Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1807]

Staatsbegebenheiten.

Münster. Am 5. Jan. wurden alle sich hier befindenden preuß. Militärpersonen vor den Gouvernements-Pallast berufen, um zu erklären, ob sie unter dem Regiment von Westfalen, welches jetzt für den franz. Dienst errichtet wird, Dienst nehmen wollten, oder nicht. Viele davon nahmen Dienst. Das Schicksal der übrigen ist noch unbekannt. Auch der Gen. von Hagken erschien mit.

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Am 12. Januar Abends um 9 Uhr wurde zu Münster die Nazionalgarde zusammenberufen. Es wurden etwa 150 Freywillige verlangt, eine Expedizion nach Aussen zu unternehmen. Die Freywilligen fanden sich in voller Zahl; und man glaubte anfänglich, daß es den Transport Hundert Gefangenen betreffe, welche seit dem 11. daselbst angekommen sind. (Letztere gehören zur Besatzung von Groß-Glogau, und kamen unter Bedeckung von Isenburgschen Truppen allda an, welche aussagten, daß sie des Aufruhrs wegen das Hessische nicht passiren konnten.) Allein den 13. Morgens war mit Ihnen zugleich daselbst alles befindliche Militair auf den Schloßplatz beordert und marschfertig. Es wurden scharfe Patronen ausgetheilt, und alle freywillige Bürger sowohl, als die Rekruten des neuen Regiments, wurden aus dem Zeughause bewaffnet; 30 Mann von der Nationalgarde zu Pferde verlangten Säbel, ohne welche sie nicht marschiren wollten, welche sie auch größtentheils erhielten. Die ganze Anzahl belief sich auf etwa 500 Mann zu Pferde und zu Fuß. Um halb 10 Uhr fuhr der Generalgouverneur Loison bereits unter Bedeckung ab, und um 10 Uhr folgte die sämmtliche Mannschaft. Auch der Graf v. Plettenberg reiste mit. Ihre Route geht auf Hamm, und, wie man sagt, nach Soest und anderer Seits nach Lünen. Es sollen dort, der Kontribuzion wegen, unruhige Auftritte Statt gefunden haben.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • National-Zeitung der Deutschen. 6tes Stück, den 5ten Februar 1807.
  • Wiener-Zeitung Nro. 12. Mittwoch, den 11. Februar 1807.
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