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La Fere.Bearbeiten

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Fere, la, kleine Stadt mit 436 Feuerst. und 2,604 Einwohnern, in der Picardie, an den Flüssen Oise und Serre, liegt in einer morastigen Gegend, und war vormals befestigt. Jezt der Hauptort eines Cantons im Departement der Aisne, Bezirk Laon. Es giebt da viele Pulvermühlen und Glashütten in dem benachbarten Walde, nebst einer Spiegelfabrik zu St. Gobin. Es ist hier auch eine Artillerieschule.


Einnahme der Festung Lafere in Frankreich.Bearbeiten

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Der acht und zwanzigste Februar 1814.

Am heutigen Tag des für die Waffen der Alliirten so glorreichen Jahrs 1814 bemächtigte sich der preussische Divisionsgeneral von Thümen nach einer kurzen Kanonade der Festung Lafere. Ausser vierhundert Gefangenen sind dem Sieger ungeheure mit Militäreffekten angefüllte Magazine in die Hände gefallen, z. B. mehrere hundert metallene Kanonen mit und ohne Lafetten, kupferne und hölzerne Pontons, mehr als tausend Wagen Flinten, Säbel, Patrontaschen, Artillerie- und Fuhrwesensgeräthschaften, Pulver und Pulverwagen, Leinwand u. s. w Der werth dieser Gegenstände wurde auf zwanzig Millionen Franken geschätzt.


Vertheidigungszustand im Jahre 1815.Bearbeiten

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La Fere vom 21sten Mai 1815.

Im Hauptgraben fängt man an, eine Luette von 12 Fuß Breite und 4 Fuß Tiefe zu machen. Die Werke befinden sich in gutem Zustande. Die Hauptvertheidigung besteht in den Ueberschwemmungen. Sie können so erhöht werden, daß noch in den Festungsgräben 5 bis 6 Fuß hoch Wasser eingelassen werden kann. Die nächsten Höhen liegen wenigstens 350 Toisen von der Mauer entfernt.

La Fere hat 2 Thore und ist mit einer crenelirten Mauer umgeben. Die Schleusen sind durch die vorliegenden Werke gut gedeckt.

Das Pulvermagazin ist geräumig. Das Schloß ist das einzige bombenfeste Gebäude, zur Unterbringung der Lebensmittel.

Zur Vertheidigung waren 30 Geschütze und 300 Schuß für jedes vorräthig. Der Platz bedarf 12 bis 1500 Mann Besatzung, und 60,000 Francs zur Instandsetzung, wozu 30,000 Fr. gegeben sind.


Quellen.Bearbeiten

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  2. Neues historisches Handbuch auf alle Tage im Jahr mit besonderer Rücksicht auf die Ereignisse der neuesten Zeiten von Wagenseil Königl. baier. Kreißrath. Augsburg und Leipzig in der Jenisch und Stageschen Buchhandlung.
  3. Belagerungs-Krieg des Königlich-Preußischen zweiten Armee-Korps an der Sambre und in den Ardennen, unter Anführung Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen August von Preußen im Jahre 1815. Nebst einer Abhandlung über die Einschließung fester Plätze und einer aus authentischen Quellen gezogenen Angabe der Stärke, Beschaffenheit und nöthigen Ausrüstungsmittel der vornehmsten Französischen Festungen. Von. F. von Ciriacy, Königlich-Preußischen Hauptmann im Kriegs-Ministerium. Berlin, 1818. Bei Ernst Siegfried Mittler.
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