saragossa auf und geht über den Ebro zurück.

17. August. Die unter den Befehlen des Marquis de la Romana sich auf Fühnen und Langeland befindenden spanischen Truppen, wohin sie sich durch eilige heimliche Märsche vom Armee-Corps des Marschalls Bernadotte zurückgezogen hatten, gehen, 9000 Mann stark, auf englischen Schiffen nach Spanien ab.

17. August 1808. Die Engländer greifen den auf den Anhöhen von Rolica an der westlichen Küste in Portugall gelagerten franz. General Laborde an und nöthigen ihn zum Rückzuge, worauf am

18. August Wellington die Stellung bei Lourinha einnimmt, die Ausschiffung der englischen Verstärkung unter General Anstruther beschützt und sich auf den Anhöhen von Vimeira lagert, hier auch am

21. August vom General Junot mit 16000 Mann angegriffen wird. Junot wird jedoch mit einem Verluste von mehreren 1000 Mann und 21 Kanonen zurückgeschlagen, und sieht sich genöthiget am

22. August einen Waffenstillstand einzugehen.

-- -- König Joseph nimmt sein Hauptquartier in Burgos. Der englische General Sir John Moore landet mit Verstärkungen, wodurch die englische Armee auf 32000 Mann wächst.

24. August. Ferdinand VII. wird von den spanischen Cortes von Neuem zum König proclamirt.

28. August. Die ersten Versuche, um das spanischen Amerika in Revolutionszustand zu bringen, schreiben sich von dieser Zeit her. Joseph Napoleon gab an M. Dumolar, und 30 nach Baltimore gesendeten Agenten folgende merkwürdige Instruktion: "Jeder Commissair oder Agent en Chef kennt den Distrikt, in welchen er gesandt ist, und der Charakter der Einwohner wird ihm ohne Mich diejenigen anzeigen, welche geschickt genug sind, ihnen Instruktionen mitzutheilen, die nöthig sind, dem Volk die Vortheile zu zeigen, die sie beim Abwerfen des europäischen Jochs genießen können u. s. w. Wie sehr diese Lehren Wurzeln schlagen, hat die Folge bewiesen.

30. August 1808. Als Folge des Waffenstillstandes vom 22. August wird zwischen dem englischen General Dalrimple und dem französischen Marschall Junot, Herzog von Abrantes, ein Definitiv-Vertrag der Räumung Portugalls franz. Seits zu Cintra geschlossen, nach welchem der Fluß Sifandra die Scheidungslinien beider Armeen bilden, die franz. Soldaten in keinem Fall als Kriegsgefangene betrachtet, und die Artillerie von franz. Calibre, so wie die Pferde der Reiterei, und sämmtliche Mannschaft auf Transportschiffen nach Frankreich geschafft werden soll, welches auch mit 25000 Mann geschah. Diesem Verein folgte am

3. September ein zweiter, zw. dem sich mit 9 Kriegsschiffen und einer Fregatte im Tago befindenden russ. Admiral Siniavin und dem engl. Admiral Cotton, nach welchem die Flotte mit allen Vorräthen ausgeliefert und nach England geschafft werden sollten; der Admiral, alle Offiziere, Matrosen und Seesoldaten (5685 M.) können nach Rußland zurückkehren; die Schiffe hingegen sollen sechs Monat nach der Unterzeichnung des Friedens zwischen England und Rußland an Letztere zurück gegeben werden.

4. Sept. Napoleon erklärt dem Senat, daß er fest entschlossen sey, Spanien zu unterwerfen und selbst hinzugehen; er befiehlt deßhalb neue Truppenstellungen und in Gefolge dieser Erklärung trägt der Kriegsminister am

5. Sept. auf die Aushebung von den Konscriptionslisten von 1808 bis 1809 und von der ganzen Konscription von 1810 auf 160000 M. an.

15. Sept. Lissabon wird von den Engländern unter dem General Hoope besetzt.

20. Sept. Der Marquis de la Romana landet mit seinen Truppen im Hafen von St. Ander.

11. October. 1808. Der General Junot kommt mit der ersten Division seines Corps auf engl. Schiffen zu Rochelle an.

12. Oct. Romana verbindet sich mit dem spanischen General Blake und besetzt Bilbao, nachdem es der franz. General Merlin geräumt hat.

24 Oct. Eine abermalige engl. Verstärkung landet zu Coronna.

25. Oct. Napoleon hält abermals eine prahlende Rede an das gesetzgebende Corps, in welcher er erklärt, daß er selbst nach Spanien gehe, um den König von Spanien zu krönen und die dreifarbigen Fahnen zu Lissabon aufzupflanzen, und nach erhaltenen Verstärkungen fängt am

26. Oct. die bisher defensiv verfahrene oder unthätig gewesene franz. Armee, von neuem an, angriffsweise zu verfahren und der Marschall Moncey, Herzog von Conegliano erringt einen bedeutenden Sieg bei Lerina.

27. Oct. Sir John Moore bricht mit dem engl. Armee-Corps von Lissabon auf.

30. Oct. Napoleon geht von Paris zur Armee nach Spanien ab. Er glaubte nicht weniger als durch seine Gegenwart die Engländer zu vernichten, die spanische Brigands zu unterjochen und den Krieg schnell zu enden. Bei seiner Anwesenheit hatte es auch den Anschein dazu; allein er fand sich im Verfolg schrecklich getäuscht.

31. Oct. Der spanische General Blake greift, vereinigt mit dem Marquis de la Romana, den Marschall Lefevre, Herzog von Danzig, bei Durango und Guenez ohnweit Bilbao an, wird jedoch bis hinter Bilbao zurückgeschlagen und letzteres wieder von den Franzosen besetzt.

4. November. 1808. Napoleon betritt mit einem ansehnlichen Armee-Corps die spanische Grenze.

6. Novbr. General St. Cyr läßt die Festung Rosas umzingeln.

7. Novbr. Napoleon kommt im Lager bei Vittoria bei der großen Armee an, und gri ft am

10. Novbr. das Centrum der spanischen Armee von Estremadura unter Cuesta bei Burgos an; wirft es zurück und Marschall Soult und Bessieres nehmen Burgos ein. Tags darauf am

11. Novbr. schlägt Napoleon die gallizische Armee unter Blake und le Romana bei Espinosa.

13. Novbr. General Moore trifft mit seinem Vortrab zu Salamanca ein.

14. Novbr. Der Vortrab des Marschall Soult nimmt Santander ein.

17. Novbr. Die Franzosen eröffnen die Laufgräben vor Rosas.

19. Novbr. Neue engl. Verstärkungen unter David Baird, langen in Astorga an.

22. Novbr. Napoleon, und unter ihm der Marschall Lannes, Herzog von Montebello greift den spanischen General Castannos in Andalusien bei Tudela an und schlägt ihn gänzlich in die Flucht; ein Theil wirft sich in Saragossa.

-- -- Auf das Fort Trinidad bei Rosas wird Bresche geschossen.

24. Novbr. Der spanische General Alvarez greift die Franzosen bei Rosas an, wird jedoch zurück geworfen.

28. Novbr. Die Franzosen fordern Rosas zur Uebergabe auf, und nehmen es, da keine Antwort erfolgt, mit Sturm ein. Die Garnison zieht sich in die Zitadelle zurück.

30. Novbr. Der Herzog von Belluno erobert nach hartnäckiger Gegenwehr den furchtbaren Paß der Samo-Sierra und eröffnet dadurch den Weg nach Madrid und schon am

1. Dezember 1808, langt er mit seiner Kavallerie auf der Anhöhe von Madrid an, und fordert es zur Uebergabe auf; auch langte am

2. Dzbr. Napoleon mit der Armee daselbst an.

4. Dzbr. Madrid kapitulirt. Napoleon hält an der Spitze seiner Truppen seinen Einzug daselbst, jedoch der Exaltation der Gemüther nicht trauernd, verläßt er es sogleich wieder, und bezieht 3 Stunden davon ein Lager. Von hier aus befiehlt er die Absetzung des Raths von Castilien und die Verminderung der Klöster in Spanien. Die Inquisition, das Feudalwesen und die Grenzscheidungen der einzelnen spanischen Provinzen wurden ebenfalls aufgehoben.

5. Dzbr. General Gouvion St. Cyr zwingt die Zitadelle von Rosas endlich zur Kapitulation.

16. Dzbr. Der engl. General Moore stellt sich bei Toro auf; General St. Cyr siegt über die Spanier bei Cardedon und am

17. Dzbr. sich mit dem Corps des General Duhesme vereinigend, schlägt er den General Reding aus seinem verschanzten Lager bei Lobregat heraus und verjagt die Catalonier von Barcellona.

20. Dzbr. Zu Mayorca vereinigen sich die beiden engl. Armee-Corps unter Sir Moore und Sir David Baird, und treiben den Marschall Soult von Saldagio zurück.

-- -- An demselben Tage nimmt General Suchet die Anhöhen von St. Lambert auf dem rechten Ufer des Ebro bei Saragossa und General Gazar jene von St. Gregorio auf dem linken Ufer ein, und somit wird Saragossa zum 2tenmale eingeschlossen.

24. Dzbr. General Moore zieht sich nach Benevent zurück, und verläßt es jedoch am

28. Dzbr. 1808 bis auf den Nachtrab unter Lord Paget wieder. Napoleon verlegt sein Hauptquartier nach Valdenas, und Soult stellt sich bei Marsilia auf.

29. Dzbr. Lord Paget greift zu Esla die franz. Gardejäger zu Pferde an, und zwingt sie in großer Unordnung zum Rückzuge.

31. Dzbr. Die engl. Armee verläßt Astorga und zieht sich nach Corunna zurück.


1809.[]


Somit schloß sich das erste Kriegsjahr, und obgleich die Spanier und Engländer stets mit alle ihre ungeheuren Anstrengungen, so glücklich sie auch im Anfange des Krieges waren, an Napoleons sieggewohnten Truppen, sobald er selbst auf dem Kampfplatze erschien. Der Fall von Madrid hatte schon viele Provinzen muthlos gemacht; die Engländer sahen sich genöthigt sich in Corunna einzuschiffen und vielleicht würde das folgenden Jahr noch unheilbringender für die Sache Spaniens gewesen seyn, hätte nicht der neuausgebrochene Krieg mit Oestreich, Napoleon aus Spanien fortgerufen und ihn genöthiget seine Armee daselbst zu schwächen, wodurch die Spanier einigermaßen Luft bekamen und mit neuem Muth und Eifer den Krieg fortsetzten.

Mit dem

1. Januar 1809 erließ Napoleon, um den, durch so erhaltende Gefechte erlittenen Verlust seines Heeres, da er jeden Sieg theuer erkaufen mußte, zu ersetzen, von Astorga seinem Hauptquartier den Befehl, 50000 Konscribirte vom Jahr 1810 aufzurufen, die am 1. Februar gerüstet aufbrechen sollten.

2. Januar. Die 2ten Belagerung von Saragossa nimmt ihren Anfang; in welche sich die Reste des spanischen Heeres unter Palafox eingeschlossen hatten.

3. Januar 1809. Marschall Soult schlägt im Verfolgen die Engländer unter Colbert noch einmal bei Preiros; General Colbert wird getödtet.

10. Januar. Die Franzosen besetzen Betanzo bei Corunna.

13. Januar. Die Spanier und Portugiesen erobern das franz. Guiana und Cayenne.

-- -- Die Spanier und Venegas werden durch Herzog von Belluno (Victor) bei Alcazar und Tarragona geschlagen und 12000 Spanier strecken das Gewehr.

14. Januar. Ewiger Allianztraktat zwischen Spanien und England abgeschlossen.

16. Januar. Lebhaftes Gefecht bei Corunna zwischen den Franzosen unter dem Herzog von Dalmatien und den Engländern unter General Moore und Sir David Baird; letztere ziehen sich nach tapferer verzweifelter Gegenwehr auf ihre Schiffe zurück; General Baird verliert einen Arm und General Moore wird im Gefecht getödtet, worauf das Commando Sir John Hope erhielt. Die dankbare engl. Nation hat zu London in der St. Paulskirche dem gefallenen General Sir John Moore ein Denkmal setzen lassen. Unter dem Commando Hopes schifften sich nun am

17. Januar die Engländer ein und segelten, sich neu zu organisiren und zu verstärken, nach England zurück. Am selben Tage verließ Napoleon, durch Oestreichs Rüstungen bewogen, Valladolid, um nach Paris zurückzukehren und neue Truppen gegen Deutschland zu sammeln, und am

19. Januar übergiebt der spanische Gouverneur de Alceda Corunna auf Kapitulation.

-- -- Die Franzosen eröffnen das Bombardement vor Saragossa.

20. Jan, 1809. Marschall Lannes übernimmt das Kommando in Spanien.

21. Januar. König Joseph von Spanien zieht wieder in Madrid ein und empfängt von den Einwohnern den Eid der Treue.

26. Januar. Der Herzog von Dalmatien zwingt den Admiral Melzaredo, Ferrol und die spanische Flotte daselbst (8 Linienschiffe und 3 Fregatten) auf Kapitulation zu übergeben. Marschall Lannes läßt auf Saragossa Bresche schießen und des Nachts Sturm laufen, wird jedoch zurückgeschlagen; bei einem abermaligen Sturm am

30. Januar erobert er die Klöster der heil. Monica und der großen Augustiner daselbst mit Sturm.

1. Februar. Der franz. General Lacoste wird vor Saragossa getödtet.

3. Februar. Englische Truppen kommen vor Cadix an, von Seiten der Spanier wird ihnen jedoch das Ausschiffen verweigert.

21. Februar. Nachdem Palafox selbst erkrankt war, und 30000 Bürger sich unter die Trümmer ihrer Häuser begraben hatten, ergab sich Saragossa, nach 52 Tagen offener Trancheen, von denen 23 der Häuserkrieg wegnahm, auf Kapitulation, und die noch übrige Garnison, 15000 Mann stark, streckte das Gewehr.

(In der ganzen Geschichte dieses merkwürdigen Freiheitskampfs hat sich keine Festung hartnäckiger vertheidiget als Saragossa, das selbst nicht einmal eine regulaire Festung, sondern nur befestigte Stadt zu nennen ist. "Die Stadt," sagt der angeführte Jones S. 72, "bot beim Einzuge einen fürchterlichen grausenerregenden Anblick dar; ganze Distrikte derselben waren durch die häufige Explosionen zusammengestürzt, und zeigten nur Haufen von Ruinen, die beinahe ganz mit verstümmelten Gliedmassen und Leichnamen bedeckt waren; die wenigen Häuser, welche das Feuer und die Minen verschont hatten, waren von Kugeln und Bomben durchlöchert, das Innere derselben überall durchbrochen, die Mauern mit Schießscharten versehen, Thüren und Fenster verbarrikadirt, und die Straßen durch unzählige Brustwehren versperrt. Unreinlichkeit, Mangel und Elend, die bei einem Zusammenflusse von 100000 Menschen, in einer Stadt, die nur 40000 fassen kann, nothwendig Statt finden mußte, so wie die mit einer langwierigen Belagerung stets verknüpften Drangsale, hatten gräßliche Epidemien erzeugt, die heftiger wütheten, als das Schwerdt selbst. Mitten unter den Trümmern und Leichnamen, mit welchen die Straßen angefüllt waren, sah man hier und da einige Einwohner bleich, ausgemergelt und kraftlos dahin schleichen, die im Begriff zu stehen schienen, ihren erschlagenen Waffenbrüdern, zu deren Beerdigung ihnen sogar die Kräfte gefehlt hatten, ins Graf zu folgen. Aus den Zählungen, die bei Anfang und nach Beendigung dieser unerhört schrecklichen Belagerung vorgenommen wurden, ergab sich, daß binnen 52 Tagen, 54000 Individuen umkamen, worunter 2/6 der Truppen, und die Hälfte der Einwohner und aufgenommene Flüchtlinge begriffen waren. Der Verlust der Belagerer überstieg nicht 3000 Mann). Wie sehr sticht dagegen die blutlose Einnahme in dem dießjährigen Kriege ab.

22. Febr. 1809. Volksaufstand zu Cadix.

6. März. Die franz. Armee, unter dem Herzog von Dalmatien, geht über den Minho und dringt auf Portugall vor, und am

19. März kommt es zwischen ihm und den portugiesischen Truppen zu einem Treffen bei Draga; letztere ziehen sich nach Oporto zurück.

24. März 1809. König Joseph verbietet allen spanischen Klostergeistlichen, ohne seine Bewilligung, General- oder Provinzialkapitel zu halten.

26. März. Marschall Soult langt vor Oporto an; ein Angriff darauf am

27. März wird jedoch zurückgeschlagen.

28. März. Der Herzog von Belluno siegt über die Spanier bei Medellino unter Cuesta, und bei Cindad-Reat unter Sebastiani.

29. März. Marschall Soult erobert Oporto und giebt es der Plünderung Preis, wobei die franz. Soldaten Alles ohne Unterschied ermordeten, und sich den gröbsten Ausschweifungen überließen. Marschall Soult hemmt jedoch dieselbe bald und bleibt nun beinahe einen Monat lang unthätig in Oporto stehen, während welchem auch in Spanien, ausser mehreren kleinen Gefechten und dem Herumschwärmen der Guerillas, die mit jedem Tage furchtbarer werden, nichts Bedeutendes vorfällt, bis am

22. April Sir Arthur Wellesley in Lissabon ans Land trat, und wie mit einem Zauberschlage dem Kriege eine neue günstigere Wendung gab.

Ueberhaupt ist es wohl hier am rechten Orte zu sagen, daß Spanien den Engländern und ihrer ausserordentlichen Unterstützung seine Befreiung zu verdanken hatte; denn trotz den verzweifelten Kämpfen und dem größten Heldenmuthe würde Spanien allein doch wohl unterlegen haben. England schickte in den ersten zwölf Monaten des Krieges allein zur Formation der spanischen Armee 150 Stück Feldgeschütz mit 42000 Schüssen, 200000 Musketen, 61000 Säbel, 79000 Lanzen, 23½ Millionen Flintenpatronen, 6 Mill. Flintenkugeln, 15000 Fässer Schießpulver, 92000 vollständige Montirungen, 356000 Patrontaschen und Lederzeug, 310000 Paar Schuhe, 37000 Paar Stiefeln, 40000 Zelte, 250000 Yards Tuch (1 Yard 1½ deutsche Elle), 10000 Garnituren Feldgeräthe, 118000 Yards Leinwand, 50000 Mäntel, 50000 Feldflaschen, 54000 Brodbeutel xc. (Jones S. 74).

2. May 1809. Die Engländer, unter Wellesley setzen sich, 16000 Mann stark, von Leyria aus in Bewegung, um Oporto wieder zu nehmen und Marschall Beresford mit 6000 Portugiesen, um den Douro bei Lamego zu passiren. An demselben Tag jedoch zwingt auch Marschall Soult den portugiesischen General Silveira, sich auf das linke Ufer des Tamega zurückzuziehen, und zwar durch die Eroberung der von ihm vertheidigten Brücke von Amarante.

5. May. Gefecht bei Pozzobello zwischen den Engländern unter Wellington, und den Franzosen unter dem Herzog von Rivoli.

10. May. Auch an der Vegou werden die Franzosen von den Engländern geworfen, eben so am

11. May, worauf Marschall Soult alle Truppen auf das rechte Ufer des Duoro zurückzieht, und alle Brücken über denselben abbrechen läßt. Trotz dessen erzwingen die Engländer am

12. May den Uebergang bei Villanova; Marschall Soult wäre beinahe gefangen genommen worden, schlägt sich jedoch glücklich durch und zieht sich nach Amarante zurück. An demselben Tage vertreibt der Marschall Victor den spanischen Oberst Mayne aus Alcantara.

14. May. Die spanische Junta in Sevilla ruft die Cortes zusammen.

16. May. Gefecht bei Salamanka zwischen dem englischen General Scheerbrock und der sich stets zurückziehenden Armee des Marschall Soult, dessen Ueberrest, nachdem S. A. Wellington in Montaugre eingetroffen, sich am

18. May 1809 abgerissen und ausgehungert in die Stadt Lugo wirft, nachdem sich das davorstehende spanische Belagerungs-Corps, der Uebermacht weichend, zurückgezogen hat. An dem nämlichen Tage vertreibt der Herzog von Elchingen (Ney) den M. de la Romana aus Oviedo, der sich mit dem Rest seiner Truppen zu Gyon einschiffte. Marschall Ney vereiniget sich am

23. May mit dem Corps des Marschalls Soult bey Lugo. Der Zustand der franz. Armee war, da sie sich bei dem Anfang ihres Rückzuges aus Portugall allen Ausschweifungen überließen und alle Einwohner bei ihrer Ankunft entflohen, über alle Maßen schrecklich, und erst durch die Vereinigung mit Ney, und nach einiger Erholung fing Soult am

2. Juni neue Bewegungen nach Viana an, um den Rest der Romanaschen Truppen zu verfolgen, die ihm jedoch glücklich entgiengen.

3. Juni. Der Herzog v. Elchingen besetzt Betanzos in Galizien und greift am

8. Juni den spanischen General Carrera an der Brücke von Jago bei Vigo an, wird jedoch nach St. Jago zurückgeschlagen.

10. Juni. General Bonnet erstürmt St. Ander.

12. Juni. Die englische Armee langt in der Gegend von Abrantes an, Marschall Victor zieht sich nach Tallavera de la Reina zurück.

15. Juni. Der Marschall Suchet schlägt einen Angriff des Generals Blake auf Saragossa bei Sante Fe zurück, verfolgt ihn rastlos, und nach einem abermaligen Treffen am

18. Juni, bei Belchite in Andalusien zwingt er ihn zum Rückzug nach Alcanitz.

21. Juni. Die französischen Truppen räumen Ferrol und Corunna, nachdem sie unter Ney bei Pago von Morillo geschlagen worden.

24. Juni 1809. Marschall Soult kehrt von der vergeblichen Verfolgung Romana's nach Zamora zurück, um seinen Truppen einige Erholung zu gönnen. Die ganze Stärke der franz. Armee betrug in dieser Zeit 155000 Mann, unter den Marschällen Soult, Ney, Suchet und Victor.

30. Juni. Der franz. General Sebastiani verläßt die Stellung bei el Moral und stellt sich bei Consuegre auf. Auf beiden Seiten herrscht eine Zeitlang Waffenruhe, währenddem Sir Arthur Wellesley und General Cuesta miteinander eine Operation zur Befreiung Madrids beschlossen, General Cuesta sollte mit 30000 Mann Inf., 7000 M. Kavallerie Spanier und 19000 M. Engländer auf dem rechten Ufer des Tagus vorrücken; General Varegas mit 14000 Spanier auf Aranjuez und Toledo losgehen; Marschall Beresford mit der portugiesischen Armee als Reserve dienen, der General Sir Robert Wilson mit der Lusitanischen Legion, die bis auf 5000 Mann verstärkt, südlich von Madrid in den Flanken und Rücken des Feindes operiren. Diesem Plan zufolge brach am

17. Juli S. A. Wellesley von Placentia auf und vereinigte sich am

20. Juli bei Oropesa mit dem General Cuesta und bricht von hier am

22. Juli mit der vereinigten Armee auf; an der Alberche floßt die Arme auf das 30000 M. starke Corps des Marschall Victor, der sich jedoch ohne eine Schlacht anzunehmen zurückzieht und sich bei Torrigas mit dem 10000 M. starken Corps des General Sebastiani vereiniget.

23. Juli. König Joseph bricht mit einem Reserve-Armeecorps von Madrid auf.

26. Juli. General Cuesta greift die Franzosen bei Torrigos an, wird jedoch bis hinter die Alberche zurückgeworfen.

27. Juli 1809. Sir Arthur Wellington unternimmt eine Recognoszirung gegen König Josephs 47000 Mann starke Armee unter den Marschällen Jourdan, Victor, Mortier und General Sebastianis Anführung; er wird zuerst zurück geworfen, siegt jedoch in einem zweiten Angriff, und am 28. Juli Morgens um 6 Uhr, eröffnet er mit einer heftigen Kanonade die denkwürdige Schlacht bei Talavera de la Reina. Nach dem heftigsten Kampfe von beiden Seiten werden die Franzosen mit einem Verluste von beinahe 10000 Todten und Verwundeten und 20 Kanonen zurückgeschlagen; der Verlust der Engländer betrug über 5000 M., unter denen 7 bis 800 Todte, der Spanier 1200; unter den Todten befanden sich die beiden Generäle Mackenzei und Langwerth.

3. August. Der engl. Armee verläßt Talavera und zieht sich nach Oropesa zurück; hierhin findet sie durch Marschall Soult den Weg verlegt und geht bei Arzobispo über den Tajus, von wo aus sich S. A. Wellesley unwillig über die Spanier nach Badajoz zurückzieht. General Cuesta geht am

7. August von Arzobispo ab, und legte bei Deleytosa das Commando nieder; ihm folgt in demselben der General Ariezaga.

10. August. König Joseph greift den spanischen General Venegas bei Almonazid an und schlägt ihn zurück, eben so wird am

12. August der General Wilson von Marschall Ney beim Paß von Bannos geschlagen, und somit gingen alle Vortheile des Sieges von Tallavera für die Spanier verloren.

18. August. König Joseph erklärt alle Klöster und sonstige Stiftungen für aufgehoben, eben so wird der Adel und alle Titel abgeschafft.

26. August. General Sir Arthur Wellesley wird zum Baron Duero von Wellesley und zum Viscount Wellington von Talavera ernannt.

30. August 1809. General Blake liefert der franz. Armee vor Girona bei Brunola ein Gefecht und versorgt die Festung mit Lebensmitteln.

19. September. Marschall Augereau unternimmt einen heftigen Sturm auf Gerona, wird jedoch zurückgeschlagen.

18. October. Mendizabel und Carrera siegen über den Marschall Soult bei Tamames ohnweit Cindad-Rodrigo und am

21. Oct. rückt der Herzog von Delparque, der Romanas Armee übernommen, da dieser sich nur allein mit der Organisation der Guerillas befaßte, gegen ihn an, erreicht am

25. Oct. die Höhen von Salamanka und nöthiget ihn, sich nach Foro zurückzuziehen.

31. Oct. Die Engländer zerstören den Rest einer zerstreuten mit Lebensmitteln nach Barzellona bestimmten Touloner Flotte, die sich in die Bucht von Rosas gerettet hatte.

8. November. Ein Corps des Marschall Augereau schlägt die Spanier bei Hostalrich und erobert die Stadt, ward jedoch durch die Besatzung des Forts zum Rückzug gezwungen.

19. Novbr. General Ariezaga ward in den Ebenen von Ocana mit einem Verlust von 15000 Todten und Verwundeten vom König Joseph geschlagen.

28. Novbr. Marschall Kellermann schlägt, nach aus Frankreich erhaltenen Truppenstärkungen, bei Alba de Tornes ohnweit Salamanka, die Spanier unter dem Herzog Delparque und besetzt am

29. Novbr. Salamanka selbst.

3 bis 7. December. Die Franzosen erstürmen die Aussenwerke von Gerona und die Festung ergiebt sich am

10. December 1809 auf Kapitulation, worauf die am

11. Dcbr. von den Franzosen besetzt wird.

16. Dcbr. Joseph Napoleon untersagt den Geistlichen in Spanien, die Ausübung aller Civil- und Kriminalgerichtsbarkeit.


1810.[]


Die Lage Spaniens war mit dem Schlusse des Jahrs 1809 schlimmer als jemals: fast alle seine Armeen waren geschlagen; Wellingtons ebenfalls sehr geschwächte Armee hatte sich ganz nach Portugall gezogen, welches jetzt am meisten bedrohet wurde; Napoleon hatte den Krieg in Deutschland glücklich beendiget und konnte nun seine ganze Macht auf den spanischen Krieg verwenden; und was die Sache noch schlimmer machte, war die stete Uneinigkeit zwischen den spanischen Generalen, der Junta und dem Lord Wellington, dem der spanische Nationalstolz das Ober-Commando nicht nur verweigerte, sondern auch nicht einmal seine Vorschläge zu einer besseren Organisirung und Disziplinirung ihrer Truppen befolgen wollte. König Joseph handelte mit der größten Thätigkeit, und die Unordnung der Spanier benützend, sendete er am

20. Januar 1810 den Marschall Soult mit 55000 M. gegen die Sierra Morena aus, die der General Ariezaga mit 30000 M. besetzt hielt. Er wurde schnell geworfen und Cordova eingenommen. Am

21. Januar besetzt Marschall Soult Andujar; am

22. Januar zieht König Joseph wieder in Madrid ein.

28. Januar. General Sebastiani schlägt noch einmal die Ueberreste des Ariezagaschen Armee-Corps und erobert Grenada.

29. Januar 1810. Marschall Soult erscheint vor Sevilla, fordert es zur Uebergabe auf, und erhält es am

31. Januar durch Kapitulation mit einer ausserordentlichen Menge Vorräthe aller Art, einer Stückgießerei und einer unversehrten Pulvermühle. König Joseph zieht am

1. Februar in Sevilla ein und erläßt von hier aus eine pomphafte Proclamation an seine Armee, in der es unter anderm heißt: "Der König von Spanien will, daß sich zwischen den Säulen des Herkules eine dritte Säule erhebe, welche der entferntesten Nachwelt und den Seefahrern beider Welttheile die Erkenntlichkeit gegen die französischen Anführer und Soldaten bezeuge, welche Spanien erobert haben." -- Die Junta hatte sich auf die Insel Leon bei Cadix geflüchtet, wohin sich auch am

4. Februar der Herzog von Albuquerque mit allen seinen Truppen zurückzog. -- Am nämlichen Tage besetzte General Milhaud Antequera.

5. Februar. General Ariezaga wird von Marschall Ney abermals vor Malaga geschlagen und die Stadt erobert. Marschall Soult langt zu Chiclana vor Cadix an.

9. Februar. Zafra wird von den Franzosen besetzt.

14. Februar. Gefecht bei Oviedo, zwischen den Spaniern und den Franzosen unter General Bonnet.

20. Februar. Treffen zwischen der französischen Armee unter Marschall Ney und der Spanischen unter General Odonel auf den Ebenen von Vich, letztere siegen.

7. März. Ein furchtbarer Sturm zerstört bis zum 10. März im Hafen von Cadix 4 Linienschiffe und 50 Kauffahrteischiffe. Während dem Monat März fallen täglich Gefechte zwischen den Spaniern und den Franzosen vor, vorzüglich thätig zeigen sich die Guerillas.

23. März 1810. Die Spanier übergeben nach einem freundschaftlichen Vertrag Ceuta den Engländern.

12 April. Die Besatzung von Cadix macht einen Ausfall.

22. April. Die Franzosen erobern, nach hartnäckiger Gegenwehr und nachdem es fast gänzlich eingeschlossen worden, das Fort Matugorda bei Cadix. -- Astorga ergiebt sich dem Herzog von Abrantes auf Kapitulation nach lebhaftem Widerstande.

23. April. Marschall Suchet, der Lerida belagert, schlägt einen Angriff des General Odonel zurück.

28. April. Napoleon hatte dem Senat seinen festen Entschluß, Portugall wieder zu erobern, erklärt, weßhalb die Marschälle Ney und Junot und der General Regnier, sich bei Salamanca zu vereinigen, Befehl erhielten, und der Marschall Massena, Herzog von Rivoli erhielt den Oberbefehl über diese 66000 M. Infanterie und 6000 M. Kavallerie starke Armee, der noch eine starke Abtheilung der kaiserl. Garde zugeben wurde. Die Engländer mit den Portugiesen vereinigt, waren nur 48000 M. Infanterie und 3000 M. Kavallerie unter dem Oberbefehl des Lord Wellington stark.

12. May. Die durch Hunger überwältigte Zitadelle von Hostalrich ergiebt sich auf Kapitulation den Franzosen.

13. May. Nach dreitägigem Bombardement und zweimaliger Bestürmung ergibt sich Lerida dem General Suchet.

15. May. Die französischen Gefangenen auf den Pontons zu Cadix finden Gelegenheit zu entkommen.

17. May 1810. Die Junta von Cadix erläßt ein Dekret, welches dem spanischen Amerika unbedingte Handelsfreiheit zugesteht.

20. May. General Suchet schließt die Festung Mequinenza im nördlichen Spanien ein.

26. May. Buenos-Ayres dem Beispiele von Caracas und mehreren andern Städten folgend, setzt eine von der provisorischen Regierung unabhängige Oberjunta im Namen Ferdinands VII. ein.

29. May. Die spanische Junta nimmt ihren Sitz in Cadix.

6. Juni. Gefecht bei Astorga.

8. Juni. Mequinenza am Ebro ergibt sich dem Marschall Suchet auf Kapitulation.

10. Juni. Der französische General Sarrazin geht zu den Engländern über.

18. Juni. Massena schließt Cindad-Rodrigo in der Provinz Leon ein und eröffnet die Trancheen vom großen Teson an; nach hartnäckiger Gegenwehr ergiebt sich endlich am

10. Juli der Gouverneur General Hervasti auf Kapitulation, nachdem schon früher unter den Guerillas durch Don Jutian die Kavallerie einen Ausfall gemacht und sich durchgeschlagen hatte.

24. Juli. Marschall Ney und Junot überschreiten die spanische Grenze, dringen in Portugall ein, und greifen den englischen General Crawfurd bei Fort la Conception an; letzterer sprengt dieses in die Luft und zieht sich an die Coa zurück, vertheidiget deren Brücke die ganze Nacht und stellte sich dann bei Carwalhal auf.

31. Juli. Von der Junta zu Cadix werden alle Verbindungen mit den aufrührischen Caraccas in Südamerika untersagt.

15. August. Massena läßt Almeida einschließen, und nach einem heftigen Bombardement von mehreren Tagen, bei welchem das Pulvermagazin in Almeida mit einen schrecklicher Explosion in die Luft flog, ergibt es sich am

27. August 1810 auf Kapitulation, worauf Massena am

21. September bis Hambado gegen Wellington vordringt.

24. Sept. Die Central-Junta zu Cadix erklärt: daß Ferdinand VII. ihr König, und die katholische Religion ihr Glaube sey; erklärt ferner die Souverainität des Volks und sich für dessen Repräsentanten und verlangt vom Volke den Eid, alle ihre Verfügungen und Grundgesetze vorhinein anzuerkennen.

25. September. Ney und Regnier setzen über den Criz und dringen auf Coimbra vor.

26. Sept. Die anglo-portugiesische Armee, unter Lord Wellington, nimmt eine feste Stellung auf der Sierra de Busacco, Massena greift dieselbe am

27. Sept. vergebens an, wird zurückgeworfen, und zieht sich auf die Straße nach Oporto zurück.

30. Sept. Die Franzosen besetzen Coimbra, und Wellington geht nach Lissabon zurück.

5. October. Die Engländer, unter Sir Stapleton Cothon, von den Franzosen bei Leyria angegriffen, schlagen dieselben zurück.

10. October. Die anglo-portugiesische Armee nimmt eine feste Stellung in den Linien von Torres Vedras, mit dem rechten Flügel zu Alkandre am Tajo, und mit dem linken am Meere am Ausfluß der Sizandra, und behauptet diese Stellung gegen mehrere Angriffe.

12. October. Massena stellt sich auf den Anhöhen bei Alenquer auf, mit dem linken Flügel gegen Otta hin, und mit dem rechten zu Villa Franca, in diesen Stellungen blieben beide Armeen unter mehreren Scharmützeln einen Monat lang stehen.

14. October 1810. 3000 Engländer landen unter General Lord Blaney bei Fuengirola 4 Stunden von Malaga, um sich des Forts zu bemächtigen; werden jedoch am

15. October vom General Sebastiani geschlagen und General Blaney selbst gefangen genommen.

-- -- Die Central-Junta ertheilt den spanischen Provinzen gleiche Rechte mit dem Mutterlande.

17. October. Der englische Oberst Trant nimmt Coimbra wieder ein, und 3000 franz. Verwundete fallen in die rachsüchtigen Hände der Portugiesen; so wie mehrere andere Städte im Rücken der Franzosen.

27. October. Die Junta zu Cadix wird in ein Regentschafts-Conseil umgeschaffen.

10. November. Die Junta dekretirt die Preßfreiheit.

14. November. Massena, die Stellung der Anglo-Portugiesen unangreifbar findend, zieht sich nach Santarem zurück, wohin ihm Wellington nachfolgt und sich am

18. November bei Cartaro aufstellt.

1. December. Die Klöster werden nach einem Dekret der Central-Junta geschlossen und sämmtliche Pfründen aufgehoben.

15. December. General Suchet schließt nach mehreren siegreichen Gefechten gegen den spanischen General Villa Campa, die Festung Tortosa ein.

26. December. Der franz. General Gardanne bewirkt endlich nach mehreren Gefechten seine Vereinigung mit Massenas Armee.

30. December. Die Franzosen erstürmen den Brückenkopf am Ebro-Ufer vor Tortosa. General Clapareda schlägt bei Trancosa ein Corps Milizen, die sich in Massenas Rücken gebildet hatten und alle Communikation hemmten, gänzlich in die Flucht.


1811.[]


Marschall Massena und Wellington blieben in ihren festen Stellungen am Tajo einander gegenüber stehen; das ungeheuerste Elend hatte der Einfall der Franzosen über die armen Portugiesen gebracht und auch nicht ein Einwohner blieb in ihren Kantonirungen zurück; Krankheit, Hungersnoth und ungestüme Witterung verringerten die franz. Armee fast täglich, und setzten sie in die übelste Lage. In Spanien dagegen erobert am

1. Januar 1811. Marschall Suchet die Festung Tortosa in Catalonien, in welcher eine Besatzung von 10000 Mann das Gewehr streckt und 200 Kanonen erobert werden.

8. Januar. Die Franzosen nehmen das Fort Balanguet mit Sturm, besetzen Merida und am

9. Januar auch das Fort Mirabella.

11. Januar. Marschall Soult schließt Olivenza ein.

13. Januar. Die Franzosen besetzen Lamego in Portugall; General Junot wird am

19. Januar von den Engländern bei Rio major geworfen.

22. Januar. Marschall Soult siegt über die Spanier unter General Mendizabel und nimmt die Festung Olivenza an der Guadiana ein, mit 4500 Gefangenen.

23. Januar. Der berühmte spanische General Marquis de la Romana stirbt plötzlich zu Cartaro an einer Verhärtung der Herzensgefäße, in dem Augenblicke, als er einem mit Lord Wellington verabredeten Plane gemäß operiren will; ihm folgt im Commando der General Mendizabel. Spanien verlor an ihm einen seiner besten Feldherrn, den eine unermüdete Thätigkeit und ein glühender Haß gegen Frankreich beseelte; er war der Organisateur der bewaffneten Bauern (Guerillas); in Leipzig hatte er, beiläufig erwähnt, 2 Jahr studirt.

26. Januar 1811. Marschall Mortier schließt Badajoz auf dem linken Guadiana-Ufer ein, nnd am

28. Januar nahm die Belagerung ihren Anfang.

9. Februar. Mendizabel besetzt die Anhöhen von Christoval bei Badajoz.

11. Februar. Die Belagerungsarmee von Badajoz eröffnet das Feuer, und erstürmt denselben Abend noch das Fort Pardaleras.

19. Februar. Mendizabel wird von Marschall Soult bei Christoval gänzlich geschlagen, und Badajoz nun förmlich von allen Seiten eingeengt. Tags darauf, am

20. Februar überfällt Soult das spanische Lager bei Carrera.

-- -- Auf der Rhede von Cadix schiffen sich unter General Graham 4000 Engländer und 8000 Spanier ein, um gegen Chiclana loszugehen.

25. Februar. Gefecht bei Villa Nova de Castellejos, zwischen den Franzosen unter General Gazan und den Spaniern unter Ballesteros.

5. März. Die franz. Armee unter dem Herzog von Rivoli verläßt Santarem und zieht sich aus Portugall zurück. Schlacht bei Chiclana ohnweit Cadix; die engl. spanischen Truppen siegen unter dem General Graham, über die Franzosen unter dem Herzog von Belluno.

9. März. Das Belagerungscorps von Badajoz fängt an Bresche zu schießen, und am

10. März 1811 ergiebt der Gouverneur die Festung auf Kapitulation und die Garnison streckt am

11. März 9000 Mann stark vor 13000 Franzosen die Waffen. Gefecht zwischen den Engländern und Massena bei Pombal und bei Redinha am

15. März bei Fox d'Aronce; Massena wird in allen zurückgeworfen und stets lebhaft verfolgt, geht er über die Alva.

19. März. Schlacht an der Gebora; des Nachts vereitelt der franz. General Mathieu den Ueberfall von Barcellona durch die Insurgenten unter Campo Verde.

23. März. Marschall Mortier nimmt das Fort Campo Major an der portugiesischen Grenze ein.

24. März. Die sich aus Portugall zurückziehende franz. Armee nimmt eine neue Stellung bei Celonia ein.

-- -- Ein Dekret der Central-Junta befiehlt den Verkauf der Krongüter.

25. März. Marschall Beresford holt den aus Campo Major nach Badajoz gehenden Munitionstransport ein, und nimmt nach einem hartnäckigen Gefecht den größten Theil desselben hinweg.

1. April. Die Empörung in Amerika gegen die spanische Herrschaft greift immer mehr um sich; Chili sagt sich vom Mutterlande los, und unter dem Vorsitze des Grafen de la Conception stellte es eine Junta zur Verwaltung der Regierungsgeschäfte. Diese Junta ruft Abgeordnete aus dem ganzen Lande zu einem Kongresse zusammen; dieser Kongreß erkennt Ferdinand VII. einstweilen als König an, verweigert jedoch Abgeordnete zu den Versammlungen der Cortes nach Cadix zu senden, und gebietet zuletzt den Spaniern, die mit der neuen Regierung unzufrieden sind, binnen 6 Monat das Land zu verlassen.

3. April 1811. Letztes Gefecht der französ. Armee und der anglo-portugiesischen bei Sabugah in Portugall, nach welchem Massena Portugall gänzlich räumt und sich über die Aquida zurückzieht. In Almeida bleiben nur 3000 Mann unter General Regnier zurück, und Wellington schließt Almeida ein.

5. April Eine allgemeine Polizei, sonst durchgängig durch die heilige Hermandad, Diener der Inquisition versehen, wird durch einen Befehl der Central-Junta eingeführt.

-- -- General Beresford geht fast ohne Widerstand über die Guadiana, und Soult läßt den größten Theil seiner Truppen gegen Andalusien zurück marschiren.

12. April. Der englische General Cole schließt die Festung Olivenza ein, in welcher Soult nur 500 Mann zurückgelassen.

13. April. Wellington bricht von Almeida auf, woselbst er den General Sir Brent Spencer zur Einschließung zurückläßt, und rückt gegen die Guadiana vor.

16. April. Die engl. Reiterei schlägt unter Beresford bei Los-Santos einen Theil des Mortierschen Corps, und der Marschall nimmt seine Stellung bei Zafra.

-- -- Die Garnison von Olivenza übergiebt sich dem General Cole auf Diskretion.

20. April. Gefecht bei Onaratero, zum Nachtheil der Spanier.

21. April. Der englische General Beresford vereinigt sich zu Elvas mit dem Lord Wellington.

23. April. Beresford läßt bei Badajoz zwei Brücken über die Guadiana bauen, die jedoch am

24. April 1811 durch das starke Anschwellen des Wassers fortgerissen wurden.

-- -- Figuieras wird von den Spaniern durch Ueberfall wieder eingenommen, doch sogleich von einem französischen Corps eingeschlossen.

2. May. Lord Wellington geht bei Cindad-Rodrigo über die Aqueda, greift am

3. May den Marschall Massena bei Fuentes de Onor an, und schlägt ihn gänzlich in die Flucht. -- Campo Verde sucht Figuieras mit Lebensmitteln zu versehen, und die Garnison zu verstärken, wird jedoch von den bei Liert stehenden Belagern zurückgeschlagen.

-- -- Die Engländer eröffnen die Laufgräben vor Badajoz, welches von dem französischen General Philippon vertheidigt wird.

4. May. Marschall Soult läßt Tarragona einschließen.

5. May. Massena greift vergebens die englische Stellung bei Posobello an, um nach Almeida durchzudringen, und sendet deßhalb am

7. May dem General Brenner den Befehl zu, die Festungswerke zu sprengen.

6. May. Beresford übernimmt selbst die Belagerung von Badajoz; im Fort St. Christoval wird eine Bresche gemacht und des Abends gegen 10 Uhr gestürmt. Philippon schlägt den Sturm jedoch lebhaft zurück, und eben so am

9. May, worauf am

10. May der Marschall Soult mit einem Corps zum Entsatz heranrückt, die Belagerung aufgehoben wird und sich die Armee nach Valverde zieht, wobei ein Theil der Arriergarde noch lebhaft durch einen Ausfall des Generals Philippon angegriffen wird. An demselben Tage verläßt General Brenner mit der Parole Bonaparte's und Bayard, die Festung Almeida des Nachts um 11 Uhr, und schlägt sich, während dem die Wälle derselben in die Luft fliegen, durch die Engländer hindurch, und erreicht, zwar mit ansehnlichem Verluste, da der Nachtrab in Stücken gehauen wurde, des Morgens die Brücke von St. Felices.

10. May 1811. General Campoverde verstärkt die Besatzung von Tarragona mit katalonischen Truppen.

11. May. Marschall Massena geht nach Frankreich zurück, und der Herzog von Ragusa übernimmt das Oberkommando der französischen Armee in Portugall.

14. May. Suchet erobert Lerida.

15. May. Der General Blake verstärkt die Armee des Marschalls Beresford an der Albuera, und hier kommt es am

16. May, bei dem Dorfe Albuera, zu einer Hauptschlacht. Die französische Armee, unter Soult, betrug 20000 Mann Infanterie, 3000 Mann Kavallerie und 40 Kanonen; Marschall Beresford hatte an Engländern, Portugiesen und Spaniern, im Ganzen 27000 Mann Infanterie, 2000 Mann Kavallerie und 31 Kanonen. Marschall Soult wurde nach hartnäckigem Kampfe mit einem Verluste von 8000 Mann an Todten, Verwundeten und Gefangenen total zurückgeschlagen. Auch die Engländer und Portugiesen verloren 1000 Todte, 3000 Verwundete und 570 Gefangene. Die Spanier allein über 2000 Todte und Verwundete. Englischer Seits blieb der General Houghton, und französischer Seits der General Verle, ein intimer Freund Soults. In der Nacht auf den

17. May trat Soult seinen Rückzug nach Sevilla lebhaft verfolgt an, und der französische General Montbrun wird vom englischen Kavalleriegeneral Lamley in einem glücklichen Gefechte bei Usagre (25. May) abermals geschlagen.

19. May 1811. Badajoz wird von Neuem von den Anglo-Portugiesen eingeschlossen.

29. May. Die Franzosen erstürmen das Fort Oliva vor Tarragona.

31. May. Die förmliche Belagerung von Badajoz wird durch Lord Wellington erneuert, noch immer von General Philippon vertheidiget und am

5. Juni ein Sturm auf das Fort Christoval abermals abgeschlagen, und so mehrere Tage hintereinander.

8. Juni. Suchet erobert Mequinenza wieder.

12. Juni. Wellington hebt wegen Mangel an Belagerungsgeschütz die Belagerung abermals auf, verwandelt sie in eine Blokade, und stellt sich jenseits der Albuera auf. An demselben Tage erstürmen die Franzosen nach einem furchtbaren Bombardement die Unterstadt von Tarragona, woselbst alles niedergemacht wird, bis auf 3000 Mann, die sich in die Oberstadt zurückziehen.

17. Juni. Wellington verläßt die Gegend von Badajoz, setzt mit seiner Armee über die Guadiana, und stellt sich an der Caya in der Gegend von Arronches auf.

18. Juni. Das Corps des Marschall Marmont, von Cindad-Rodrigo kommend, vereinigt sich in der Gegend von Merida mit dem des Marschall Soult; sie entsetzen am

19. Juni die Festung Badajoz und ziehen am

20. Juni in dieselbe ein. An demselben Tage flößt Sir B. Spencer mit seinem Corps zu Wellingtons Armee, der nun eine vortheilhafte Stellung auf den Höhen hinter Campo Mayor wählt.

22. Juni. Der spanische General Blake trennt sich mit 6000 Spaniern von den Anglo-Portugiesen, geht bei Jerumenha über die Guadiana und richtet seinen Marsch nach der Grafschaft Niebla.

29. Juni 1811. Marschall Suchet erstürmt auch die obere Festung Tarragona; auf allen Seiten wird furchtbar gemetzelt, geplündert und gebrannt, kurz, die aufgebrachten Soldaten überlassen sich allen Ausschweifungen. 10000 Gefangene, worunter 500 Offiziere, 20 Fahnen, 384 Feuerschlünde, in den Batterien 40000 Kugeln und Bomben, 500 Centner Pulver waren die Frucht des heldenmüthigen Kampfes; Napoleon ernannte Suchet dafür zum Reichsmarschall.

30. Juni. General Blake greift das feste Schloß von Niebla vergebens an.

6. Juli. General Blake schifft sich mit seinem Corps in der Mündung der Guadiana nach Cadix ein, woselbst er auch am

12. Juli eintrifft.

-- -- Die Provinz Venezuela im spanischen Amerika proclamirt in feierlicher Volksversammlung ihre Unabhängigkeit vom Mutterlande, unter dem Namen der verbündeten Provinzen von Venezuela; ihr folgen: Mexiko, Carthagena, Soccorro, Tenja, Panama, Antioquia, Neu-Granada und späterhin auch Buenos-Ayres.

Thätiger als jemals beweisen sich während dem Rückzug Massena's aus Portugall die Guerillas in Spanien, die sich, während dem die Hauptmasse aus Spanien entfernt gewesen, immer mehr gebildet hatten; jede Provinz hatte ihren eigenen Anführer. Espozy Mina, noch jetzt das Schrecken der Franzosen, befehligte in Navarra, Longa in Arragon, El Marquisito in Asturien, Don Juilan Sanchez in Alt-Castilien, Juan Martin el Empecinado in den Guadalaxara-Gebürgen, ausser denen sich auch El Medico, El Francisquito, El Manco u. m. a. auszeichneten. Ueberall streiften diese Corps umher; bis vor die befestigten Städte schlichen sie sich heran; und selbst Joseph Buonaparte fürchtete sich eine Nacht ausserhalb Madrid zuzubringen. So überrumpelte Marquisito die Festung St. Ander und Empecinado nahm bei Catalagud 3 Bataillone gefangen; Don Julian trieb das Vieh unter den Kanonen von Cindad-Rodrigo weg, und nahm darauf den Gouverneur bei einem Ausfall selbst gefangen; am meisten zeichneten sich jedoch Mina und Longa durch ihre Talente aus. Die spanische Regierung fürchtend, die Guerillas möchten sich über sie erheben, gab sie unter die Befehle regulairer Generals, worauf sie sich zu größeren Corps vereinigten, und die eigentlichen Guerillas immer mehr aufhörten.

17. Juli 1811. Marschall Mormont verläßt mit der Armee von Portugall Merida, geht bei Almarez über den Tajo, und bezieht in der Gegend von Placenzia Kantonirungsquartiere.

24. Juli. Marschall Suchet vereinigt sich mit einer Abtheilung der Besatzung von Barcellona, unter dem General Maurice Mathieu, und greift den befestigten Montserrat an. Es gelang ihm nach mehrern Stürmen denselben zu ersteigen, und der dort kommandirende General Erolles entgeht kaum der Gefangenschaft.

9. August. General Blake wird bei Curavaca und Lorca in der Provinz Murcia von Soult gänzlich geschlagen, und seine 20000 M. starke Armee so zerstreut, daß sich nur 8 bis 9000 bei Lebrilla, dem Hauptquartier Blakes, wieder zusammenfanden.

19. August. General Martinez, der sich vier Monate mit seinen braven Miquelets in Figuieras gehalten hatte, macht, vor Mangel an Lebensmitteln gedrungen, einen Versuch sich durch das ihn einschließende Corps des Marschall Macdonald durchzuschlagen; wird aber zurückgeschlagen, und sieht sich am

20. August genöthiget, sich auf Kapitulation zu ergeben.

24. August. Der spanische General Abadiu wird vor Astorga von dem französischen General Dorsenne angegriffen und geschlagen.

1. September. General Erolles nimmt unter dem Schutze einer englischen Fregatte die Las Medas-Inseln wieder, wird so von Neuem Heer der Küstenschiffahrt, durch die Barcellona meistentheils verproviantirt wurde.

5. Sept. Lord Wellington schließt Cindad-Rodrigo von Neuem ein.

16. Sept. Marschall Suchet dringt in das Königreich Valencia ein, und belagert Sagunt.

22. Sept. Der Herzog von Ragusa vereinigt sich mit der Nordarmee unter General Dorsenne, um Cindad-Rodrigo zu entsetzen, greift am

23. Sept. den Lord Wellington bei Tamames, 2 Stunden von Cindad-Rodrigo, an, und nöthiget ihn nach lebhaftem Gefechte, die Einschließung von Cindad-Rodrigo aufzuheben und sich nach Fonte-Guinaldo zurückzuziehen.

25. Sept. Der französische General Montbrunn zwingt durch seine Uebermacht den Vortrab der englischen Armee bei Elbodon zum Rückzuge.

26. Sept. Lord Wellington zieht sich von Fonte-Guinaldo nach Alfayates zurück, und stellt seinen Vortrab bei Aldea de Ponte auf, der sich unter General Cole hartnäckig gegen die andringende französische Armee vertheidiget; nimmt jedoch am

1. October 1811 seine Stellung bei Fonte-Guinaldo wieder ein.

10 October. Das Fort von Oropesa an der Straße von Tortosa nach Valencia ergiebt sich dem Marschall Suchet.

-- -- Der Guerillas-Anführer Don Julian Sanchez nimmt den französischen General Reynaud, Kommandant von Cindad-Rodrigo auf einem Spaziergange gefangen.

12. October. Der Guerillas-Anführer Baron von Ayrolles bemächtiget sich des festen Schlosses von Bellpuig, so wie Cerveras.

16. October. Der Guerillas-Anführer Empecinado greift die Besatzung von Catalayud an, und macht 400 Gefangene; eben so vernichtet am

17. October Espozy Mina in der Gegend von Ayorbe eine 11000 M. starke französische Streifparthie.

25. October. General Blake greift die Franzosen vor Sagunt an, wird jedoch mit bedeutendem Verluste zurückgeschlagen; worauf am

26. October sich das Fort Sagunt dem Marschall Suchet auf Kapitulation ergiebt.

Am nämlichen Tage schlägt Baron von Erolles eine französische Kolonne bei Peycerda.

28. October. General Hill, der mit seinem Anglo-portugiesischen Armee-Corps am 23. October von Portalegre aufgebrochen war, schlägt bei Arroyo de Molinas das Armee-Corps des französischen General Girard, und nimmt den General Brun und den Oberst Herzog von Ahremberg gefangen.

2. November. Marschall Suchet erobert die Vorstadt von Valencia, Serrano.

17. Novbr. General Leval kommt mit einem französischen Armee-Corps zu St. Roche an, und schließt am

20. Dzbr. 1811 Tariffa ein.

23. Dzbr. Valencia im spanischen Amerika proclamirt seine Konstitution.

25. Dzbr. Das Armee-Corps des Marschall Suchet geht an zwei Orten über den Quadalaviar bei Quatre und Mislata, und schließt Valencia immer enger ein.

27 Dzbr. General Hill verläßt die umliegende Gegend von Portalegre und geht auf Merida los.

31. Dezember. Ein versuchter Sturm der Franzosen auf Tariffa wird hartnäckig zurückgeschlagen.


1812.[]


Der Krieg in Portugall war durch die vereinten Kräfte der Engländer und Portugiesen zu Gunsten der Letzteren entschieden worden, und die französische Armee hatte sich genöthiget gesehen, das ganz verheerte Land zu verlassen; in Spanien dagegen sah er noch immer nicht besser aus; der unermüdete Suchet hatte eine Festung nach der andern erobert, und eröffnete auch am

1. Januar 1812 vor den vorliegenden Schanzen von Valencia die Laufgräben; die Spanier gaben die Vertheidigung derselben auf, und zogen sich am

4. Januar in die Stadt zurück. Am nämlichen Tage zogen sich die Franzosen aus den Laufgräben von Tariffa mit ansehnlichem Verlust zurück.

-- -- General Hill attakirt die Franzosen bei Los Santos, und zieht sich dann in seine vorige Stellung an die Gränzen Portugalls zurück.

9. Januar. General Blake übergiebt Valencia auf Kapitulation mit 16000 M. guter Truppen und 400 Kanonen. Diese Uebergabe gab der Sache Spaniens den härtesten Stoß; es war der letzte Rest seiner regulairen Truppen, und fortan nur des Krieg den Engländern und Portugiesen und den Guerillas, die, seitdem sie in Corps fochten, auch nicht mehr so furchtbar als sonst waren, überlassen; in einem Augenblicke, wo Marschall Soult und Marmont mit 70000 M. unter den 8000 M. Kavalerie sieggewohnter und geübter Truppen bei Badajoz stand, und die Engländer und Portugiesen nicht mehr als 50000 M. unter denen 4000 M. Kavallerie hatten.

9. Jan. 1812. Der englische General Crawfurd erobert mit dem Bajonet die Redoute des H. Franz vor Cindad-Rodrigo.

11. Januar. Der französische General Montbrunn kommt vor Alicante an, fordert es jedoch vergebens zur Uebergabe auf, und zieht sich wieder an den Tajo zurück.

14. Januar. Die Franzosen machen einen heftigen Ausfall aus Cindad-Rodrigo, werden jedoch zurückgeschlagen.

19. Januar. Trotz der verzweifeltsten Gegenwehr erobern die Engländer unter Lord Wellington eigner Anführung die Festung Cindad Rodrigo mit Sturm. Es ergeben sich 78 Offizieren und 1700 Mann als Gefangene; ausserdem fanden sich 109 auf Laffeten liegende Geschütze, ein vollständiger aus 48 Stück bestehender Belagerungs-Train, ein reichlich ausgestattetes Zeughaus und eine ausserordentliche Anzahl Kugeln, Bomben und Flintenpatronen. Engl. Seits war der Verlust 6 Offiziers und 140 Mann an Todten und 500 Mann Verwundete, unter denen die Generäle Cravfurd und Mac Kinnon verwundet. Nachdem das durch den Sturm beschädigte einigermaßen ausgebessert, und zur Vertheidigung sich wieder eignete, wurde die Festung den Spaniern übergeben, und Wellington machte sich mit seiner Armee bereit, gegen Badajoz von Neuem loszurücken.

24 Januar 1811. Die Spanier werden von den Franzosen auf den Anhöhen von Altafalla bei Tarragona geschlagen, und ziehen sich nach Cervera zurück.

-- -- Ungeachtet in der Kapitulation von Valenzia allgemeine Amnestie versprochen war; läßt Suchet daselbst doch mehrere Gesellschafter des engl. Konsuls hinrichten und 1500 Mönche als Aufrührer und Wüthende verhaften und nach Frankreich führen.

4. Februar. Auch Peniscola wird von Marschall Suchet eingenommen.

16. Februar. Der span. General Balasteros schlägt den franz. General Maransin bei Cartana und verfolgt ihn bis Malaga.

18. Februar. Die Regentschaft zu Cadix wird in eine Executions-Conseil verwandelt.

6. März. Wellington bricht von Frenada auf und beginnt seinen Marsch gegen Badajoz; er langt mit seiner Armee am

11. März zu Elvas an.

13. März. Cadix wird von Neuem von dem franz. Belagerungs-Corps bombardirt.

16. März. Wellington läßt eine Pontonbrücke über die Guadiana bei Badajoz schlagen, dasselbe einschließen und am

17. März an einem sehr stürmischen Abend die Laufgräben vor dem Fort Picurina eröffnen; worauf die Besatzung am

19. März einen verzweifelten Ausfall wagte; jedoch mit einem ansehnlichen Verlust zurückgeworfen wurde; an demselben Tage erschien die, von den zu Cadix versammelten Cortes entworfene Konstitution, die vorzüglich für Ferdinands VII. Erhaltung auf dem spanischen Throne sprach.

24. März 1811. Der engl. General Kempt erstürmt nach lebhafter Gegenwehr das Fort Picurina.

6. April. Wellington erobert mit einem Verlust von 59 Offizieren und 744 Mann Todten und 258 Offiziere und 2600 Mann Verwundeten in der Nacht auf den

7. April die Festung Badajoz mit Sturm, und der die Vertheidigung kommandirende General Philippon ergiebt sich mit 4000 Mann Gefangenen nach einigem Wiederstande auf dem Fort Christoval, wohin er sich mit seinem Staabe geflüchtet hatte.

12. April. Marmont versucht einen abermaligen Einfall in Portugall, und rückt bis Castello-Branco vor.

21. April. Der spanische General Lascy rückt mit 6000 Cataloniern (Guerillas) vor Tarragona, schließt dasselbe ein; wird jedoch von einer überlegenen Macht unter dem franz. General Decaen angegriffen und zurückgejagt.

23. April. Marmont verläßt Portugall wieder und zieht sich über die Aqueda zurück.

Mit dem Monat

Mai begann so zu sagen ein neuer Feldzug. Die Stärke der franz. Armee betrug 170000 M., gediente und gut befehligte Truppen, von denen Soult in Andalusien 58000; Marmont in Leon 55000; Souham in Alt-Castilien 10000; Suchet in Arragon und den östlichen Provinzen 40000 und Jourdan zur Deckung des König Josephs und der Hauptstadt 15000 Mann hatte; denen die Spanier, die durch Blakes Kapitulation in Valenzia die letzten regulirten Truppen verloren hatten, nur Guerillas entgegenstellen konnten, die nun wie schon erwähnt durch ihre Zusammenziehung in Corps nicht mehr so furchtbar waren. Wellington hatte gegen diese Macht kaum die Hälfte entgegen zu stellen, und konnte daher nur durch schnelle, unverhoffte Angriffe einigermaßen einem Erfolge entgegen sehen. Am

12. May 1812 brach daher der engl. General Hill von Almendralijo gegen die feste Stellung des Marschalls Marmont bei Almaraz auf, langte am Castel von Miravete auf der Sierra 4 Meilen von Almaraz am 18. an.

17. May. Der franz. General Dorsenne besetzt nach einigen Scharmützeln Oviedo und Gyon an der Grenze von Galizien.

19. May. Der engl. General Hill erstürmt die festen Werke an der Brücke zu Almaraz, zerstört dieselbe und zieht sich darauf nach Truxillo, der Uebermacht weichend zurück.

1. Juny. General Ballesteros greift den franz. General Conroux bei Bornos an; wird jedoch zurückgeschlagen.

13. Juny. Wellington geht über die Aqueda und lagert sich am

16 Juny 6 Stunden von Salamanca am Bache Valnaza; am

17. Juni rückt er in das von den Franzosen geräumte Salamanca ein, und läßt das Fort einschließen.

-- -- Carl IV. Exkönig von Spanien wählt Rom zu seinem Aufenthalt.

21. Juni. Wellington wird vom Marschall Marmont bei Morisco angegriffen, wirft ihn aber in mehreren Gefechten zurück, und stellt sich am

27. Juni längs dem Duero hin auf, worauf es am

28. Juni den Engländern gelingt, die Forts von Salamanca zu erstürmen; sie machten 700 Gefangene, sprengten die Festungswerke in die Luft, übergaben die Munition, Artillerie und Vorräthe den Spaniern, und folgten der französischen Armee nach, die sie auch am

2. Juli 1812 erreichten, sie über den Fluß trieben, und auf dem linken Ufer zwischen La Seca und Pollos ein Lager bezogen. Nach einigen vergeblichen Bemühungen die Engländer über den Duero zurückzutreiben, zieht am

16. Juli Marmont seine Armee bei St. Romana zusammen, erzwingt den Uebergang über den Duero bei der Brücke von Toro; Wellington stellt sich am Flusse Guarena bei Canizal auf, und Marmont zieht sich in der Nacht wieder zurück.

18. Juli. Zwischen Rußland und Spanien wird zu Welicke Lucki, dem damaligen Hauptquartier des Kaiser Alexander, im Kriege mit Napoleon, der sein Hauptquartier in Wilna hatte, ein Allianztraktat abgeschlossen.

20. Juli. Wellington rückt mit seiner Armee auf das rechte Ufer der Guarina vor, und stellt sich auf der Ebene von Valesa auf; Marmont zieht sich nach Villameda zurück, geht jedoch am

21. Juli über den Tormes und stellt sich auf den Anhöhen von Calbarasa de Ariba, auf der Straße von Salamanca, auf. In dieser Ebene kommt es am

22. Juli zu der entscheindenden Schlacht von Salamanca auch bei den Aropiles genannt. Nach einem hartnäckigen Kampfe erfocht Wellington zwar mit einem Verlust von 5000 Todten und den verwundeten Generalen Beresford, Stapleton, Cotton, Cole, Leith und Alten, einen vollständigen Sieg; die Franzosen verloren ausser einer großen Menge Todten, 7000 Gefangene, 11 Kanonen und 2 Adler. König Joseph verläßt auf diese Nachricht mit seinem Armee-Corps Madrid. -- Odonell wird von General Harispe bei Castella geschlagen. Wellington, die Franzosen schnell verfolgend, geht mit seinem Vortrab am

23. Juli 1812 über den Tormes, und bringt den Franzosen bei la Serra abermals einen ansehnlichen Verlust bei.

27. Juli. König Joseph besetzt Segovia.

30. Juli. Die Engländer besetzen Valladolid und die französische Armee zieht sich in Eilmärschen nach Burgos zurück, worauf am

4. August. Wellington, Cuellar, den Verbindungspunkt der Armee von Portugall mit der Armee des Centrums unter König Joseph besetzt, und am

6. August über Segovia, welches er am

7. August besetzt, nach Madrid aufbricht, vereiniget am

8. August seine Truppen zu St. Ildefonso zum Angriff auf Madrid, und rückt am

12. August nach mehreren Gefechten bei Majalahorda in Madrid ein. Eine französische Besatzung von 1700 M. hält sich noch auf dem Retiro; König Jeseph stellt sich mit seiner Armee zwischen Aranjuez und Toledo am linken Tajoufer auf.

-- -- Ein sizilianische, 6000 Mann Engländer starke Expedition landet bei Alicante.

14. August. Die Franzosen greifen Bilbao an, werden jedoch durch den General Xenovales zurückgeschlagen.

16. Aug. König Joseph räumt Toledo und zieht sich nach Valencia zurück. Die Central-Junta befiehlt die Konstitution bei Strafe des Hochverraths zu beschwören.

19. August 1812. Astorga ergiebt sich an den General Santo-Cildes mit 1000 M. und Empecinado erobert Guadalaxara.

25. August. Die französ. Besatzung vom Retiro ergiebt sich auf Kapitulation, und 180 Geschütze, 20000 Gewehre, so wie eine Menge Munition, Artillerie-Fuhrwerke, Kleidungsstücke und Vorräthe aller Art, sind die Beute der Engländer.

An demselben Tage heben die Franzosen die Belagerung von Cadix auf, und die Spanier besetzen Porto-Real und Chiclana.

26. August. Die Spanier, unter Ballasteros, greifen die Franzosen vor Sevilla an, drängen sie zurück und erobern die Stadt.

27. August. Die Franzosen greifen Bilbao von neuem an, und nehmen es in Besitz, werden jedoch schon nach einigen Tagen von den Guerillas unterm Schütze einer Kriegsflotte des |Sir Home Popham wieder darauf vertrieben. -- Die Spanier verlieren an demselben Tage Areta.

1. Septbr. Lord Wellington, zu schwach sich gegen die fast 100000 Mann starke Armeen Soults und Souhams, die von Sevilla aus gegen ihn anrückten, und Josephs Armeen zu halten, verläßt Madrid wieder und zieht sich nach Portugal zurück, vertreibt am

7. Sept. die Franzosen aus Valladolid und dringt am

17. Sept. auf den sich bei Burgos aufgestellten General Clausel vor, nachdem die Franzosen bisher allen Widerstand vermieden und alle Brücken abgeworfen hatten. Auch hier warteten sie den Angriff nicht ab, und die Engländer besetzen am

19. Sept. 1812 Burgos; die Franzosen gehen nach Brivieska unter General Souham zurück, nachdem derselbe 2 - 4000 Mann unter General Duberton in das feste Schloß vor Burgos geworfen hatte, welches sogleich von den Engländern und Spaniern eingeschlossen und beschossen wurde.

29. Sept. Marschall Soult vereiniget sich bei Albacete mit der Armee des Königs Joseph, und erobert am

9. Oktober das Schloß Chinchilla.

22. October. Die Engländer heben nach mehrmaligem vergeblichem Bestürmen die Belagerung des Kastells bei Burgos auf, und ziehen sich hinter den Duero zurück. Nach mehreren täglichen Gefechten mit der, unter General Souham, ihnen nachfolgenden französische Armee, vorzüglich am

30. October bei Puente-Larga, gelang es ihm, den Uebergang auf mehreren Punkten über den Duero zu erkämpfen, worauf der ebenfalls aus der Gegend von Madrid abgezogene englische General Hill am

1. November sich bei Arivalo mit der Armee des L. Wellington vereinigte. König Joseph zieht wieder in Madrid ein. Am

8. November rückt die ganze Armee, ach einem Rückzug von 150 Meilen wieder in die schon 2 mal innegehabte Position bei St. Christoval.

10. November. Die Armeen Soults und Souhams und des Königs Joseph vereinigen sich an den Ufern des Tormes, überschreiten denselben, drängen die Anglo-Portugiesen an mehreren Stellen zurück, und zwingen Lord Wellington, am

16. Nov. 1812 seine Position bei St. Christoval aufzugeben, da auch schon der Weg nach Cindad-Rodrigo ihm abgeschnitten war, auf welchem am

17. November der englische General Paget von einer Abtheilung des Soultschen Corps gefangen genommen wird, er war der nächste General nach Wellington; doch gelang es dem letzteren, am

18. November Cindad-Rodrigo zu erreichen, woselbst er aus sein Hauptquartier nahm, und als einige Tage späterhin die französische Armee, wegen Mangel an Nahrungsmitteln, den Tormes wieder verließ, legt er seine Truppen zur Erholung in weitläuftige Winterquartiere, und beschloß somit den Feldzug des Jahres 1812.

Unter allen Feldzügen der Spanier gegen die Franzosen war dieser, obgleich im Anfange und in der Mitte glänzend, in seinem Ausgang der allerschlimmste; Spanien und Portugall konnten fast gar nichts mehr leisten, und Englands Truppen waren ebenfalls zu schwach, um mit Nachdruck gegen eine fast doppelt große Macht zu kämpfen; wäre daher nicht grade in diesem kritischen Augenblick Napoleon in Rußland gänzlich verunglückt, so würde bestimmt die Unterwerfung der pyrenäischen Halbinsel vollendet worden seyn. Doch Napoleon fiel auf der höchsten Stufe seiner kolossalen Macht, und was Preußen und Deutschland rettete, macht auch Spanien wieder frei; denn, wenn man auch mit Jones annehmen wollte: daß, da auf der einen Seite ein großer Theil Spaniens wieder frei geworden war, und daher eine kräftigere Unterstützung als bisher leisten konnte; so hätte Spanien, trotz dem kräftigsten Beistande der Engländer, wenn Napoleon auf dem Kampfe mit Rußland siegreich herausgieng, dennoch fallen müssen.

Lord Wellington erhielt am Ende Decembers, von den spanischen Cortes den Rang und die Macht eines Generalissimus der spanischen Heere, und 50000 Mann Spanier unter den Generalen Giron, Freyre und Conde de Bispal. Auch aus England waren starke Truppenabtheilungen angekommen, so, daß im Frühjahr des Jahres


1813.[]

die englische Armee mit den Portugiesen 65000 Mann Infanterie und 6000 Mann Kavallerie in schlagfertigem Zustande stark war. Den ersten Schritt in diesem Jahr thaten die Cortes am

4. Januar 1813 durch Dekretirung des Verkaufs aller Gemeingüter, worauf am

23. Februar die gänzliche Aufhebung der Inquisition erfolgte.

Die beiden Armeen blieben einander unthätig gegenüber stehend, sich beide noch stets verstärkend, bis am

31. April der Marschall Suchet zuerst die Engländer, unter dem General Muray, bei Castella angreift, jedoch zurückgeworfen wird und sich nach Biar zurückzieht. Hierauf geht am

15. May die anglo-portugiesische Armee in verschiedenen Punkten, zwischen Lamego und der spanischen Gränze über den Douro, und rückt auf Zamora los, während Lord Wellington selbst mit einem Corps Engländer und Spanier gegen Salamanca vorrückt und am

26. May dasselbe besetzt und die Franzosen bis Huerta drängt; am

31. May schiffen sich 20000 Mann Engländer zu Alicante ein, um von Tarragona aus die Franzosen anzugreifen, die auch zwei Tage darauf (2 Juny) daselbst landen und Tarragona einschließen.

1. Juny 1813. Die engl. Kavallerie rückt in Zamora und Toro ein; die französische Armee zieht sich zurück.

4. Juny. Die Franzosen verlassen Valladolid, welches sogleich von den Engländern besetzt wird.

5. Juny. Das Fort Balaquer bei Tarragona ergiebt sich den Engländern.

12. Juny. Marschall Suchet entsetzt Tarragona; der engl. General Murray zieht sich zurück, und schifft sich wieder ein.

Am nämlichen Tage werden die Franzosen bei Estapan zurückgeworfen; und sprengen in der Flucht die Zitadelle von Burgos so eilig in die Luft, daß 3 bis 400 Menschen das Leben dabei verloren. -- Auch bei Hormazas wirft General Hill die Franzosen zurück, die sich über den Arlanzon auf Briviesca ziehen. Am

13. Juny jedoch bei Caraquinte, sieht sich der General Eliot genöthiget vor den Franzosen unter General Hubert zurück zu ziehen.

15. Juny. Die engl. Armee geht auf den Brücken von St. Martin und Fuente de Aronas über den Ebro.

16. Juny. Der engl. General Graham wird bei Osmen von den Franzosen angegriffen, behauptet jedoch trotz ihrer Uebermacht seine Stellung.

20. Juny. Nach einem Gefecht bei St. Millan vereinigen sich die engl. span. portug. Armee-Corps an dem kleinen Flusse Bayas in der rechten Flanke der Franzosen auf den Ebenen von Vittoria, und hier kommt es am

21. Juny zu der eben so entscheidenden als ewig denkwürdigen Schlacht bei Vittoria. Wellington schlägt nach einem hartnäckigen Kampfe die Franzosen unter König Josephs und Jourdans Anführung gänzlich aus dem Felde, und mit dieser Schlacht brach Frankreichs Macht in Spanien zusammen, und das Land jauchzte neuer Freiheit entgegen. Joseph selbst entkam dem ihn verfolgenden engl. Capitain Wynham vom 10. Husaren-Regimente nur durch die ausserordentliche Schnelligkeit seines Pferdes; 10000 Todte, Gefangene und Verwundete; 151 Stück Geschütz, 415 Munitionswagen, mit mehr denn 14000 Kanonenschüssen, und beinahe 2 Millionen Flintenpatronen ließen die Franzosen auf dem Schlachtfelde zurück; nur eine Kanone und eine Haubitze nahmen sie mit, die sie auch am folgenden Tage verloren. Ausserdem ließen sie 2000 Wagen von allen Gattungen, mit Geld, Kostbarkeiten, und dem ganzen Königlichen Geräthe unweit Vittoria zurück, und in voller Flucht eilten in höchster Verwirrung die Ueberreste von Josephs Armee den Pyrenäen zu, von den Engländern auf dem Fuße verfolgt; dagegen war am

24. Juny 1813 Marschall Suchet glücklicher und rückte mit seinem Armee-Corps wieder in Valenzia ein.

Auch die von der Expedition vor Tarragona zurückkommenden engl. Truppen langen wieder zu Alicante an.

26. Juny. Die Stadt Pampeluna wird von den Anglo-Spaniern erstürmt; eben so schnell Tolosa eingenommen und General Hill verfolgt unaufhaltsam die durch das Thal von Roncevaux (einst berühmt durch Rolands Sieg und Fall) nach Frankreich zurückkehrende franz. Armee.

27. Juny 1813. General Clausel geht bei Tudela über den Ebro und zieht sich mit Verlust seiner Artillerie durch den Paß von Jacca nach Frankreich zurück.

1. Juli. Marschall Soult kehrt nach Spanien zurück, um gegen die unter Wellington stets vordringenden Engländern zu befehlen; zieht sich jedoch schon am

5. Juli mit der bisher vom Marschall Suchet am Ebro befehligten Armee zurück.

-- -- Der englische General Graham stellt seine Armee an der alten Grenze zwischen Spanien und Frankreich auf. -- Das Fort Pancorbo ergiebt sich auf Kapitulation dem spanischen General Grafen Abisbal.

15. Juli. Der engl. General Sir Rowland Hill langt in der Verfolgung der Franzosen auf dem höchsten Punkte der Pyrenäen-Pässe bei Maya an.

17. Juli. General Graham erobert das Kloster des heil. Barthelemy bei St. Sebastian und läßt am

25. Juli die Festung auf allen Seiten erstürmen; er wird jedoch lebhaft zurück geschlagen und hebt die Belagerung auf. Am nämlichen Tage wirft die auf dem Rückzug begriffene französische Armee im Thal Roncevaux und im Thale von Bastan, die Engländer unter den Generälen Cole und Hill zurück.

27. Juli. Marschall Soult greift die engl. Armee bei Huarte und Villaba an, wird jedoch zurück geworfen.

30. Juli. Lord Wellington greift die ganze franz. Linie unter Marschall Soult in den Pyrenäen an, wirft sie auf allen Seiten zurück und zwingt ihn, sich in der Nacht durch den Paß von Donna Maria zurückzuziehen.

31. Juli 1813. Marschall Soult bringt mit dem größten Theil seiner Truppen über die Bidassoa und greift die Spanier auf den Anhöhen von St. Marcial bei St. Sebastian an, wird jedoch zurück geworfen.

Tarragona wird abermals von den Engländern zu Wasser und zu Lande eingeschlossen und Lord Bentink geht mit einem Theil der engl. Armee zwischen Tortosa und dem Meere über den Ebro.

4. August. Die Engländer verwandeln aufs Neue die bisherige Blokade von St. Sebastian in eine Belagerung.

14. August. Marschall Suchet vereinigt sich in der Gegend von Villa Franca mit dem General Decaen und greift am

15. August die Engländer bei Nulles, welche geworfen werden. Lord Bentink zieht sich auf Cambrils zurück.

18. August. Marschall Suchet läßt die Festung von Tarragona sprengen und zieht sich nach Barcellona zurück.

26. August. Die Engländer nehmen den Posten von Santa Clara bei Sebastian ein.

31. August. Die Engländer erstürmen St. Sebastian von allen Seiten und nach hartnäckigem Kampfe ziehen sich die Franzosen in das Castell zurück, welches jedoch schon am

9. September General Rey nach heftigem Bombardement auf Kapitulation ergiebt.

13. September. Lord Bentink wird von Marschall Suchet im engen Passe von Ordal überfallen und zieht sich nach Tarragona zurück.

7. October 1813. General Graham erzwingt nach heftigem Widerstande den Uebergang über die Bidassoa, eben so der General Freyre mit den Spaniern durch die Furten bei St. Marcial; greifen die Franzosen an und werfen sie aus der festen Stellung bei Vera heraus; indem General Giron sich des befestigten La Rhune-Berges bemächtiget. Am

8. October werden die Franzosen abermals geschlagen, und Lord Wellington stellt seine Truppen auf französischem Gebiete auf, worauf am

31. October sich auch sie letzte Festung Spaniens, Pampeluna, auf Kapitulation ergiebt. So war nach den heldenmüthigsten Anstrengungen der Spanier und Portugiesen; nach dem größten Aufopferungen das große Werk gelungen und trotz der ungeheuren Macht Frankreichs die pyrenäische Halbinsel befreit, und Wellington eilte von Süden aus, den von Norden herdringenden Alliirten, seine Kräfte zuzuführen und so zum allgemeinen Befreiungskampf mitzuwirken. Nur allein der Marschall Suchet blieb noch eine Zeitlang mit einem Armee-Corps in der Gegend von Tarragona stehen, wurde jedoch auch nach mehreren Gefechten zum Rückzug gezwungen; und ging, nachdem er am

3. December noch die Stadt Martorelli hatte plündern lassen, auch nach Frankreich zurück. Dieses war die letzte Unternehmung der Franzosen in Catalonien, und mit Ende

Januar 1814 zogen alle noch daselbst befindlichen Truppen aus Spanien heraus, ausser den Festungen, woselbst die Franzosen Garnisonen zurückließen, nämlich Barcellona und Figuieras, welche von den Spaniern blokirt wurden. Lerida und Mequinenza wurden durch Kriegslist eingenommen und die betrogene Garnison 3 bis 4000 Mann, sahen sich beim Ausmarsch gezwungen zu kapituliren; Tortosa entgieng der Falle und blieb ebenfalls von den Franzosen besetzt.

Lord Wellington fuhr indessen fort gegen die noch in den Pyrenäen stehenden franz. Armeen anzudrängen, und griff am

10. November 1813 die Verschanzungen derselben längs der Neville an; es gelang ihm auch nach einem hartnäckigen blutigen Gefechte, sie daraus zu vertreiben, und 50 Kanonen zu erobern; worauf sie zwischen der Nivelle und dem Meere in Cantonirungen gingen, bis sie endlich am

9. December gegen Bayonne vorrückten, worauf am

10. December Morgens Soult auf die Straße vor St. Jean de Luz vorrückt, woselbst er jedoch zurück geworfen wird; eben so wenig gelang ihm am

12. Dcbr. nach einem Uebergang über die Nive ein Angriff auf den engl. General Hill, wo er sich ebenfalls zurückziehen mußte, und seine Armee hinter den Adou in Cantonirungen gehen ließ. in diesen Cantonirungen längs der Nive, dem Adou, der Pau, der beiden Gaven d'Oleron und de Mauleon blieben die Truppen bis Mitte Februar des Jahres 1814 stehen.

- - - - -

Während dem hatte König Joseph wieder der Krone entsagt und Napoleon glaubend durch Zurückgabe ihres Königs die Spanier wieder auf seine Seite zu bringen, und somit eine furchtbare Armee im Süden los zu werden; schloß am

15. December 1813 zu Valencay mit dem gefangenen König Ferdinand VII. eine Uebereinkunft ab, nach welcher Letzterer wieder nach Spanien entlassen wurde.

Dieser Vertrag wurde


1814.[]

5. Januar durch den Herzog von St. Carlos den spanischen Cortes überricht; von diesen jedoch nicht anerkannt, sondern im Gegentheil erklärt: daß kein, dem Könige während seiner Haft abgedrungenes Versprechen für die Nation bindend seyn solle, und erklären am

30. Januar den Vertrag von Valencay für ungültig.

14. Februar. Die Eugländer unter General Hill brechen von Urcuray auf und werfen ein franz. Corps hinter Meharin zurück, und erobern am

15. Februar 1814 die verschanzten Gave Garis an der Brücke von St. Palais mit dem Bajonett nach dem lebhaftesten Widerstande; eben so am

16. Febr. an der Gave de Maulion.

23. Febr. Sir John Hope schließt Bajonne ein, und Marschall Soult zerstört alle im Bereich der Festung liegenden Brücken, und concentrirt seine Armee bei Orthes hinter der Gave de Pau, woselbst er am

25. Febr. von dem Marschall Berresford angegriffen wird, und sich mit einem Verluste von 12 Kanonen zurückziehen muß, worauf am

26. Febr. das Centrum der engl. Armee bei St. Snoer über den Adour geht.

1. März. Marschall Soult verläßt die Straße nach Bordeaux, und zieht sich nach Agen; worauf Wellington schnell nachrückt, und am

12. März 1814 unter dem lauten Jubel des Volks, der Marschall Beresford und mit ihm der Herzog von Angouleme in Bourdeaux einzieht.

18. März. König Ferdinand VII. reiset nach Spanien ab, woselbst er am

24. März anlangt, sich unter dem Schutze der Armee nach Valencia begiebt, und dort die Konstitution der Cortes beschwört.

Die beiden feindlichen Armeen hatten längs den Ufern der Garonne fortwährend kleine Gefechte, bis die engl. Armee sich an mehreren Orten den Uebergang über die Garonne erkämpft hatte, und Wellington nun am

10. April einen allgemeinen Angriff auf die französische Armee unter Marschall Soult bei Toulouse machte, und ihn nach einem der heftigsten Kämpfe von allen Verschanzungen vor Toulouse verjagte, und die Höhen besetzte; so wie Toulouse von drei Seiten eng eingeschlossen wurde, und schon machte man sich zu neuen Angriffen bereit, als die Gerüchte von Abschluß des Friedens die Schwerdter in der Scheide behielten, und Wellington ruhig am

12. April die französ. Armee in der Nacht mit ihren Kanonen aus der Stadt unter seinem Kanonenbereich abziehen ließ; am

13. April kamen Botschaften nach Toulouse und brachten die Nachricht vom Einzuge der Alliirten in Paris, der Entsagung Napoleons, und der Wiedereinsetzung der Bourbons, und dennoch machte am

14. April der eben so gut unterrichtete Gouverneur von Bajonne einen Ausfall auf das Belagerungs-Corps mit seiner ganzen Garnison, wobei er auch den verwundeten engl. General Sir John Hope gefangen nahm. Am

18. April 1814 endlich wurde zwischen General Wellington und Marschall Soult eine Convention wegen Aufhebung der Feindseligkeiten abgeschlossen, womit sich der sechsjährige Krieg der pyrenäischen Halbinsel für letztere glücklich schloß, und kurz darauf die Spanier und Portugiesen sich über die Pyrenäen zurück in ihre Länder zogen; die Engländer jedoch nach Bordeaux marschirten, und sich da einschifften.


Angabe der französischen Truppen.[]

[1812]

Aus Spanien. [2]

Eine genaue Nachricht, wie viel Menschen der seit fünf Jahren in Spanien geführte Krieg Frankreich gekostet hat, wird einst ein wichtiges Dokument für die Geschichte unserer Zeiten seyn. Dem Publikum wird daher folgende zuverlässige Angabe der französischen Truppen willkommen seyn, die vom 1807#Jahre 1807 bis zum Anfange 1811 auf der Straße von Irun in die Halbinsel eingerückt sind.

Am 19ten Oktober 1807 fingen die französischen Truppen an, in Spanien einzumarschiren, und am Ende des Jahres waren eingerückt: 47,500 Mann Infanterie, 7120 Mann Kavallerie, 94 Kanonen, 18 Mörser, 55 Haubitzen und 100 Wagen. -- Im Jahre 1808 sind einmarschirt: 200,300 Mann Infanterie, 36,200 Mann Kavallerie, 1800 Wagen, 196 Stück Geschütz. Am 11ten Oktober fing die große Armee an, in Spanien einzutreffen. -- Im Jahre 1809 sind einmarschirt 44,950 Mann Infanterie, 4302 Mann Kavallerie, 320 Wagen, 434 Stück Geschütz. -- Im Jahre 1810: 124,510 Mann Infanterie, 25,734 Mann Kavallerie, 3209 Wagen, 96 Kanonen, 16 Mörser. -- In diesen vier Jahren zusammen: 426,200 Mann Infanterie, 73,356 Mann Kavallerie, 7540 Guides, 7650 bürgerliche Beamte; in Allem 514,736 Mann. Ferner 820 Kanonen, 34 Mörser, 55 Haubitzen und 5414 mit Kriegsmunition beladene Wagen.

Im Jahre 1811 bis zum 28sten Januar sind bloß durch die Straße von Bayonne 600 Mann Infanterie und 180 Mann Kavallerie einmarschirt. Den 10ten Februar 1809 kam Junot zum Zweytenmale nach Spanien. -- Massena kam daselbst an den 4ten May 1810; seine Bagage folgte ihm am 24sten auf 40 Wagen. -- General Drouet kam an den 5ten August 1810.

Die Zahl aller Engländer, Spanier und Portugiesen, die als Kriegsgefangene auf der Straße von Irun nach Frankreich bis zum 22sten Februar 1811 gebracht sind, beträgt 48,228.

Die Totalzahl der französischen Truppen, die von 1807 bis 1811 nach Frankreich zurückgekehrt sind, beläuft sich nur auf 53,000 Mann.


Quellen.[]

  1. Chronologische Uebersicht der Kriegsereignisse in Spanien und Portugall vom Einfall der Franzosen im Jahr 1808 bis zur Befreiung des Königs von Spanien im Jahr 1823. Enthaltend: alle Gefechte, Schlachten, Belagerungen u. s. w. so wie die wichtigsten Proclamationen und Manifeste. Von Friedrich Wilhelm Cölln, Königlich Preußischem Polizei-Secretär. Coblenz, in der neuen Gelehrten-Buchhandlung. 1824.
  2. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 163. Montag, den 8. July 1812.
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