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Nürnberg.Bearbeiten


SectieNürnberg

Charte vom Königreiche Bayern nach seiner neuesten Eintheilung vom Jahre 1808.

Nürnberg,[1] diese vormalige durch ihren ausgebreiteten Handel und ihren Gewerbfleiß, durch ihre interessanten Denkmale aus dem Alterthum und durch den Kunstsinn ihrer Einwohner berühmte Reichsstadt hatte im J. 1802, als die Selbstständigkeit ihrer meisten Schwestern unterging, das Glück, die ihrige zu erhalten, ob sie gleich durch die schlechte Staatsadministration ihrer Aristokraten, durch die Angriffe, die das Haus Brandenburg auf ihr Gebiet und auf ihre Freiheit gemacht hatte, und durch die Kriegsdrangsale der neuesten Zeiten in tiefen Verfall gekommen war. Aber nur kurz währte die Fortsetzung ihres selbstständigen Lebens, indem schon 1806 die rheinische Bundesacte sie mit dem Königreiche Baiern vereinigte, in welchem sie anfangs die Hauptstadt des Pegnitz-Kreises war, nun aber exemt ist. Sie liegt in einer, wenn gleich sandigen, doch durch Cultur fruchtbar gemachten und angenehmen Gegend und wird durch die Pegnitz in zwei Hälften getheilt, von denen die kleinere nördliche, nach der Pfarrkirche zu Sebald, die sebalder Seite, die südliche größere von der Kirche St. Lorenz die lorenzer Seite genannt wird. Sie enthält auf einem Flächeninhalt von 17,686,858 Quadratschuhen in 200 meistens winklichten Gassen 3284 Häuser von größtentheils alter Bauart mit 27,000 Einwohnern. Unter den Gebäuden bemerkt man das Rathhaus als eins der ansehnlichsten in Deutschland, von 2 Stockwerken, jedes zu 30 Fenstern, einer 275 Fuß langen Façade und vielen schönen und seltnen Gemählden besonders von Albrecht Dürer; ferner die in den Jahren 1711 bis 1718 nach italienischem Geschmack wieder aufgebaute Aegidienkirche, das alte Schloß oder die Feste auf einem Berge; das Zeughaus und andre mehr. Ehe der ostindische Handel durch die Entdeckung eines Seewegs eine neue Richtung erhielt, war Nürnberg einer der größten Handelsplätze in Deutschland und Europa, indem es die von Italien ihm zugeführten ostindischen Waaren nach dem Norden vertrieb. Der öffentliche und Privatwohlstand der Stadt war damals außerordentlich. Der veränderte Weg des ostindischen Handels, die Aufmerksamkeit andrer Staaten auf die Vortheile des Handels, die Verheerungen des dreißigjährigen Kriegs, und das Zurückbleiben der innern Verfassung der Stadt gegen die Fortschritte des Zeitalters haben sie nach und nach von jener Höhe wieder heruntergebracht. Indessen ist der Handel von Nürnberg auch noch jetzt vorzüglich wegen der einheimischen Manufacturwaaren nicht unwichtig. Der wohlfeile Preis der nürnberger Waaren, vorzüglich der Drechslerarbeiten, Holzarbeiten und Spielsachen, welche durch ganz Europa verführt werden, rührt von der frugalen Lebensart der nürnberger Arbeiter und der für die hiesigen Häuser arbeitenden Bauern auf dem Schwarzwalde her, deren Kinder während des Winters sich mit der Verfertigung eines großen Theils der hölzernen Waaren und Spielsachen beschäftigen. Man rechnet den Betrag der jährlichen Einkünfte der Stadt zu 1 Mill. Gulden, welches zu 4 p. C. berechnet, einen Capitalwerth von 25 Mill. Gulden voraussetzt.


Edelmüthige Erklärung Friedrich Wilhelm II., Königs von Preussen.Bearbeiten


Der neun und zwanzigste September 1796. [2]

Am 2ten September 1796 besetzten die Preussen Nürnberg, Windsheim und Weissenburg in Franken auf den Grund eines mit dem Minister von Hardenberg abgeschlossenen Subjektions- und Executionsvertrags, aber am heutigen Tag erklärte der letztere öffentlich: der König, sein Herr, wolle nicht, daß man ihm vorwerfen könne, er habe aus dem allgemeinen Kriegsunglück Nutzen gezogen, und thue daher auf die Besitznahme dieser Städte Verzicht. Sollten einst in ruhigern Zeiten diese Städte einstimmig und konstitutionsmäßig ihren Wunsch zu erkennen geben, mit der preussischen Monarchie vereinigt zu werden, dann erst könne diese Vereinigung mit Zustimmung des deutschen Reichskörpers geschehen. -- In der Folge sind diese Städte an Baiern gekommen.


Von Reisende.Bearbeiten

Friedrich Schulz. [3]

[1793]

Die äußere Ansicht von Nürnberg, wenn man von Fürth herkömmt, ist sehr ausgebreitet, weil man die Stadt von der Reichsveste an, bis zum Spittler Thor, fast ihrer ganzen Länge nach überblickt. Mehrere beträchtliche Thürme an den Kirchen in der Stadt, und viele andre, die zur Stadtmauer und zu den Befestigungen und Thoren gehören, gewähren ihrem Aeußern ein so stattliches, festes Ansehen, als wenige größere Städte in Deutschland haben. Man bemerkt aus der Ferne, daß ihre Grundfläche etwas uneben ist, doch erhebt sich nur der Theil, worauf die Burg liegt, merklich über die andern. Der Boden um die Stadt ist meist sandig, aber durch fleißigen Anbau in das fruchtbarste Land verwandelt worden. Es giebt eine Menge Gärten rund herum, die alle mit grössern oder kleinern Land- und Lusthäusern besetzt sind, was den Eingang in die Stadt sehr abwechslend und angenehm macht.

Die Stadt hat eine Circumvallationslinie, die aber nicht von Bedeutung ist, und keinen Feind abhalten kann. Beträchtlicher, wenn auch nicht lange haltbar, sind die eigentlichen Befestigungswerke. Die Stadtmauern sind von ungewöhnlicher Stärke, und beyde, die äußere sowohl als die innere, sind mit einer Menge Thürme besetzt, die ehedem als Festungswerke gebraucht wurden, jetzt aber, wie hier und da die heraushangende Wäsche zeigt, zu Wohnungen benutzt werden. Der Stadtgraben ist sehr breit und ziemlich tief, wird jetzt aber zu Feldern und Wiesen benutzt, so wie die verschiedenen Zwinger und Schanzen, zu Gärten. An den Hauptthoren stehen runde, aus Werkstücken aufgeführte Thürme, die einen auffallenden Charakter von Festigkeit haben. Es sind ihrer sechs in dem Umfange der Stadt.

Wenn man in das Innere der Stadt eintritt, so entspricht dessen Ansicht der Ansicht des Aeußern. Die Häuser sind meist 4 bis 5 Stock hoch, viele von viereckigten Werkstücken erbauet, viele bloß von Bruchsteinen, denen man aber, durch einen röthlichen Anstrich und durch weiße Einfassungen, das Ansehen der Quadern gegeben hat. Die Bauart ist nicht neu, aber sehr dauerhaft, nicht prächtig, aber bequem. Viele Häuser haben noch eiserne Gitter vor den Fenstern. Diejenigen, die von Patriziern, Kapitalisten, oder andern Bürgern bewohnt werden, welche keine geräuschvolle Handthierung oder sonst keinen lebhaften Verkehr haben, werden den ganzen Tag verschlossen gehalten und öffnen sich nur, auf die angezogene Klingel, die an der Thür angebracht, und unter der der Name des Hausbewohners angezeigt ist, zu dem sie führt. Dieser Umstand giebt der Stadt etwas Stilles und Klosterähnliches.

Die Straßen sind größestentheils geräumig, und mehrere beträchtlich lang, wie z. B. Unter der Veste, die Aegydien- Laufer- Neue- Binder- Unter- Sankt- Lorenz- Auf dem Steig- Hirschel-Gassen u. s. m. Die Märkte und Plätze sind zahlreich und einige darunter von beträchtlichem Umfange, wie der Große Markt, Herrenmarkt, Fischmarkt, Kornmarkt, Obstmarkte, Neue Bau, St. Jakob u. a. Nürnberg erhält dadurch ein gewisses offenes, heitres Ansehen, worin ihm wenige Städte beykommen, und ich weiß nicht, in welchem Wetter, oder in welcher Laune, oder in welcher Stunde manche Reisebeschreiber diese Stadt gesehen haben müssen, als sie dieselbe winkelig, finster und schwermüthig fanden.

Die Pegnitz, die durch die Stadt fließt, giebt ihr noch eine Abwechselung mehr an den Brücken, welche die durch sie getrennten Theile wieder verbinden. Es sind ihrer sieben, mehr oder weniger lang, schmal oder breit, anständig oder schön, aber keine unansehnlich, oder von Holz. Die merkwürdigste schien mir die Fleischerbrücke, und, in der That, ein architektonisches Meisterwerk. Sie besteht nur aus Einem Bogen, der, ziemlich flach, eine Strecke von fast 100 Schuh überspannt, in der Breite 50 Schuh hält und im Gewölbe 4 Schuh dicke ist. Die Barfüßer, und die Kayser-Brücke sind zierlich und leicht gebauet. Außer diesen Brücken dienen noch acht hölzerne Stege für Fußgänger zur Verbindung.

Noch eine Zierde, die Nürnberg vor den übrigen deutschen Städten voraus hat, oder worin ihr doch, außer vielleicht Augsburg, keine andre beykömmt, sind ihre zahlreichen Wasserkünste, Springbrunnen- und Röhren-Werke, die theils durch Leitungen, theils durch Quellen, theils durch Räder reichlich versehen werden. Auf fast allen der vorhin genannten Märkte und Plätze findet man einen Springbrunnen, und sie sind theils von Bronze, theils von Bildhauerarbeit, meist aber der Idee und der Ausführung nach von einem alten kleinlichen Geschmack. Das Beste und Geschmackvollste, das Nürnberg hierin aufzuweisen hat, ist der sogenannte Schöne Brunnen, der aber, aus Mangel an Kasse, noch nicht errichtet ist, sondern, obwohl ganz vollendet, noch in dem Bauhofe stehet. Neptun, mit seinem ganzen Gefolge an Tritonen, Najaden, Delphinen u. s. w. ist in Bronze vorgestellt und Zeichnung und Guß sind in der That vorzüglich. Der Meister hieß Georg Schweichger, der es nach dem Modell eines Goldschmidts, Christoph Ritter's, ausführte.

Uebrigens beläuft sich die Anzahl der künstlichen Brunnen in Nürnberg auf sechs und zwanzig. Gewöhnliche Schöpf- und Ziehbrunnen findet man auf allen Straßen.

Zwey öffentliche Gebäude ziehen, ihres Alters und ihrer innern Merkwürdigkeiten wegen, besonders die Aufmerksamkeit der Reisenden auf sich: die Reichsveste und das Rathhaus.

Die Reichsveste liegt, wie ich schon bemerkt habe, auf einem mäßigen Hügel, der die Stadt beherrscht. Sie ist, nach Verhältniß, klein und unansehnlich und für Kaiser neuerer Zeiten nicht mehr bewohnbar, wenn sie ihnen auch noch zu einer augenblicklichen Herberge dienen kann. Die Säle und Zimmer derselben sind altmodisch, und nur in dieser Rücksicht und als altdeutsche Raritätenkammern merkwürdig. Mehrere Gemälde und Bildnisse von Albrecht Dürer und eine große Komposition von Johann Creutzfelder, aus der Nürnbergischen Geschichte, sind hier betrachtenswerth. Eine Bettstelle, mit Vorhängen von verblaßtem Wollenzeuge, worin mehrere alte Kaiser geschlafen haben, ist ein Denkmal von der Einfalt und Sparsamkeit jener Zeiten, und war auch dem verstorbenen Kaiser Joseph, wie mir der Führer sagte, merkwürdig gewesen. Er hatte diese Vorhänge, indem er sie über die Hand gehen lassen, mehrere Sekunden angesehen und endlich gesagt: die Alten hatten weniger als wir, aber sie waren reicher!

Der älteste Rathsherr bewohnt den Rest der Zimmer im Schlosse und bringt hier seine übrigen Jahre, unter dem Titel eines Kastellans oder Pflegers der Reichsveste, zu. Jeder Kastellan bringt sein Hausgeräth mit, und läßt ein Andenken von Werth zum Vermächtnisse zurück. Der Hausrath des gegenwärtigen war sehr altväterisch, und schloß eine Menge von Speilereyen in Glas, Holz, Porzelain xc. ein.

Noch finden sich zwey Kapellen auf der Burg und zwar in einem viereckigten Thurme. In der untern, geräumigern, die Schloßkirche genannt, wird an Sonn- und Festtagen Gottesdienst gehalten. Vom Thurme herab hat man eine vortreffliche Aussicht über die Stadt und umliegende Gegend. Erstre zeigt sich in der Gestalt eines länglichen Geviertes und als eine große Masse hoher, spitzig zulaufender Dächer; desto lachender und reitzender erscheint letztre. Näher an der Stadt liegt Garten an Garten, vortrefflich angebaut und unterhalten und zum Theil mit ansehnlichen Gebäuden verziert; weiterhin sieht man Dorf an Dorf, die fruchtbarsten Felder, mit Wäldchen untermischt, und große Strecken, auf welchen Gemüse im üppigsten Wachsthum steht, und im Hintergrunde liegt Fürth ausgebreitet vor einem da, Erlangen und Altorf kann man deutlich sehen, und am Horizont schwebt die Festung Rothenstein.

Diese Aussicht, die das treffendste Bild der Fruchtbarkeit darbietet, hat mich auf der Burg am meisten angezogen und am längsten gefesselt. Sonst befindet sich auf derselben noch eine Kaserne für eine Kompagnie Soldaten, und ein Brunnen, der in den Felsen abgesenkt worden, und eine Tiefe von 56 Klafter hat, übrigens aber ein Spielwerk gegen die wahrhaft große Ausführung des berühmten Brunnens auf dem Königstein ist.

Das Zeughaus besteht aus mehreren Gebäuden, die nach und nach zusammen gezogen worden, und enthält zwey große Säle, die gegen 400 Schritte lang sind. Sie enthalten Geschütz und Handwaffen aller Art, worunter viele ihres Alterthums wegen merkwürdig sind, z. B. Doppelhaken aus dem funfzehnten Jahrhundert, Schießprügel, noch ohne Schlösser, mehrere Turnierrüstungen xc. Zwey 48pfündige Karthaunen vom Jahre 1521, sind die Altmütter dieser Sammlung. Von neuem und kleinem Geschütze ist der Vorrath beträchtlich genug, und die Vertheilung und Aufstellung desselben fällt gut in die Augen.

Das Rathhaus ist in der That, in architektonischer Rücksicht, das merkwürdigste Gebäude in Nürnberg. Die Ansicht des Aeußern ist, wie die Anordnung des Innern, musterhaft, und wenn man an jenem etwas tadeln wollte, so wäre es, daß die Façade fast nichts als Fenster ist, und dadurch einen gewissen bunten, zerhackten Anblick erhält. Drey Portale mit dorischen Säulen herrschen an der Vorderseite, die 275 Fuß lang ist, aus drey Geschossen, dem höhern Erdgeschoß, dem niedrigern mittlern, und dem kleinern obern besteht, deren jedes 36 Fenster hat. Im Erdgeschoß ist der große Saal, der achtzig Fuß in der Länge und dreyßig in der Breite hält. Auf der einen Seite, den Fenstern gegenüber, an der Wand, ist der berühmte Triumphwagen Maximilians des Ersten, von Willbald Pirkheimer erfunden und von Albrecht Dürer gemalt, dargestellt. Diese Komposition nimmt, mit ihren verschiedenen sinnbildlichen Gruppen und deren gutmüthigen, altdeutschen Inschriften, diese ganze Seite des Saals ein, und hat mehrere ganz vortrefflich gezeichnete Figuren, deren Farbengebung zum Theil noch ungewöhnlich lachend und markigt ist. Für Kenner der Kunstgeschichte und für Liebhaber findet sich in der Rathsstube ein Jüngstes Gericht von Michael Wohlgemuth; an der Decke der Gallerie im zweyten Stock die Darstellung des großen Nürnbergischen Gesellenstechens vom Jahre 1446; und in 5 andern Zimmern, die an einander hangen, eine beträchtliche Sammlung von Schildereyen alter deutscher Maler, Dürers, Cranachs, Sandrarts, Pens und andrer mehr.

Die übrigen Säle und Zimmer des Rathhauses enthalten nur noch wenige Merkwürdigkeiten und sind für die Sitzungen und zu Schreibstuben der verschiedenen Aemter des Raths bestimmt, beweisen aber, mit den weitläuftigen und hellen Gängen, die sie unter einander verbinde, und mit der Vertheilung des Kellergeschosses zu Gefängnissen für geringere und schwerere Verbrechen, daß der Baumeister ein sehr einsichtsvoller Künstler war, der den damaligen Zeiten Ehre machte, und den jetzigen Baukünstlern zu einem lehrreichen Muster dienen kann.

Unter der beträchtlichen Anzahl von Kirchen und Kapellen, die Nürnberg besitzt, sind die beyden Hauptkirchen, St. Sebald und St. Lorenz, und die Nebenkirche zu St. Aegydien, sowohl ihrer Bauart, als der altdeutschen artistischen Merkwürdigkeiten wegen, die sie einschließen, besonders sehenswerth.

Zu St. Sebald (Ewald) wurde schon im 12ten Jahrhundert der Grundstein gelegt. Ihr hohes und spitzes Gewölbe ruhet auf 22 Säulen. Die Gemalten Fenster machen sie sehr finster und die Kirchenstühle, womit sie angefüllt, und die Menge Wappen, womit sie behängt ist, überladen sie zur Ungebühr. Ihre größeste Merkwürdigkeit ist ein Denkmal des Heil. Sebald, nach Albrecht Dürers Zeichnung in Bronze gegossen, von Peter Vischer und seinen 5 Söhnen. Der Zeichnung liegt die etwas seltsame Idee zum Grunde, daß der Sarg die Gestalt eines Häuschens hat, welches unter einem Tabernakel stehet, der überreich an grössern und kleinern Figuren ist, unter denen sich die zwölf Glaubensboten besonders auszeichnen. Der Guß ist überaus rein und giebt die feinsten Fältchen und Pünktchen mit bewundernswürdiger Schärfe und Zartheit an. Vor diesem Grabmale steht ein hölzernes Kreuzbild von Veit Stoß, das in Rücksicht der Kunst Aufmerksamkeit verdient. Jenes kam im Jahre 1519, dieses 1526, zu Stande. Sonst sind noch mehrere Gemälde und Bildhauereyen von Albrecht Dürer, Creutzfelder, Kraft, Merian u. a. m. in dieser Kirche vorhanden.

St. Lorenz ist ungefähr in demselben Geschmacke und von demselben Umfange, wie St. Sebald. Auch diese Kirche zeichnet sich in ihrem Innern durch mehrere Merkwürdigkeiten der alten deutschen Kunst aus. Von Adam Kraft ist das sogenannte Sakramentshäuslein am Hauptaltar, 64 Ellen hoch und ganz aus Stein gehauen, mit einer Feinheit und Zartheit, daß es scheint, der Künstler habe den Stein mit einer Leichtigkeit bearbeitet, wie Holz. Auch meynt Hr. v. Murr, in seinen Merkwürdigkeiten von Nürnberg: Kraft habe das Geheimniß gewußt, einer Mischung von Sand und Ton die Härte des Steines zu geben, und sonach habe er manche der feinern Stücke an diesem Werke gleichsam bossiert, dann gehärtet und angesetzt. Seltsam ist der Gedanke, dieses ganze steinerne Gebäude, sich und seinen beyden Söhnen auf den Kopf zu setzen; er, nämlich, und jene, knieen unter demselben und bilden solchergestalt den Fuß, worauf das Ganze ruhet. Ein großer Verstoß gegen die Wahrscheinlichkeit in der Kunst, den man aber an mehrern gothischen Gebäuden wiederholt findet, z. B. an dem Dom zu Kremona, dessen Portal auf zwey Löwen ruhet. -- Von Veit Stoß ist auch ein Meisterstück hier, aber in Holz, das die Verkündigung Mariens vorstellt. Es ist im Chor am Gewölbe befestigt und kann nicht ohne große Mühe gesehen werden.

Die Kirche zu St. Aegydien ist die neueste in Nürnberg und stammt aus dem Anfange dieses Jahrhunderts. Sie ist im neuern Italienischen Geschmack, von außen nach dorischer, von innen noch korinthischer Ordnung erbauet. Martin Schuster hat die Decke, Daniel Preisler die Kuppel hinter dem Chor, und Van Dyk das Altarblatt gemalt, das eine Abnehmung vom Kreuze darstellt. Die drey Kapellen an dieser Kirche sind, wie man auf den ersten Blick sieht, von älterem Dato, und von der alten Kirche, die 1696 abbrannte, übrig geblieben.

In der Kirche zum heiligen Geist befinden sich die Reichsheiligthümer, die man in einer Kiste über dem Chore aufgehängt hat, und die Reichskleinodien, die in einer Kapelle über der Sakristey verwahrt seyn sollen. Ich habe sie nicht gesehen, und sie sollen nur Personen des höchsten Standes gezeigt werden. Viele haben daraus geschlossen, daß ihrer gar keine da wären, was zu voreilig ist.

Die Marienkirche schließt ebenfalls mehrere Merkwürdigkeiten der altdeutschen Kunst, Gemälde und Schnitzwerke in Stein und Holz, ein. Kenner und Liebhaber solcher Dinge dürfen eigentlich keine Kirche in Nürnberg unbesehen lassen. Nicht minder anziehend ist der Genuß, den man sich auf den beyden hiesigen Gottesäckern, zu St. Johannes und St. Rochus, durch Aufsuchung der Denkmale berühmter, politisch- und literarischverdienter Männer, deren Nürnberg in ältern Zeiten eine achtungswerthe Reihe gehabt hat, verschaffen kann.

Die Anstalten Nürnbergs, die zur Polizey im engern und weitern Verstande gehören, sind sehr mannigfaltig. Sie haben größestentheils ihren Ursprung in den frühern und glücklichern Zeiten dieses Freystaats, werden aber jetzt noch, wo nicht erweitert, doch nach Bedarf erhalten.

Das Almosen- Armen- und Krankenwesen ist auf einem guten Fuße. Es hat ein beträchtliches Grundkapital, theils an den eingezogenen Kirchen- und Klostergütern, zu deren Verwaltung und Pflege mehrere Aemter niedergesetzt sind, die von den vornehmsten Rathsgliedern besorgt werden, theils an den zahlreichen milden Stiftungen von Privatpersonen, die in frühern Zeiten gemacht und zum Theil reichlich begabt worden sind. Zur Verwaltung der letzten sind gewisse Familien oder Privatpersonen bestimmt, die von den Stiftern vorgeschrieben worden, und welche die Austheilung der Almosen, die in Lebensmitteln und auch in Geld bestehen, meist nach Gutdünken besorgen. Vielleicht wäre zum Besten der Nothleidenden zu wünschen, daß ihre Pfleger weniger vornehm, und daß die Verwaltungs-Aemter, Beamte und Ausspender weniger zahlreich wären. Eine einzige Stelle, mit dem vierten Theile des jetzigen Personale besetzt, würde, da man Uneigennützigkeit und Menschenliebe in einem Freystaat, besonders bey dessen Beamten, unbedingt heische muß, diese Verpflegungsgeschäfte mit weniger Kosten und mehr Einheit besorgen können. Jetzt sind die hieher gehörigen Stellen folgende:

Das Spitalamt und das Klosteramt St. Katharina. Beyden steht das oberste Rathsglied als Oberpfleger vor, der noch einen Pfleger, (von Adel) einen Kastner, (Kassirer) einen Gefälleinnehmer und einen Substituten (?) unter sich hat.

Das Amt von St. Klara und Pillenreut. Das zweyte Rathsglied ist hier Oberpfleger, der noch einen Pfleger, (von Adel) einen Gegenschreiber und einen Substituten unter sich hat. Sankt Klara hat noch eine Aebtissin, die von Adel ist.

Die beyden Almosenämter (Stadt- und Land-) stehen unter vier Rathsgliedern, die den Titel Oberalmosenpfleger führen. Sonst war ihrer nur Einer vorhanden. Jetzt hat das Stadtalmosenamt einen (adlichen) Pfleger, einen Amts- und Gegenschreiber, einen Bauinspektor und einen Registrator; und das Landalmosenamt zwey Pfleger, (von Adel) einen Gegenschreiber, einen Registrator, zwey Gefälleinnehmer, zwey Substituten und Einen Amtsvogt unter sich.

Außer diesen sind noch die Pflege der beyden Findeln (eines Waysenhauses für Knaben und Mädchen;) die Mendel'sche und Landauer'sche Stiftung; zwey Pilgrimsspitäler zu St. Martha und zum Heil. Kreutz; und vier sogenannte Siechköbel (Armenhäuser) vor der Stadt vorhanden, deren Verwaltung, so einfach und gering sie auch ist, ebenfalls von mehreren Rathsgliedern und Gehülfen besorgt wird. Diese Vervielfältigung der Aemter ohne Noth, die fast bey allen Stellen statt findet, ist eine der Beschwerden der Bürgerschaft gegen das Patriziat, das dergleichen über die Gebühr geschaffen hat, um seine Kinder und Verwandten unterzubringen; und diese Beschwerde scheint mir dadurch desto bündiger zu werden, da diese Aemter, wie alle übrige, die das Patriziat besetzt, nur dem Rathe Rechenschaft ablegen, der seinerseits das Vorrecht zu haben behauptet, der Bürgerschaft keine Rechenschaft ablegen zu dürfen.

Die Anstalten, die von den verschiedenen Verpflegungsfonds unterhalten werden, sind mancherley, und außer dem Hospitalwesen gehört auch noch das Schul- und Kirchenwesen dazu.

Das neue Hospital zum Heil. Geist hat ein geräumiges Lokale, und ist zu einer lebenslänglichen Verpflegung für alte, arme, unvermögliche Personen bestimmt, deren Anzahl sich gewöhnlich über 100 beläuft.

Bey der Barfüßer-Kirche, (ehemals ein Franziskanerkloster) ist ein Waysen- und ein Zucht- und Arbeitshaus; bey der St. Katharinen-Kirche ein ähnliches; bey der ehemaligen St. Kunigunden-Kapelle, eine Schule für arme Kinder; bey der Kirche zu St. Martha ein Hospital für Pilgrime, worin fremde, bedürftige Personen Essen und Trinken erhalten; bey der sogenannten Todten-Kapelle, eine Verpflegungs-Anstalt für 12 arme Männer, und eine ähnliche ist die Landauerische Stiftung bey der Kapelle zu allen Heiligen. In der Judengasse ist ein Krankenhaus, erst 1770 errichtet, für Arme, die aber nicht mit ansteckenden Krankheiten behaftet seyn müssen. Für ansteckende Kranke ist dagegen das sogenannte Schauhaus da, wo sie unentgeldlich geheilt werden. Zu demselben Behufe ist auch das Sebastians-Hospital. Im Fechthause befindet sich ein Arbeitshaus für aufgegriffene Dirnen, Bettler und Landstreicher, die besonders mit Schleifung von Brillen und Brenngläsern beschäftigt werden. Die Zellen des ehemaligen Karthäuserklosters werden den Wittwen der Kirchen- und Schuldiener zu Wohnungen überlassen, bis auf eine, worin man Konvertiten aufnimmt, die sich etwa eine Weile hier aufhalten mögen. Endlich befindet sich noch im Deutschen Hofe das alte Elisabeth-Hospital.

Vor der Stadt sind vier sogenannte Siechköbel *), worin theils Männer theils Weiber, die das Alter unfähig gemacht hat, sich zu nähren, mit Wohnung und Pflege versorgt werden; ein Pilgrimsspital; und auf dem Gottesacker zu St. Rochus sind mehrere Gebäude zu einem Lazareth bestimmt, wenn epidemische Krankheiten sich zeigen.

*) Man sollte, wie mich dünkt, diese unanständige Benennung, die Verachtung gegen die darin befindlichen Unglücklichen andeutet, jetzt in eine anständigere verwandeln. Koben, Köbel wird, wenigstens in unsern Tagen, nur von Behältnissen für Thiere gebraucht und ist ein Synonym von Stall geworden.

Der medicinische Theil der Polizey wird mit Zuziehung des Kollegiums der Aerzte und Apotheker besorgt, welches zwey Rathsglieder zu Beysitzern hat. Die Apotheker werden vor ihrer Annahme geprüft; sie haben eine Taxe und ihre Officinen werden jährlich einmal untersucht. Die Bartscheerer und Bader, die hier eine getrennte Zunft ausmachen, werden bey ihrer Aufnahme ebenfalls geprüft. Drey der erstern sind zu Geburtshelfern bestallt, und sie müssen ihre Geschicklichkeit dargethan haben. Hebammen sind in allem 18 da. Sie müssen 5 Jahre hindurch ihre Kunst bey einer andern Hebamme geübt, und nebenher theoretischen Unterricht von einem Arzte darin gehabt haben. Eine Prüfung entscheidet dann erst über ihre Geschicklichkeit und Aufnahme. Ueber sie und ihre Gehülfinnen haben zwey sogenannte ehrbare Frauen die Aufsicht. Außer diesen sind noch 7 geschworne Frauen da, die den Kindbetterinnen und Kindern gewisse Dienste leisten, die kein Mann leisten kann.

Zu den guten Anstalten für die öffentliche Gesundheit gehört auch die, daß keine Leiche in der Stadt begraben werden darf. Nürnberg war eine der ersten Städte, die diese Gewohnheit abschaffte, und sie leidet solche schon seit 1519 nicht mehr.

Um die Verfälschung der Lebensmittel zum Bedürfniß und zum Luxus zu verhüten, sind ebenfalls mehrere Einrichtungen vorhanden. Das Schlachtvieh wird durch verpflichtete Personen untersucht; das Gewürz durch eine Gewürzschau; das Brot durch eine Brotschau; der Wein wird in öffentlichen Niederlagskellern eine Weile aufbewahrt und erst, wenn Prüfungen damit vorgenommen und die Gefälle davon entrichtet sind, an die Eigenthümer verabfolgt. So haben auch die Bierbrauer, Essigmacher und Branntweinbrenner ihre eigenen Vorschriften in Absicht der Güte, des Preises und des Gemäßes ihrer Waaren.

Der Versorgung der Stadt mit reinem und gesundem Trinkwasser, habe ich schon oben erwähnt, und es ist ein eigener Rathsausschuß dazu angeordnet; jetzt berühre ich noch einige andre Einrichtungen von Seiten der Polizey.

Die verschiedenen Märkte sind für die verschiedenen Bedürfnisse der Stadt bestimmt, und beständig wohl versehen; so der große oder grüne Markt mit Gemüsen, Gartenfrüchten und allem, was sonst in der Küche gebraucht wird und die Landleute liefern; der Fischmarkt und der Obstmarkt, mit den Waaren, die ihr Name anzeigt; der Spitalkirchhof, der Heumarkt und die beyden Lauferplätze mit Getreide, Holz, Kohlen, Heu, Kalk; und endlich die alten und neuen Fleischbänke mit frischem und geräuchertem Fleische, mit Sülzen und Würsten aller Gattungen.

Weinniederlagen sind der sogenannte Weinstadel und der Herrenkeller; Getreidemagazine sind das Kornhaus auf der Reichsveste, und ein anderes auf der großen Wage, worin immer, für den Fall des Mangels und der Theurung, Vorräthe gehalten werden. Gegen Wucher und Vorkauf sind strenge Verordnungen vorhanden. Von Monopolien finden nur zwey statt, und zwar für Rechnung des Staats, nämlich mit Unschlitt und Weitzenbier; doch sind deshalb diese Waaren, was ein seltener Fall ist, nicht schlechter und theurer, als anderwärts.

Wenn die Polizey für die Gesundheit, Verpflegung und Versorgung der Stadt thätig ist, so ist sie es nicht minder für ihre innere Ruhe und Sicherheit. Außer der Miliz, welche der Staat als Reichskontingent, auch im Frieden, unterhält, ist jeder mannbare Bürger, der Standes oder Amts wegen nicht ausgenommen ist, verpflichtet, in Nothfällen die Waffen zu ergreifen. Die bewaffnete Bürgerschaft besteht aus drey Bataillonen zu Fuß, und zwey Kompagnieen zu Pferde. Jede Abtheilung hat ihren bestimmten Lärmplatz. Sie üben sich auf dem Schießhause und in den bürgerlichen Schützengesellschaften. Ein kleines, bürgerliches Artilleriekorps ist auch vorhanden. Die äußern Schanzen vor der Stadt werden von Feldmiliz, die Stadtthore von Bürger- und Feldmiliz zugleich bewacht. Beym Rathhause ist eine Hauptwache, die durch letztere besetzt wird. Auf der Reichsveste haben Kürassiere und Dragoner -- ohne Pferde -- den Dienst. Noch ist eine berittene Stadtgarde da, die besonders zu Verschickungen und obrigkeitlichen Geschäften gebraucht wird.

Zur Sicherheit des Nachts werden die Thore verschlossen gehalten, doch kann man, gegen Einlaßgebühr, zu jeder Zeit, durch zwey Pforten, in die Stadt. Wächter von mehreren Gattungen durchstreifen die Stadt, und rufen die Stunden an; andere thun dasselbe auf den Stadtmauern. Der Vortheil der Erleuchtung durch Laternen geht der Stadt bis jetzt noch ab. Nur ein paar Hauptstraßen genießen ihn, aber es ist bloß auf Veranstaltung einzelner Einwohner, welche die Kosten davon bestreiten. Die Stadtthürmer sind besonders angewiesen, über Feuersgefahr zu wachen. Auf ein Zeichen an der Sturmglocke werden die Trommeln gerührt; die Wasserkünste, die Spritzen, Leitern, Feuerhaken werden in Bewegung gesetzt; wer Pferde besitzt, spannt sie vor die Wasserkufen. Die drey ersten, die ankommen, erhalten Preise. Einige Handwerker, als Maurer, Zimmerleute, Schmiedte xc. stehen unter dem sogenannten Feuergehorsam, und thun besonders die Arbeiten in der Noth, empfangen auch eine Belohnung dafür. Schon die Lehrjungen dieser Gewerke erhalten, während ihrer Lehrjahre, zweymal Kleidungsstücke unentgeldlich vom Stadtalmosenamt, als Ermunterung und als Belohnung für die Dienste, die sie hierin dem gemeinen Wesen zu leisten haben. Die Brandstätte wird durch Miliz besetzt, und die bewaffnete Bürgerschaft versammlet sich an ihren Lärmplätzen, um Unordnungen zu verhüten. Da sonach jeder weiß, was er zu thun hat, und wo er gebraucht wird, so greift sehr selten ein Brand weit um sich. Daher kommt es wohl, daß in der hiesigen Brandversicherung so wenig Häuser aus Nürnberg selbst eingeschrieben sind.

Da diejenigen Häuser, die an beyden Seiten der Pegnitz liegen, welches überhaupt der niedrigste Theil der Stadt ist, zuweilen Ueberschwemmungen ausgesetzt sind, so hat man auch dagegen, noch vor wenig Jahren, die kräftigsten Einrichtungen von Seiten der Polizey getroffen.

Noch einige Anstalten zur Bequemlichkeit und zur Erleichterung der Bürger sind in Nürnberg, die man nicht leicht in einer andern deutschen Stadt finden wird, weil man sich gewöhnlich um den innern Haushalt der Einwohner nicht sehr zu bekümmern pflegt. Zu der ersten Art rechne ich eine öffentliche Wäschbleiche und zwey Waschhäuser zum allgemeinen Gebrauch; und zur letztern Art die Erlaubniß, die jeder Bürger hat, sich aus dem zu Nürnberg gehörigen Reichswalde, gegen eine unbeträchtliche Abgabe, seinen Bedarf an Holz anfahren zu lassen. Den ärmern Bürgern und Einwohnern ist es gestattet, in eben diesem Walde dürre Aeste und Reißig zu lesen und umsonst nach Hause zu schaffen. Noch eine hieher gehörige Anstalt ist das Leihhaus, das in dringenden Fällen den Bürgern aus Verlegenheiten hilft und sie nicht in die Hände der Wucherer fallen läßt.

An Anstalten, die zur Bildung des Geistes und des Körpers, und zum Anbau der Wissenschaften und Künste gehören, hat der Staat von Nürnberg auch keinen Mangel. Obenan steht die hohe Schule zu Altorf, die regelmäßig, wie jede andre, eingerichtet ist, die nöthigen Lehrstühle für jede Fakultät und Wissenschaft, und einen guten gelehrten Apparat besitzt, der in einer ansehnlichen Büchersammlung, einer Kunst- und Naturalienkammer, einer Sternwarte, einem Zergliederungs-Saal, einer chemischen Werkstatt, einem botanischen Garten und einem klinischen Krankeninstitut besteht. Stipendien und Freytische fehlen nicht.

Das Aegydianische Gymnasium ist in Nürnberg selbst. Es hat einen Hörsaal, in welchem 6 Professoren, junge Leute, welche die niedern Schulen hinter sich haben, durch öffentliche Vorlesungen zur hohen vollends vorbereiten. Das Gymnasium selbst hat fünf Schulen, Einem Rektor und Vier Unterlehrer. Außer diesem sind noch drey lateinische Schulen vorhanden, mit denen Unterricht in der Musik und Singchöre verbunden sind. Eine vierte lateinische Schule, die zu St. Jakob, ist im Eingehen.

Die Stadt hat fünf Armenschulen, deren keine aus dem vorigen Jahrhundert stammt, sondern die alle in dem gegenwärtigen von Privatleuten errichtet und begabt worden und wahrhaft musterhaft und wohlthätig sind. Denn, außer freyem Unterricht, bekommen die Kinder nicht nur die Bücher und Schreibmaterialien unentgeldlich, sondern auch wöchentlich Ein Brod, einen Beytrag an Gelde, und von Zeit zu Zeit Kleidungsstücke. Der Platz und die Ausstattung dieser Häuser reichen für die sehr beträchtliche Anzahl von 5 bis 550 Kindern zu.

Vor kurzem hat hier ein Kandidat der Theologie, Namens Büchner, eine Erziehungsanstalt angelegt, deren Einrichtung sehr befriedigend ist. Sie ist für einheimische und auswärtige Kinder von 6 - 12 Jahren bestimmt, die auch Kost und Wohnung haben können, und sowohl in den ersten Kenntnissen des Lebens, Rechnens und Schreibens, als auch in der Religion, Erdbeschreibung, Geschichte, Naturlehre, Logik, Mathematik xc. und in körperlichen Uebungen unterrichtet werden. Kinder weiblichen und männlichen Geschlechts werden aufgenommen. Es sind der Zöglinge ungefähr dreyßig. Der Unternehmer lehrt selbst, und hält noch einige Nebenlehrer. Seine Anstalt steht unter dem Scholarchat und einem Aufseher aus dem Ministerium.

Noch sind 17 Privatschulen in Nürnberg, die man die deutschen Schulen nennt, und worin bloß im Lesen, Schreiben, Rechnen und Christenthum Unterricht gegeben wird. In einem kleinen Freystaate, wo der Zunft- und Privilegien-Geist durch die Verfassung befördert wird, ist es so gar befremdlich nicht, wenn man auch eine Schulmeister-Zunft findet. Eine solche bilden in der That die Unternehmer dieser Schulen, die man Schreib- und Rechenmeister nennt. Sie müssen bestimmte Jahre bey einem solchen Schulmeister gelernt haben, können auch nicht eher eine eigene Schule halten, als bis eine Stelle aufgeht; die Wittwen können auch durch solch einen ausgelernten Schulmeister die Schule versehen lassen. Ein Rathsausschuß hat die Aufsicht über diese Zunft, und für jede der Schulen ist ein Prediger bestimmt, der sie von Zeit zu Zeit besuchen und den Unterricht prüfen muß.

Seit 1660 ist hier schon eine Malerakademie errichtet, und sie ist vielleicht die älteste in Deutschland. Drey Tage in der Woche werden hier Stunden gegeben, und man zeichnet nach lebendigen und todten Modellen. Die Anfangsgründe werden in einer zweyten besondern Zeichenschule gelehrt. Noch giebt es eine dritte Zeichenschule für die Lehrlinge der Handwerker. Sogar ein Stallmeister, Fechtmeister und zwey Tanzmeister sind zum Unterricht in ihrer Kunst vorhanden.

Noch sind Trümmer von der uralten Meistersänger-Gesellschaft hier, deren Uebungen aber seit Jahren gänzlich aufgehört haben. Unter den Handwerkern finden sich noch einige von diesen Dichtern und Sängern. Vielleicht bezieht sich noch die Gewohnheit darauf, daß die hiesigen Handwerksburschen an Sommerabenden durch die Stadt ziehen und geistliche Lieder singen.

Auch die Gesellschaft des Pegnitzischen Blumenordens ist, nach einer 150jährigen Dauer, noch vorhanden, beschäftigt sich bekanntlich mit deutscher Sprache und Litteratur und mit vaterländischer Geschichte, hat 48 Mitglieder, und den gelehrten Litterator Panzer *) zum Vorsteher.

*) Dieser Gelehrte hat, wie der Herr von Murr und der fleißige Prof. Siebenkees zu Altorf, unschätzbare Verdienste um die politische, litterarische und artistische Geschichte von Nürnberg.

Noch ist ein gut eingerichtetes Leseinstitut vorhanden, und eine Gesellschaft zur Beförderung vaterländischer Indüstrie, die sich die Hamburgische zum Muster genommen hat, und schon 50 Mitglieder aus allen Ständen zählt.

Die hiesigen Bibliotheken und Kunstsammlungen gehören nicht zu den unbeträchtlichen. Die Stadtbibliothek hat besonders einen guten Vorrath an alten Drukken und andern typographischen Seltenheiten, auch an Handschriften. Die Dillherrsche, die Fenitzerische, die Ebnerische und Marpergerische Bibliotheken, enthalten ebenfalls mehr oder weniger Merkwürdigkeiten dieser Art.

Das Praunische Kunstkabinet, mit welchem eine Gemäldesammlung verbunden ist, läßt kein Fremder unbesucht, und eine ähnliche Aufmerksamkeit verdient die Pellerische Sammlung.

Zum wissenschaftlichen und artistischen Verkehr sind endlich noch 13 Buch- und 9 Kunsthandlungen innerhalb der Mauern von Nürnberg.

Alle diese mannichfaltigen Anstalten, die ich, der Kürze wegen, nur habe andeuten können, geben eine allgemeine Uebersicht von der musterhaften bürgerlichen Einrichtung der Stadt. zu untersuchen, in wie ferne diese, durch die politische beeinträchtigt, minder wohlthätig, friedlich und praktisch gemacht wird, ist nicht die Sache eines Durchreisenden; eben so wenig als diplomatisch zu entscheiden, wem der größere und kleinere Theil der Schuld beyzumessen sey. Ich habe über die Irrungen, die jetzt zwischen Rath und Bürgerschaft obwalten, viel und von allen Parteyen gehört; aber man hört einseitig, wo einmal Parteyen sind, man hört nur Leidenschaft, Eigennutz, Hochmuth und Erbitterung sprechen, und man kann nur dann jeder Partey ihren Theil von Recht und Unrecht zusprechen, wenn man selbst die Verfassung aus ihren Quellen und aus Erfahrung kennen gelernt hat. Soviel glaube ich aber im Allgemeinen zur Beurtheilung dieser innern Zwistigkeiten sagen zu können: das Patriziat handelt nach den Grundsätzen einer Aristokratie, die zur Ochlokratie neigt, verdrängt die übrigen Staatsbürger von den Hauptgeschäften der Regierung und von den obern Stellen, und schmälert die Vorrechte derer, die sie selbst für rathsfähig anerkennt. Daher Klagen der Patrizier vom neuern Dato gegen die vom ältern; daher Beschwerden der niedern patrizischen Beamten gegen die höhern; daher Unzufriedenheit der mittlern Bürgerklassen, des Kaufmanns- und Gelehrten-Standes mit beyden Klassen der Patrizier; daher Aufsässigkeit und Groll der Künstler- und Handwerker gegen alle obige. So kommt es, daß Aristokraten gegen Ochlokraten, beyde gegen die Kaufmanns- und Gelehrten-Klassen, und alle drey zusammen genommen, gegen die Hauptmasse des arbeitenden und abgebenden Staatsbürgers kämpfen, der jedoch dadurch einer gänzlichen Unterdrükkung entgeht, daß jede der genannten Parteyen ihn, den stärksten an thierischer Kraft, wechselseitig auf ihre Seite zu bringen und sich zu erhalten sucht. Das klare Resultat dieser Angaben wäre also: daß die Ochlokraten für Herrschsucht, Hochmuth, Nepotismus und Monopol kämpfen, indem sie für die wahre Verfassung des Staats zu kämpfen vorgeben; daß die Aristokraten für Privilegien, Stellensucht, Bequemlichkeit, eigennützige Versorgung ihrer Kinder und Verwandten streiten, indem sie meynen, für die ihnen zukommenden Gerechtsame zu streiten; daß die Kaufleute und Gelehrten für Neid, für empörte Eigenliebe und für Auszeichnung im Staat arbeiten, indem sie gegen den Untergang desselben, gegen Willkühr und Unverantwortlichkeit des Raths und gegen den Eindrang des Patriziats in alle Staatsstellen, selbst die geringern, zu arbeiten sich die Miene geben; und daß endlich der gemeine Staatsbürger die eigentliche Stütze, das Lastthier des Staates, daß nur dieser allein für erworbene und natürliche Rechte, für seine Nahrung, Haus und Hof und politisches Daseyn streite, mithin unter den fechtenden Parteyen die einzige sey, die das Recht auf ihrer Seite hat, aber gerade am spätesten dazu gelangen wird, weil sie ihre Sache gegen ihre eigenen Richter führen und gewinnen muß, die überdieß bey mehr Gewandtheit, Reichthum, Lust und Politik, ihren gesunden Menschenverstand nicht fürchten, so wie sie ihre physische Ueberlegenheit durch Uneinigkeit und Eifersucht, die sie in ihren eigenen Schooß streuen, bis zur Ohnmacht zu schwächen verstehen *).

*) Bey Meiner Anwesenheit in Nürnberg erschien folgende kleine Schrift: Bemerkungen und Erläuterungen über die Nürnbergische Staatsverfassung, von einem Nürnbergischen Bürger verfaßt, 1stes Heft. 1793. Sie ist ohne Leidenschaft geschrieben und mit Urkunden belegt. Anstatt einen Auszug davon zu geben, empfehle ich vielmehr sie ganz zu lesen. Bey aller Kürze ist sie sehr deutlich und bestimmt, und muß jeden Unparteyischen befriedigen.

Wenn man diese Umstände erwägt, so kann man sich schon, ohne nähere Ang . . . die Zerstückelung der Gesellschaft in Nürnberg denken. Das alte Patriziat lebt für sich und sieht auf alle übrige Klassen, die unter ihm sind, herab; das jüngere hält zusammen, ist neidisch auf jenes, und sieht die nächstfolgende Klasse über die Achsel an; letztre bleibt für sich, haßt die beyden erstern als Staats-Monopolisten und dünkt sich weit mehr, als die folgende Ordnung ihrer Mitbürger; diese theilt sich wiederum fast in so viel Haufen als Zünfte sind; der Künstler dünkt sich besser als der Handwerker und eben so gut als der Kaufmann; der Handwerker will nicht weniger seyn als der Künstler, aber weit mehr als der Unzünftige und Tagelöhner; und welcher der letztern hielte sich nicht für besser als der Bauer? So leiden alle an Einer Krankheit, und das sündige Gift derselben sind die Privilegien. Jeder Stand hat einen privilegirten Kreis um sich her, und Kreise sind nicht diejenigen mathematischen Figuren, die sich an einander schließen, ohne Lücken zu lassen; jeder treibt vielmehr seine Zuründung durch das Gebiet des andern und hält für sein, was er davon einschließt. Daher ewige Reibung, ewige Gährung, ewiger Kampf der Stände unter einander, hier, wie -- in allen Freystaaten.

In Absicht des Luxus, des Aufwandes und der Sittenbildung ist Nürnberg in, Vergleich mit mancher kleinern Stadt in Deutschland, zu seinem Glücke noch nicht weit vorgerückt. Selbst der Adel, oder vielmehr das Patriziat hat in seinem innern und äußern Wesen noch sehr viel bürgerliches und altmodisches, mit einer Mischung von Gravität und Regierungsbewußtseyn bey den ältern, und von Adelstolz und gesellschaftlicher Anmaßung bey den jüngern, von denen nur einzelne frey sind. Wage und Livreen, häusliche Einrichtung und Tracht, Gastmäler und Lustpartien, Liebhabereyen und Beschäftigungen, kurz die ganze Art zu seyn der ältern, hält ungefähr den Mittelweg zwischen der Art zu seyn eines preußischen Ministers und eines Bürgermeisters in Hamburg; während das Wesen eines Landedelmanns und eines adelichen Referendars in Berlin seyn möchte. Die letztre Gattung fährt, reitet, jagt noch aus Liebhaberey, hält noch Umgang mit den jüngern Gliedern des Gelehrten- und Kaufmannsstandes, besucht noch öffentliche Oerter, die diese besuchen, mit aus der Tasche hervorragender Tabackspfeife, geht noch auf Pickenicke, und tanzt und liebelt mit den Kaufmanns- und Gelehrten-Frauen und Töchtern; aber die erster Gattung geht aus ihrer Klasse und ihrer Gravität schwer heraus, und sucht nur solche Unterhaltungen, die der Würde ihres Standpunktes angemessen sind, wohin denn große ceremonienreiche Familien und Kollegen Schmäuse und andre steife Erholungen gehören. Finden sie Vergnügen an den Wissenschaften, so sind Gelehrte die einzigen aus der Bürgerwelt, mit denen sie Umgang halten; und ihre Frauen sind dann wohl so gnädig, die Ehehälften derselben zuweilen zu einem Kaffeebesuch einzuladen, entweder unter vier Augen, oder in einer dazu erlesenen, paßlichen Gesellschaft; aber mit andern sogenannten adelichen Damen äußerst selten.

Das Wesen dieser adelichen Damen erster Ordnung entspricht dem Wesen ihrer Männer ganz. Man glaubt, wenn man sich unter den ältern befindet, in einer Gesellschaft bejahrter Kammerfrauen vom Chursächsischen Hofe zu seyn. Die Jüngern haben schon etwas mehr Leichtigkeit und man hört sie noch zuweilen von Lektüre sprechen und sieht sie lachen; aber ihr Wesen ist schwerfällig und verlegen, und ihr Geschmack im Anzuge geht nicht über den Geschmack der Kaufmannsfrauen oder Töchter in Leipzig hinaus. Das Blut in dieser Klasse ist nichts weniger als schön; einen guten Wuchs sieht man aber doch zuweilen.

Benehmen und Tracht des Gelehrtenstandes, wohin ich die Doktoren der Medizin und des Rechts und die Kirchen- und Schulgeistlichkeit rechne, haben die auffallendste Aehnlichkeit mit dem Benehmen und der Tracht eben diese Standes in Dresden. Eine Ausnahme machen auch hier die jüngern, die noch keine Kundschaft oder Stelle haben, oder erst seit kurzem in Thätigkeit gesetzt sind. Nach wenigen Jahren bekommen sie aber auch die eigenthümlichen Falten ihres Standes.

Der Kaufmannsstand, der, trotz dem Verfalle des Handels, immer noch ansehnlich und zahlreich genug in Nürnberg ist, genießt eigentlich des Lebens noch am meisten und mit dem wenigsten Zwange. Man findet die Mitglieder desselben in allen öffentlichen Gärten um Nürnberg, auf den Spatziergängen, in den Klubbs, unter den Schützengesellschaften, auf Bällen, Redouten, Kirchweihen, in öffentlichen Konzerten xc. Diese Vergnügungen sind alle auf einen sparsamen Fuß gesetzt und verschaffen dem sonst fleißigen Manne die nöthige Erholung ohne große Kosten. Fremden, die eine Weile in dieser merkwürdigen Stadt leben wollen, rathe ich, sich an diesen Stand zu halten, unter welchen sie viel unterrichtete Männer finden werden, die von de altreichsstädtischen, breiten, umständlichen Ton weit entfernt und zugleich noch Muster altdeutscher Redlichkeit und Offenheit sind. Wer als Fremder sich zu den Cirkeln desselben hält, kann auch, ohne ihre Eifersucht zu erregen, mit patrizischen Familien umgehen, aber letztre sind so billig nicht, und man kann, wenn man von ungefähr mit einer bürgerlichen Gesellschaft an einen Ort kömmt, wo man auch patrizische Bekannte findet, sicher darauf rechnen, daß letztre merklich fremd und zurückhaltend seyn werden, bloß um sich nicht zugleich durch ein freundlicheres Betragen der bürgerlichen Gesellschaft zu nähern, in welcher man gekommen ist. Kein Bürgerlicher wagt es so leicht, eine Patrizierin zum Tanz aufzuziehen, aber es ist oft der Fall, daß ein Patrizier einer hübschen Bürgerin die Hand bietet, was diese denn auch für eine so große Ehre hält, als ihr Tänzer ihr dadurch zu erweisen glaubt.

Der Künstler und Handwerker vergnügt sich ebenfalls unter sich. Er hat seine Gärten und seine öffentlichen Häuser, die er besucht, wo er trinkt, kegelt, in der Karte spielt und sich nach seiner Weise vergnügt. Er hält sich gewisse Kassen, worin er Spiel- Wett- und Strafgelder sammelt, die, wenn eine Summe bey einander ist, zu Pickenicken, die er, besonders des Sommers, auf dem Lande hält, angelegt werden. Die Kirchweihen in den Vorstädten, Wöhrdt (wo es 26 Wirthshäuser giebt) und Gostenhof, und anderwärts, scheinen seine Lieblingsvergnügungen zu seyn. Die Schießübungen mit Büchsen und mit Armbrüsten, hält er noch für etwas mehr, als bloße Vergnügung, er hält sie für Bürgerpflicht, für Schulen, wo er für den Nothfall die Vertheidigung seines Vaterlandes lernen kann.

Die öffentlichen Spatziergänge um Nürnberg sind nicht von Bedeutung. Der nächste an der Stadt ist die Hallerwiese, ein ziemlich schmaler Rasenstreif an dem linken Ufer der Pegnitz, der mit einer dreyfachen Lindenallee besetzt ist, zwischen denen hier und da einzelne steinerne Bänke und drey kleinliche, fast verfallene Springbrunnen angebracht sind. Er ist nur an Sonn- und Feyertagen lebhaft, und man findet auf demselben, was in Nürnberg, außerhalb den Kirchen, eine seltene Erscheinung ist, alle Stände unter einander gemischt.

Ein anderer ist der Judenbrühl, ebenfalls ein Rasenplatz von einigem Umfange, der durch Alleen von Linden- und Kastanienbäumen bestattet wird und zu Ruheplätzen mehrere Rasenbänke darbietet.

Spatziergang und Belustigung zugleich ist der sogenannte Dutzendteich, der ungefähr drey Viertelstunden von der Stadt liegt, und am häufigsten zu Fuße, zu Pferde und im Wagen besucht wird. Ein dünner Wald von Nadelholz schließt 12 kleinere und größere Teiche ein, und von diesen hat der Ort den Namen. An dem größesten der Teiche liegt ein geräumiges Haus, an welches sich ein artiger Garten schließt, der mit Lauben, kleinen Häusern und Pavillons für einzelne Gäste und ganze Gesellschaften besetzt ist. Auf dem großen Saale des Wirthshauses wird getanzt; auf dem großen Teiche fährt man des Sommers in Lustschiffen, und des Winters Schlittschuh. Auf jenem Tanzsaale machte ich eine Bemerkung, die auf den Ton in Nürnberg einen hellen Blick thun läßt: die Musikanten, die zum Tanz aufspielten, hatten dabey große Tabackspfeifen im Munde. -- Und doch tanzten ein paar Gerichtsfähige, und an dem einen Ende des Saals saß eine ganze Gesellschaft von Herren und Damen aus den alten Geschlechtern.

Die Johannesfelder und der Irrhayn bey Krafthof werden auch oft besucht. Letzterer ist ein geräumiger Platz, der dem Pegnitzischen Blumenorden gehört und mit Alleen, Lauben, Pavillons, Berceaus und einem Labyrinth verziert ist. Ein in der That sehr angenehmer Aufenthalt, der für jedermann offen steht, wenn jene Gesellschaft nicht gerade selbst sich dort befindet.

Zum Lobe der öffentlichen Sittlichkeit der Nürnberger bemerke ich noch, daß es in ihrer Stadt keine liederlichen Häuser giebt.

Zum Schlusse fasse ich einige statistische Angaben von Nürnberg und dessen Gebiete zusammen, die aus der Beschreibung dieser Stadt, welche während meiner Anwesenheit daselbst erschien, so wie mehrere der voranstehenden Nachrichten, gezogen sind *).

*) Ihr Titel ist: Kurze Beschreibung der Reichsstadt Nürnberg; ein Handbuch für Einheimische und Fremde, zunächst aber für Reisende. Verfasset von C. G. Müller. Nebst einem geometrischen Grundrisse von der Stadt Nürnberg. Daselbst bey Zehn. 1793.

Nürnberg, unter dem 28°, 45' der Länge 49°. 26'. 56" nördlicher Breite gelegen, schließt innerhalb seiner Ringlinie eine Fläche von 67,443,136 Quadratschuh ein.

Die Innere Stadtmauer, welche die Stadt selbst umschränkt, enthält eine Fläche von 15,332,008 eben solcher Schuhe.

Die längste Seite der Stadt vom Spittler- bis zum Laufer-Thor hat 5815 Fuß, oder 2326 gemeine Schritte, jeden derselben zu 2326 Fuß gerechnet; ihr Breite vom Vestner- bis zum Frauen-Thor, 4370 Fuß oder 1748 Schritte.

Der Umfang der Stadt, ihrer innern Mauer nach, beträgt 14,680 Fuß, oder 5872 Schritt; ihrer äußern nach, 17,845 Fuß, oder 7019 Schritt, die ungefähr drey Viertelmeilen ausmachen.

Die Bevölkerung der Stadt, kann man, die Vorstädte, Wöhrdt und Gostenhof, die Gärten xc. ausgeschlossen, den jährlichen Sterbelisten nach, zu 30,000 Seelen annehmen, eine Zahl, die vor 200 Jahren um die Hälfte, und vor 100 Jahren, um ein Drittel, stärker war.

Die Einnahme und Ausgabe des Staats von Nürnberg ist nicht zu bestimmen, weil die Berechnungen darüber nicht öffentlich werden. Eben so die Staatsschulden, die man aber gemeiniglich auf 14 Millionen Rheinische Gulden setzen zu können glaubt.

Das Gebiet des Staats von Nürnberg erstreckt sich, von Morgen gegen Abend, auf 7 deutsche Meilen; und von Mittag gegen Mitternacht, ebenfalls auf 7 dergleichen Meilen. Das Gebiet im engern Verstande schließt sich unmittelbar an die Linien der Stadt und enthält, außer mehreren Dörfern, den Sebalder- und Lorenzer Reichswald; das Gebiet im weitern Sinne enthält noch die 11 Pflegeämter Altorf, Lauf, Herspruck, Reicheneck, Engelthal, Hohenstein, Velden, Petzenstein, Hiltpoltstein, Grävenberg und Lichtenau. Von der Bevölkerung dieses Gebiets und dessen Ertrag, eben so wenig als von dem jetzigen Zustande des Handels, der Gewerbe, der Manufakturen und Fabriken des Staats von Nürnberg, habe ich keine zuverlässige Angaben aufbringen können.

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Von Reisende..Bearbeiten

August von Kotzebue. [4]

[1804]

Nürnberg.

Daß man hier schon eine italiänische Uhr findet, und wie man sie findet, und warum man sie findet, darüber hat Nicolai, wo ich nicht irre, ein ganzes Buch geschrieben, auf welches ich, der Kürze halber, verweise. -- Der mächtige preußische Adler hat seine Flügel sehr dich über Nürnberg ausgebreitet, denn man erblickt ihn hart am Thore dieser freien Reichsstadt; und mich dünkt, sie würde wohl thun, ihm lieber ein Nest mitten auf dem Markte zu bereiten; dann würden gewiß sogleich die vermaledeiten Löcher verschwinden, über die, mit Eisenstäben vergittert, man unter den Hallen des Rathhauses stolpert. Doch wer auch vorsichtig geht, und folglich nicht stolpert, wird dennoch bald, gleich mir, durch einen pestilenzialischen Duft auf diese Löcher aufmerksam gemacht werden. -- Mein Gott! woher dieser Gestank? -- Antwort: da unten sind die Gefängnisse, die bis unter die Sebalduskirche hin dunkel fortlaufen. -- Heiliger Howard! welch ein Schauder würde dich hier ergriffen haben! -- "O, sagte mein Führer, die Gefangenen befinden sich da unten recht wohl, sie haben gut zu essen und zu trinken." -- Aber keine Luft? -- "Daran gewöhnen sie sich." -- Nun so wollte ich, daß man die Nürnberger Rathsherren samt und sonders einmauerte, und ihnen täglich, durch ein schnell wieder zu verschließendes Loch, die schmackhaftesten Rebhüner und Trüffeln in Champagner gekocht vorsetzte. -- Der Gedanke an diese, des Mittelalters würdige Barbarei, verbittert den Reisenden den Genuß an Albert Dürers schönen Gemählden, die auf diesem Rathhause hängen. Fünf der schönsten haben die Franzosen -- erobert. Sie hatten in den herrlichen Sälen ihr Corps de Garde aufgeschlagen. Die prächtigen Oefen sprengten sie durch Ueberheizen, die geschmückten Wände beschmierten und verwüsteten sie; kurz, sie trieben es hier, wie sie es überall getrieben haben. -- Für den Liebhaber vaterländischer Alterthümer ist die lange Gallerie am merkwürdigsten, die sich draußen vor den Zimmern herzieht. Ihre Decke nemlich stellt in schöner, wohlerhaltener Stuccaturarbeit, ein altdeutsches Turnier aus dem vierzehnten Jahrhundert dar. Die Figuren, deren viele hunderte hier gesehen werden, sind alle in Lebensgröße, und das Ganze giebt den deutlichsten Begriff von diesem beliebten Schauspiele unserer Väter. Voran ziehen die Musikanten, denn folgen die Ritter, welche damals turnierten, sämmtlich an ihren Wappen kenntlich, die sie, ausgemahlt, auf Helm und Schild tragen. Jeder wird von einem Fußgänger begleitet, der einen Stab in der Hand hält, und gleichfalls seines Ritters Wappen auf die Brust geheftet hat. Weiter hin rennen die Kämpfenden würklich gegen einander, Lanzen brechen, Reiter werden bügellos, andere vom Rosse gestochen. Große Haufen von Zuschauern, unter welchen sich schön geputzte Damen befinden, schauen von den Balcons herab. Diese Darstellung hat mir so viel Vergnügen gemacht, daß mein Nacken es den ganzen Abend empfunden hat, und ich kam in Versuchung die Stolzen zu beneiden, welche die Nase so hoch tragen, daß sie, ohne den Nacken zu biegen, die ganze Arbeit gemächlich beschauen können.

Die Sebalduskirche ist ein ehrwürdiges Denkmal des grauen Alterthums. Sie soll schon tausend Jahre zählen. Man sieht da allerlei Legenden vortrefflich in Stein gehauen, auch Albrecht Dürers Abnahme vom Kreuz. Ich habe schon irgendwo erklärt, daß dieses Abnehmen vom Kreuz mir ein sehr unglücklich gewählter Gegenstand für die Kunst scheint; ich sehe es ungern, und wenn der heilige Lukas selbst, der Raphael der ersten Christen es gemahlt hätte. Zwei der schönsten Bilder aus dieser Kirche wollten die Franzosen, wie gewöhnlich, mitgehen heißen, hatten auch schon das Maaß zu den Kisten genommen, als die Oestreicher sie plötzlich zwangen die Küsten stehen und die Gemählde hängen zu lassen. Indessen ist doch eins derselben, auf Holz gemahlt, bei dem ungeschickten Maaßnehmen gesprungen. -- Sonst zeigt man noch in dieser Kirche des heil. Sebaldus Grab von Bronze. Der gute Mann ruht hier in eine Menge Särge eingeschachtelt, weil er vermuthlich anders über das Begraben dachte, als der Herzog von Gotha. Die ungeheure Masse von Bronze ist bemerkenswerth, auch wohl die künstliche Arbeit. -- Die zahllose Menge von Wappen, die in der Kirche herum hängen, und noch täglich vermehrt werden, beweiset, daß die Nürnberger Patricier, auch noch nach dem Tode, ihre Eitelkeit gern irgendwo annageln. -- Hier belehrte mich auch eine Inschrift, daß es in Nürnberg eine Zunft der Altmacher giebt. Was diese Zunft eigentlich treibt, wußte mir das artige Mädchen, das uns herumführte, nicht zu sagen, und ich vergaß nachher mich näher darnach zu erkundigen. Dürfte man die Benennung nach dem Wortverstande nehmen, so würden die Altmacher bei den Damen wenigstens, schwerlich in Ansehen stehen.

Die Kunsthandlung des Humanen Frauenholz zu besuchen, versäume doch Niemand. Seit der Besitzer das Braunsche Kabinet für 38000 Gulden gekauft hat, ist seine Sammlung merkwürdiger als jemals, besonders an geschnittenen Steinen und schönen Gemählden. Eine Flucht nach Egypten, vormals ein Eigenthum der unglücklichen Königin von Frankreich, zeichnet sich besonders aus, und nie würde, selbst der Kenner, Teniers Pinsel errathen, der sonst nur niedrige, oft untadelhafte Gegenstände mahlte. Durch dieses Gemählde soll er seinen Ruhm, und mit Recht, gegründet haben. Auch ein herrliches, weibliches Portrait von Rembrandt zieht die Blicke an sich, denn es ist nicht in seiner gewöhnlichen fatalen Manier gemahlt, wo er seinen Pinsel in egyptische Finsterniß taucht, und sein Möglichstes thut, um zu verhindern, daß der Beschauer ja nicht errathen möge, was er eigentlich sieht. In begreife nicht, wie diese Manier jemals Beifall finden konnte. Mehrere schöne Bilder von Knipotzky und Vandyk schmücken diese Sammlung. -- Der wackere Frauenholz hat den Entwurf zu einer Lotterie ohne Nieten gemacht, in welcher der Hauptgewinn aus tausend geschnittenen antiken Steinen bestehen wird. Schade, daß er zu solchen Mitteln seine Zuflucht nehmen muß, um das reichere deutsche Publikum, das lieber Fasanen und Rheinwein als Kunstwerke kauft, aus dem Schlummer zu wecken.


PanoramaNürnbergDürer RIJKS


[Albrecht Dürers Haus in Nürnberg.]

Zeitungsnachrichten.Bearbeiten

[1807]

Nürnberg.[5] Seit die ehemalige Reichsstadt Nürnberg an den König von Bayern übergieng, herrscht in öffentlichen Blättern, die öfters Nachrichten von ihr enthielten, eine tiefe Stille über sie. Es ist Zeit, dieß Stillschweigen zu unterbrechen, damit eine ehehin so berühmte Stadt sich nicht ganz aus dem Andenken der deutschen Mitbürger verliere.

Es war am 15. September 1806 als diese graue Reichsstadt mit ungefähr 26,000 Einwohnern und mit einem sehr ansehnlichen Gebiete, das in seinem, durch die neuen Okkupationen sehr beschränkten, Zustande doch noch wenigstens 24,000 Seelen zählt, dann mit einem jährlichen Einkommen von 1,100,000 Gulden Rheinisch durch den franz. kaiserl. General-Kommissär Fririon, im Namen des großen Napoleon, an den bevollmächtigten Minister Sr. königl. Majestät von Bayern, Herrn Grafen von Thürheim, übergeben wurde (s. Nat. Ztg. 1806. S. 839). Das Pflegamt Lichtenau, mitten um Ansbachischen, das aber von Preußen als ein unbestrittenes nürnbergisches Eigenthum anerkannt wurde, war schon einige Wochen früher, von seinem bisherigen Verbande getrennt, für die Provinz Ansbach in Besitz genommen worden.

Soviel die Stadt durch innere und äußere Kränkungen in den neuesten Zeiten erduldet hatte, so bleib es doch immer für den größten Theil ihrer Bürger ein schmerzliches Gefühl, die von den Vätern ererbte Reichsfreyheit zu verlieren, und von Schmerz und banger Besorgniß für die Zukunft erpreßt, floß manche Thräne, während Kanonendonner, Glockengeläute und Parade des anwesenden französischen Militärs und der Stadtgarnison, den Augenblick verkündeten, in dem der Senat dem neuen Beherrscher huldigte.

Solche Empfindungen waren auch guter Bürger würdig, die dankbar auf das viele Gute, das sie ihrer bisherigen Verfassung verdankten, zurücksahen, und nun den Blick hoffnungsvoll zu dem großen Könige empor richteten, der in einer gedruckten Bekanntmachung, ihr Vater zu seyn, verhieß.

Am 2ten Tage, den 16. Sept. Morgens, wurde durch die neue Polizeydirektion, welche einige Tage zuvor aus Führt gekommen war, die schon vor 1452 bekannt gewesene sogenannte große Uhr, die sich nach der Tageslänge richtete, abgeschaft (s. Nat. Ztg. 1806. S. 839), und obgleich diese Veränderung, weil sie dem Publikum vorher nicht angekündigt worden war, einige Sensation machte, so billigte sie doch der größte Theil um so mehr, da man in den vorzüglichern Bürgerhäusern ohnehin stets nach der gewöhnlichen Uhr gezählt hatte.

Der traurige Krieg verursachte, daß die Militärkonskription bald auch in dem nürnbergischen Gebiete eingeführt wurde. Dieser Bürde ganz ungewohnt, schien sie einem Theil so hart, daß unruhige Bewegungen entstanden, welche jedoch durch Militär und eine von Ansbach abgeschickte Untersuchungs-Kommission bald erstickt wurden. Das leichte Infanterie Bataillon la Motte, 900 Mann stark, wurde größtentheils aus dem nürnbergischen vormaligen Kreiskontingent und der ausgehobenen Mannschaft formirt, und rückte bald darauf ins Feld. Die Bürger hatten sich mit der Hofnung geschmeichelt, daß aus dem nürnberg. Gebiete, mit Einschluß der Stadt und der Vorstädte, eine eigene Provinz gebildet, oder doch dasselbe so lange abgesondert administrirt werden würde, bis die Schulden des nürnberg. Staatskörpers, welche von dem neuen Beherrscher übernommen worden, getilgt seyn würden. Diese Hofnung, an der das Glück vieler Personen hieng, und für welche man selbst Gründe der Staatsklugheit finden wollte, hat sich nicht bestätigt. Es scheint vielmehr entschieden, daß Nürnberg mit seinem ehemaligen Gebiete unter die Administration des Fürstenthums Ansbach gegeben wird, eine Subjektion, die der patriotische Nürnberger sehr gerne mit der unter Bamberg oder die obere Pfalz vertauschen möchte, weil er nicht ohne Grund besorgt, daß die lang eingewurzelte Eifersucht und Abneigung zwischen Ansbach und Nürnberg, dem Aufblühen seiner Vaterstadt sehr ungünstig seyn dürfte.

Eine andere Hofnung, daß nach Nürnberg, als der angesehensten und größten Stadt der fränkisch-bayerschen Provinzen, der Sitz irgend eines hohen Landes-Kollegiums verlegt werde, welches eine höhere Geschäftigkeit und einen raschern Geldumlauf in ihre Mauern brächte, und zu einer schnellen Rechtspflege, deren eine Handels- und Fabrikstadt so sehr bedarf, mitwirkte, scheint ebenfalls unerfüllt zu bleiben, da, wie man sagt, selbst das jetzt bestehende Oberappellations-Gericht aufgelöst werden, und künftig in Nürnberg nur ein Stadtgericht, eine Polizeydirektion und ein Verwaltungsrath, wie in kleinen Städten, sich befinden soll. -- Der bevorstehenden Organisation wird mit gemischten Empfindungen entgegengesehen, weil bey einer solchen Reduktion der Administrativ- und Justizstellen, der größte Theil der sehr zahlreichen nürnbergischen Staatsdienerschaft keine Anstellung erhalten kann.

Der Zustand der Okkupation von Seiten der Fürstenthümer Bayreuth und Ansbach bis an die Thore Nürnberg (von jenem auf der nordöstliche, von diesem auf der südwestlichen Seite) dauert noch immer fort, und schließt die beyden Vorstädte in die zunächst an der Stadt liegenden Gärten ein. Er wird selbst von Ansbach, das doch gleichfalls unter dem bayerischen Szepter steht, so strenge beobachtet, daß kein nürnberg. Schornsteinfeger in einem okkupirten Orte den Schornstein besteigen, und daß Bier, Wein xc. nicht anders als gegen eine bedeutende Abgabe aus der Stadt in die Vorstädte und Gärten gebracht werden darf.

Der Druck des Krieges liegt schwer auf Nürnbergs Handel und Gewerben. Viele fleißige und geschickte Arbeiter schmachten im Elende, und erwerben sich nur mühsam Brod für ihre Familien. Einen kleinen Nahrungszweig machen die Wachtdienste aus, welche, seit dem Ausmarsche der Garnison, die Bürgerschaft leistet, und die der Reichere und Geschäftsmann durch arme Mitbürger verrichten läßt.

Die Armuth und der Straßenbettel nehmen mit jedem Tage zu, ohne daß die Polizey diesen Uebel abhelfen kann, weil die milden Stiftungen, deren Nürnberg so viele hat, die Zinsen von ihren bey dem Staate angelegten Kapitalien so wenig als andere Gläubiger erhalten, weil ferner die meisten reichern Familien gleichfalls ihr Vermögen ganz oder zum Theil dort stehen oder rück- rückständige Besoldungen zu fordern haben, und folglich zum Unterhalt der Armuth in der gegenwärtigen traurigen Zeit nichts oder nnr wenig beytragen können, und weil endlich der lange Aufenthalt der französischen Truppen im vorigen Jahre, und die häufigen, noch jetzt fortdauernden, Durchmärsche große Kosten verursacht, und den Landgüterbesitzer den größten Theil seiner Einkünfte entzogen haben.

Die allgemeine Hofnung bey so vielem Unglück ist auf den Frieden und auf die gnädige Unterstützung des erhabenenen Monarchen gerichtet, der auf Nürnberg einen gnädigen Blick werfen und die vielen Hülfsmittel, die dasselbe, wenn es nicht von seinem Gebiete getrennt wird, noch immer in sich selbst hat, zur Wiederherstellung seines Wohlstandes benutzen lassen wird.


Quellen.Bearbeiten

  1. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  2. Neues historisches Handbuch auf alle Tage im Jahr mit besonderer Rücksicht auf die Ereignisse der neuesten Zeiten von Wagenseil Königl. baier. Kreißrath. Augsburg und Leipzig in der Jenisch und Stageschen Buchhandlung.
  3. Reise eines Liefländers von Riga nach Warschau, durch Südpreußen, über Breslau, Dresden, Karlsbad, Bayreuth, Nürnberg, Regensburg, München, Salzburg, Linz, Wien und Klagenfurt, nach Botzen in Tyrol. Berlin, 1795. bei Friedrich Vieweg dem ältern.
  4. Erinnerungen von einer Reise aus Liefland nach Rom und Neapel von August von Kotzebue. Berlin 1805. bei Heinrich Frölich.
  5. National-Zeitung der Deutschen. 23tes Stück, den 4ten Juny 1807.
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