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Michael Pelet.Bearbeiten

Geb. 9ten Jänner 1772. [1]

Pelet Michael, Wurde bei Ausbruch der französischen Revolution Soldat und brachte es in allen Feldzügen in und außer Europa mit Ruhm dienend, bis zum russischen Kriege zum Obersten des 48. Infanterie-Regiments. Er wurde am 7. Sept. 1812 in der Schlacht an der Moskwa schwer verwundet, und war noch nicht ganz hergestellt, als die Franzosen ihren verhängnißvollen Rückzug von Moskau antraten. Er machte diesen in Neys Korps mit seinem Regimente mit, und langte den 18. November vor Krasnoi, das der russische General Miloradovich mit 70000 Mann besetzt hielt, an. Hier erfolgten mehrere verzweiflungsvolle Angriffe der Franzosen um sich durchzuschlagen, die aber alle fruchtlos waren; Ney sah sich mit seinen beiläufig 3000 Mann gezwungen, von diesem Wege abzustehen. Er führte die Überreste seines Korps auf der Strasse von Smolensk auf der er gekommen war zurück, und musterte seine Leute um zu sehen, wie viel Kräfte er noch aufzubieten hat. Jetzt kömmt er zum 48. Regiment, dessen oberst Pelet, dem bei einem der Angriffe eine Kanonenkugel beide Beine zerschmettert hatte, mit gebrochenen Gliedern aber ruhig, dem schrecklichen Schicksale trotzend, auf einem Pferde sitzt, auf das die Soldaten ihn gehoben haben, und ihn unterstützen. "Was ist zu thun?" fragt Ney, vom eigenen Geschicke wie von dem des Tapfern auf's heftigste erschüttert. "Lassen Sie uns an den Dnieper marschieren," antwortet Pelet, "Wir sind kaum eine Stunde davon entfernt, er ist gefroren, wir werden ihn passiren, und längst demselben hinaufmarschierend, in Orßa den Kaiser treffen." -- Er hatte die Karte vor sich liegen, und bekräftigte Ney in den schon früher von ihm gefaßten Plane. Wenige Stunden nachher, wurde auch dieser Brave eine Beute der Kälte und des Mangels an allem, bei der tödtlichen Verwundung. Er starb am Dnieper angelangt; aber seine Selbstüberwindung verdient gewiß, als ein Beispiel von dem, was der Mensch über sich vermag, der allgemeinen Bewunderung und Achtung.


Quellen.Bearbeiten

  1. Tagebuch gefeyerter Helden und wichtiger kriegerischer Ereignisse der neuesten Zeit nebst entsprechenden Aphorismen. Seinen Waffenbrüdern geweiht von Johann Nep. v. Szöllösy, k. k. Oesterr. pens. Rittmeister. Fünfkirchen in Ungarn, Gedruckt in der königl. priv. bischöfl. Lyc. Buchdruckerei. 1837.
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