Regnaud de St. Jean-d'Angely.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Regnaud, de St. Jean-d'Angely, Staatsminister und Staatssekretär der kaiserlichen Familie, Advokat, Deputirter des dritten Standes bey der General-Stände-Versamlung, zeigte sich anfangs der Volksparthey zugethan und erschien mehrere Mahle auf der Tribune, um deren Sache zu vertheidigen; näherte sich aber endlich der monarchischen Parthey und gab selbst zu deren Gunsten ein Journal (den Courier von Versailles) heraus, das ihm von Seiten der Marseiller in den Elysäischen Feldern heftige Schmähungen zuzog. Unterstützt von einem schönen Organ und vielem Selbstvertrauen ließ er wenig Sitzungen vorübergehen, ohne die Tribune zu betreten, sprach mehrere Mahle über die Finanzen, und wagte selbst den 9. September 1789, auf Veranlassung beyder Kammern, den Grafen Mirabeau anzugreifen, der sich mit seiner ganzen Ueberlegenheit auf ihn warf. Im July 1790 ward er Sekretär der National-Versammlung. Bey der Stimmensammlung, wo entschieden werden sollte, ob die Minister das Zutrauen der Nation verloren hätten, wurde er beschuldigt, sich entfernt zu haben, um nicht zu votiren; er verlangte aber den Widerruf dieser Anschuldigung. Zu Anfange des Jahres 1791 protestirte er gegen die Einschreibung seines Namens auf die Liste der Mitglieder des monarchischen Klubbs. Den 21. Juny, wo man die Abreise des Königs erfuhr, schlug er vor, die Verhaftung jedes Individiums zu dekretiren, das über die Grenze würde gehen wollen, erhob sich gegen Herrn von Bouillé und trug auf dessen Absetzung an, und wurde zum Kommissär in dem Departement ernannt. Nach dem Schlusse der Nationalversammlung gab er bis zum 31. May 1793 das Journal von Paris heraus. Er ließ sich nunmehr bey dem Kriegsfuhrwesen anstellen, wurde den 22. August zu Douai als verdächtig arretirt und erst im Folge des 9. Thermidor wieder in Freyheit gesetzt. 1796 folgte er den General Bonaparte nach Italien und gab zu Mayland ein Journal heraus. Er begleitete hierauf denselben General nach Malta, übernahm und daselbst für einige Zeit die Stelle eines Kommissärs im Dezember 1799 wurde er zum Mitglied des Staatsraths für das Departement des Innern ernannt. Im Monat July 1804 wurde er kaiserlicher General-Prokurator bey dem hohen Gerichtshof und Großoffizier der Ehrenlegion. Später wurde er Sekretär des Hofstaates der kaiserlichen Familie und Staatsminister.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
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