Von Bastille bis Waterloo. Wiki
Advertisement

Landau, eine wichtige Festung und ehemalige Reichsstadt in einer schönen Aue am Flusse Queich, in der baierschen Rheinprovinz; hat eine den Lutheranern und Katholiken gemeinschaftliche Collegiatkirche, einen Canal, vermittelst dessen alle Bedürfniße der Stadt zu Wasser herbeigeschaft werden können. Im J. 1800 hatte die Stadt, mit Ausschluß des Militärs, 5123 Einwohner.

Im spanischen Successionskriege ward sie 1702 durch die kaiserliche und Reichsarmee den Franzosen, und von diesen wiederum 1703 den Deutschen, jedoch 1704 abermals von den Kaiserlichen und Alliirten den Franzosen abgenommen, worauf sie wiederum eine Reichsstadt wurde. Nachdem im J. 1713 die Franzosen sie abermals erobert hatten, ward sie ihnen 1714 im badenschen Frieden mit allem Zubehör förmlich überlassen.

Der pariser Friede von 1814 bestätigte sie nicht nur in ihrem Besitze, sondern that auch noch eine kleine Strecke Landes hinzu, um Landau mit dem Elsaß zusammenzuhängen. In der Pariser Convention vom 20. Nov. 1815 aber ward bestimmt, daß mit dem linken Ufer der Lauter auch dieser Platz wieder an Deutschland fallen soll. Bei der unter den verbündeten Souverainen verabredeten Vertheilung der eroberten Länder kam der südliche Theil des linken Rheinufers in den Besitz von Oesterreich, welche Macht denselben durch den Münchner Vertrag vom 14ten Apr. 1816 an Baiern abtrat, mit der Bestimmung, daß Landau eine Bundesfestung, in Gemäßheit der Stipulation vom 3. Nov. 1815 bleiben sollte.


Landau.


Landau bloquirt durch die könig. preüß. Truppen 1793.

Quellen und Literatur.[]

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
Advertisement