Nimes.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Nimes,[1] im ältern Französischen Nismes, ist die Hauptstadt des Departements du Gard, im ehemaligen Nieder-Languedoc, auch bei dieser Stadt tritt der so häufige Fall ein, daß die Stadt selbst unansehnlich und winklich gebaut ist, während die Vorstädte sehr schöne Anlagen und Gebäude enthalren. Nimes war von jeher ein sehr bedeutender Handelsplatz im Innern von Frankreich. Man hat berechnet, daß hier oft für 21 Millionen Franken Waaren in einem Jahre umgesetzt werden. Die Anzahl der Häuser ist 4500, und die der Einwohner beläuft sich auf 40,000, unter denen man beinahe 25,000 Calvinisten zählt.

Rijksmuseum Amsterdam.

In antiquarischer Hinsicht ist Nimes besonders deßwegen merkwürdig, weil sich in der nähe dieser Stadt die Ueberbleibsel des am besten erhaltenen Amphitheaters (Amphitheatrum Nemausense) befinden. Für die Tabaksraucher und Gelehrten ist es nothwendig zu wissen, daß der berühmte Jean Nicot, welcher als französischer Gesandte 1559 den ersten Tabak aus Portugal nach Frankreich sandte (woher der Tabak noch herba Nicotiana genannt wird), daß der berühmte reformirte Prediger Jacques Saurin, daß der verdiente gelehrte Samuel Petitus, der sich vorzüglich durch sein Werk de legibus Atticis berühmt gemacht hat, in Nimes geboren worden sind. Ein Haupthandel der Stadt besteht in den umher theils wild aufkommenden, theils gezogenen Gewächsen, wovon die Samen, die Blüthen und Blätter und die getrockneten Wurzeln weit versandt werden. Clima und Boden sollen hier diese Vegetabilien den höchsten Grad der Güte erreichen lassen.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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