Hannöversche Angelegenheiten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Allgemeiner Bericht von den politischen Merkwürdigkeiten.

[1]

Die Schlacht von Austerlitz hat die Ruhe im nördlichen Deutschlande erhalten. Funfzig tausend Mann alliirter Truppen, die im Hannöverschen versammelt waren, wurden durch die Folge dieser Schlacht in Unthätigkeit versetzt. Auch zog die Französ. Nord-Armee, die sich in Holland unter Prinz Louis gesammelt hatte, größtentheils wieder auseinander.

Dem Churfürstenthum Hannover stand eine Veränderung, nämlich eine provisorische Besitznahme durch Preußen, bevor. Der K. Staatsminister, Graf von der Schulenburg, war zu dem Ende von Berlin abgereist, und ward auf dieser wichtigen Reise nach Hannover am 2ten Febr. zu Hildesheim erwartet.

Eine andere Occupation ist vermuthlich schon im südlichen Italien erfolgt, indem seit dem vorigen Monat eine starke Französische Armee auf dem Marsch war, um Neapel zu besetzen.

Sowol Italien, als mehrern Deutschen Gegenden stehen noch merkwürdige Veränderungen bevor. --


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1806]

[2]

Preussen.

Im vorigen Junius hatte sich bekanntlich eine Hannöverische Deputation nach Berlin begeben: die überreichte dem König eine, verschiedene Gegenstände betreffende, Bittschrift. Hierauf erfolgte am 26. Jun. eine Antwort, in welcher besonders folgende Stellen zu bemerken sind. "Die ferner in eurer Vorstellung an den Tag gelegten Gesinnungen sind Mir Bürge, daß ihr Mir und Meinem Hause forthin mit eben der Treue ergeben seyn werdet, die ihr eurem vorigen Landesherrn bewiesen habt." An einer andern Stelle heißt es: "Aus diesem Bescheide werdet ihr entnehmen, und Ich gebe euch mit Freuden darüber die feste Zusicherung, daß Mein ganzes Bestreben ausschließlich darauf gerichtet ist, die Wunden zu heilen, die die bisherigen unglücklichen Ereignisse dem Lande geschlagen haben, und es ganz glücklich zu machen. Weder ehrgeitzige, noch l~~derbegierige Absichten, sondern nur durch Erfahrung begründete Ueberzeugung, daß die Einverleibung der Hannöverschen Lande in die Preussische Monarchie zur beyderseitigen Wohlfahrt und Sicherheit schlechthin nöthig sey, haben Mich zu dieser Vereinigung, und den damit verbundenen grossen Opfern bestimmen können. Die Vergangenheit hat es bewiesen, daß England euch nicht beschützen konnte, und daß ihr nur von Preussen beschützt werden könnt."

[3]
Deutschland.

Im Hannöverischen und in den Preussischen Besitzungen von Westphalen wurde stark recrutirt, und die ausgehobene Mannschaft zum Theil an die Depotbataillons zur Einübung, zum Theil aber auch unmittelbar an die Regimenter abgeliefert. -- Es hieß, daß sich bey Hoya in Kurzem ein starkes Preussisches Armeecorps zusammenziehen würde, von Hannover war eine Feldbäckerey dahin abgegangen. Hingegen hatten die Preussischen Truppen die Städte Hamm, Unna, Soest, und überhaupt die ganze Grafschaft Mark, schnell verlassen, und man war überall mit Einpacken der öffentlichen Cassen beschäftigt. Auch die Preussische Besatzung von Münster hatte Befehl, sich marschfertig zu halten, und die dortige Bank war zum Fortschaffen bereit. Der Artilleriepark für die westphälische Armee wurde aus Magdeburg erwartet, von wo er am 19. auf~rechen sollte.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Politisches Journal nebst Anzeige von gelehrten und andern Sachen. Jahrgang 1806.
  2. Wiener Zeitung. Nro. 68. Sonnabend, den 23. August 1806.
  3. Wiener Zeitung. Nro 73. Mittewoche, den 10. September 1806.
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