Lodi, ziemlich große und wohlgebaute Stadt u. Hauptort des Gebiets Lodesano, im ehemal. Herzogthum Mayland, an der Adda, in einer sehr fruchtbaren Gegend. Jezt der Hauptort eines Bezirks im Departem. des Alto Po, in dem Königreich Italien.

Bey der Zählung im J. 1774 fanden sich 15,678 Einwohner, und unter ihnen 795 Geistliche.

Sie hat ein festes Schloß, und ein Bisthum, das unter dem Erzbischof von Mayland stehet.

Die hier gemachten Parmesankäse werden für die besten gehalten. Man verfertigt hier auch saubere unächte Porcellan- oder Fayencearbeit.

Ueber die Adda führt eine mehr als 1000 Klafter lange Brücke, welche durch das entscheidende Treffen besonders merkwürdig wurde, welches bey derselben Bonaparte 1796 gegen den Oesterreichischen General Beaulieu gewann.


Von Reisende.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Leopold zu Stolberg-Stolberg

Parma, den 19ten November. 1791.

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Lodi ist nicht das alte Laus Pompeja, welches von Galliern zuerst gegründet ward, und wohin der Vater des Pompejus eine römische Kolonie führte. Diese alte Stadt ward im zwölften Jahrhundert von den Mailändern zerstört. Als Friedrich Barbarossa Mailand dem Erdboden gleich gemacht hatte, baute er das itzige Lodi an der Adda, nebst einem festen Schlosse, auf einer Anhöhe, welche sich kaum sichtbar erhebend, doch wohl in diesem Blachfelde die höchste sein mag. Die Stadt ist artig gebauet. Büsching sagt, sie habe im Jahr 1773 über sechzehntausend Menschen in sich enthalten. Sie liegt etwa eine halbe Meile von der alten, welche itzt Lodi Vecchia genannt wird. In Lodi und in der Landschaft, welche nach ihr heißet, wird der bekannte Käse gemacht, den man mit Unrecht Parmesankäse nennet.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
  • Reise in Deutschland, der Schweiz, Italien und Sicilien. von Friedrich Leopold Graf zu Stolberg. Königsberg und Leipzig, bei Friedrich Nicolovius, 1794.
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