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Legati, werden päbstliche Gesandte und Bevollmächtigte genennet. Man theilt sie in

1) Legatos a latere. Diese sind meistens Cardinäle, als welche des Pabsts ordentliche geheime Staatsräthe, und demselben stets zur Seite sind, daher sie, wenn er sie verschickt, gleichsam von seiner Seite genommen werden. Sie sind die vornehmsten unter allen, führen die Insignia der päbstlichen Würde, haben Characterem repraesentativum, und es ist die höchste Gesandtschaft und Ehre, welche gekrönte Häupter von dem Pabste erhalten können. Die Ernennung eines solchen Legati a latere geschieht ordentlich im Consistorio, und wird ihm, seine Gesandtschaft desto ansehnlicher zu machen, von dem Pabst ein gewisses Kreuz übergeben, dessen er sich, wenn er 40 Meilen von Rom weg ist, bedient, solches in die Höhe richtet, und damit an statt des Pabsts den Segen ertheilt. Er hat über dieses mehrere ansehnliche Privilegia, z. B. in gewissen casibus refervatis die Absolution zu ertheilen, die Resignation der Kirchenbeneficien zu verstatten, und andere Actus der päbstlichen Gewalt auszuüben. Bisweilen wird auch andern Nuntiis, welche keine Cardinäle sind, die Qualität a latere beygelegt, um ihnen dadurch ein größeres Ansehen zu machen.

2) Legatos missos, d. i. diejenigen, welche als päbstliche Nuntii von dem Pabst verschickt werden, dabey aber keine Cardinäle sind, auch nicht die Qualität a latere überkommen.

3) Legatos natos. Diese verrichten keine Gesandtschaften, und führen diesen Titel nicht wegen ihrer Person, sondern wegen ihrer geistlichen Würde. Dergleichen Legati nati waren die Erzbischöffe zu Salzburg, Prag, Rheims, Arles xc. Es wird dieser Character auch einigen, nicht wegen gewisser geistlichen Beneficien, sondern als ein besonders Vorrecht beygelegt.

Endlich heissen 4) Legati diejenigen, welche der Pabst abschickt, um bey einem allgemeinen Concilio seine Stelle zu vertreten.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
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