Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Zeitungsnachrichten.[]

[1806]

Großbrittanien. [1]

Als vor kurzem ein Englisches Cartelschiff im Tagus unter einem Embargo zurückbehalten wurde, so erregte dieser Umstand nicht wenig Unruhe. Die Sache wird nur so erklärt: Die Französischen Gefangenen auf dem Schiffe ergriffen jede Gelegenheit zu entwischen, und ans Ufer zu gehen. Dieses wurde dem Capitain Sheriff, als dem ältesten Officier auf jenem Posten angezeigt, der den Lord Strangford davon benachrichtigte, worauf Anstalten zu Wiedererlangung der Gefangenen gemacht wurden. Vom Curieux schickte man eine Wache, um sie zu beobachten, und die Polizey zog viele von den Flüchtigen ein, und schickte sie am Bord. Bald darauf empörten sich die Gefangenen, bemächtigten sich der Waffen und Ammunition, und machten sich in dem Boote des Cartelschiff devon, indem sie droheten, alles auf dem Cartelschiffe umzubringen, wenn man einen Versuch machen würde, sie zurückzubringen. Indessen hatte die Wache einige Ammunition entdeckt, die sie nicht gefunden hatten; und benutzte sie, wobey ein Franzose verwundet und ein Portugiese getödtet wurde. Der letztere Umstand veranlaßte das Embargo.


Großbrittanien. [2]

Ein Brief aus Lissabon vom 21. Jun. meldet, daß die Portugiesische Regierung noch immer auf ihrem unfreundlichen Benehmen gegen England besteht. Ein Cartelschiff kam neulich mit 187 Französischen Gefangenen von dem Cap im Tajostrohme an. Diese standen gegen die Wache auf dem Schiff auf, mißhandelten sie, und entflohen auf dem Schiffsboot. Die Wache feuerte auf sie, doch ohne Wirkung. Die Folge davon, daß die Wache ihre Schuldigkeit that, war, daß der Portugiesische Minister unsern Charge d'Affaires, Lord Strongford, in einem Schreiben benachrichtigte, es sey auf das Cartelschiff ein Embargo gelegt worden, und es dürfe den Hafen nicht verlassen, weil es auf neutralen Grund und Boden auf Franzosen gefeuert habe. Lord Strongford theilte die Note dem commandirenden Officier auf der Station mit.


[1808]

Großbrittanien. [3]

In dem Londoner Journal, the Traveller, las man folgende Auszüge aus Briefen von der Flotte in Portugall:

"I. Vom 9. Sept. am Bord des Conqueror im Tajo. Die Russische Flotte geht unter Bedeckung von 7 Linienschiffen nach England. Zwey Russische Linienschiffe sind in so schlechtem Zustande, daß sie nicht See halten können; man wird sie daher auseinander nehmen. Die sieben übrigen verproviantiren sich mit Hülfe unserer Eskadre, und schicken sich zur Abfahrt an; wahrscheinlich gehen sie zu Anfang künftiger Woche unter Segel. Zu Begleitungsschiffen sind bestimmt: Barfleur (Adm. Tyler), Donnegal, Elisabeth, Herkules, Alfred, Ruby und Conqueror. Es ist unserer Flotte sehr unangenehm, daß man den Russen erlaubt hat, friedlich nach England abzusegeln; Jedermann erwartete ein Treffen mit ihnen, und es wahr schon Befehl dazu gegeben, als ein Kourier von London mit der Anweisung ankam, mit ihnen zu unterhandeln, und möglichst ein Gefecht zu vermeiden. Man schließt daraus, daß zwischen den Höfen Petersburg und St. James eine freundschaftliche Ausgleichung auf dem Tapete ist. Der Russische Admiral speist heute bey Sir Charles Cotton."

"II. Vom 11. Sept. Ich höre eben, daß morgen früh ein Schiff mit Depeschen abgeht. Admiral Tyler hat gestern mit seiner Eskadre den Tajo verlassen. Er liegt bey Cascaes vor Anker, wo die Russische Flotte zu ihm stossen soll, die den Tajo morgen verläßt. Die Französische Armee geht in drey Divisionen ab. Die erste ist schon eingeschifft, und wird gleich unter Bedeckung der Nymphe absegeln, welche den Gen. Junot mit 20 Offizieren seines Generalstabes an Bord nimmt. Die Resistance wird die zweyte Division begleiten, und ebenfalls 2 Generale und andere Offiziere am Bord haben. Die Amiable eskortirt die dritte Division. Jede Division besteht aus ungefähr 8000 Mann."

"III. Vom 12. Sept. Die erste Division der Französischen Armee liegt zur Abfahrt bereit; die Nymphe hat das Signal dazu für diesen Nachmittag gegeben. Wir haben Transportschiffe für 25,000 Mann zusammengebracht. Gen. Junot darf 800 Pferde, mit Einschluß der Artillerie-, Kavallerie- xc. Pferde, einschiffen; auch hat man ihm erlaubt, alle Englische Pferde, die er zu 100 Guineen fürs Stück kaufen kann, mitzunehmen. Die Amiable wird das nach Rochelle bestimmte Konvoy begleiten. Die zweyte Division schifft sich morgen oder übermorgen ein."


[1812]

London, den 31sten July. [4]

Das Linienschiff Sr. Majestät, the Dauntleß, ist am 22sten dieses mit 2 Transportschiffen, die mit Lebensmitteln beladen waren, von Kork zu unsern Flotten von Lissabon und Kadix abgesegelt; diese Thatsache ist dadurch sehr merkwürdig, weil sie die Verlegenheit unserer Regierung zur Unterhaltung dieser Station beweiset; denn seit 4 Jahren befindet sie sich zum Erstenmal in der Nothwendigkeit, Lebensmittel aus Irland nach gedachten Bestimmungen zu beziehen; bisher war deren Verproviantirung durch die Amerikaner gesichert, und obiges ist bereits die Wirkung des Aufhörens unserer Verhältnisse mit den vereinigten Staaten.


Quellen.[]

  1. Wiener Zeitung. Nro. 63. Mittewoche, den 6. August 1806.
  2. Wiener Zeitung. Nro. 64. Sonnabend, den 9. August 1806.
  3. Wiener-Zeitung. Nro 91. Sonnabend, den 12. November 1808.
  4. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 201. Mittewoch, den 21. August /2. September 1812.
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