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Madera.Bearbeiten

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Madera, Madeira, Portugiesische Insel auf dem Atlantischen Meer, westlich von der Afrikanischen Küste, nördlich über den Canarischen Inseln. Sie hat auf einem Flächenraum von 25 ge. Quadratmeilen, gegen 80,000 Einwohner, besteht aus einer zusammenhängenden Strecke von Bergen, wird in 2 Capitanerias und 27 Pfarreyen eingetheilt, und ist reich an Getreid, Zucker, Honig, Früchten, und vornemlich an Wein. Jährlich werden 25,000 Pipen Wein gewonnen, von dem die Hälfte ausser Landes geht. Von der feinsten Sorte, den Malvasiermadera, baut man jährlich nur 500 Pipen. Der König bezieht nur 8000 Pf. reine Einkünfte von der Insel. Der Handel ist größtentheils in den Händen der Engländer, welche den Pflanzern Geld bis zur nächsten Weinlese vorstrecken. Die Hauptstadt und der Sitz des Gouverneurs ist Funchal mit 15,000 Einwohnern, einem Hafen, der durch 4 Forts geschüzt wird, an der Ostseite der Insel. Sie ist 1419 entdeckt worden, durch Veranstaltung Heinrichs, Herzogs von Visco, eines Sohns von König I in Portugal. Ihre Name bedeutet Holz, und sie bekam ihn deswegen, weil sie zur Zeit der Entdeckung sehr waldicht war. Unter den Landesprodukten findet sich der Baum Vigniatico, dessen Holz viel Aehnlichkeit mit dem Mahagony hat, welches leztere hier nicht gefunden wird. Das Holz, welches unter dem Namen Maderamahagony in England verarbeitet wird, ist nichts anders, als Vigniaticoholz. Zu Madera gehört und liegt nahe dabey die kleine Insel und Stadt Porto-Santo mit 1,200 Einwohnern.


Quellen.Bearbeiten

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.
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