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Mähren, Markgraffschaft zwischen Böhmen, Schlesien, Ungarn und Oesterreich gelegen. Von den drey ersten Ländern wird es durch ansehnliche Gebirge getrennt; vorzüglich auf der Nordseite, wo die sogenannten Schneeberge sich gegen 4,400 Fuß über die Meeresfläche erheben. Die Größe beträgt sehr nahe an 460 ge. Quadratmeilen. Das Land gehört unter die vorzüglichsten der Oesterreich. Monarchie. Im Gebirge wird die Viehzucht stark betrieben, im ebenern innern Lande mehr der Getreidebau, welcher, der starken Bevölkerung ungeachtet, noch zur Ausfuhr hinreicht. Die Bevölkerung betrug im J. 1801 1,363,817 Menschen ohne das Militär; darunter waren 27,000 Juden, und ungefehr eben so viele Protestanten. Diese alle wohnten in 90 Städten, 170 Marktflecken und 3,171 Dörfern. Ausser dem Getreide erzeugt das Land auch Flachs, Obst, Wein und Gänse in Menge, und giebt aus seinen Bergen etwas Silber, Kupfer, viel Eisen, Schwefel und andere Mineralien, auch Edelsteine. Unter den Manufakturen zeichnen sich die Tuch- und Leinwandmanufakturen durch ihre Wichtigkeit aus; es finden sich aber auch Potaschensiedereyen, Glashütten, Eisenwerke, Salpetersiedereyen xc. in beträchtlicher Anzahl. Die Pferdezucht ist durch angelegte Stutereyen sehr veredelt worden; auch die Schafzucht ist von Bedeutung. Die Einwohner bestehen dem größern Theile nach auch Slaven; auf dem Lande wird auch meist Slavisch gesprochen; in den Südgegenden aber, und in den Städten wohnen Deutsche. Mähren hat noch seine Landstände, welche aus der höhern Geistlichkeit, dem Herren- Ritter- und Bürgerstande bestehen; sie bewilligen die Steuern. Von den 28 Herrschaften des Landes besizt der Fürst von Lichtenstein 15, und der Fürst von Dietrichstein 7. Die Regierung führt das Landesgouvernium zu Brünn; welches zugleich die Geschäfte des Oesterreichischen Antheils von Schlesien dirigirt. Die geistliche Leitung besorgt der Erzbischof von Olmütz und der Bischof von Brünn. Ueber die Einkünfte fehlen zuverlässige Angaben; sie lassen sich auf mehr als 7 Millionen Gulden berechnen. Das Land wird in 6 Kreise eingetheilt, nemlich in den Olmützer, Brünner, Iglauer, Znoymer, Hradischer, und Prerauer Kreis.

Das Wappen ist ein von Silber und Roth geschachter gekrönter Adler, im blauen Felde.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
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