Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Namur, vormals die Hauptstadt der Grafschaft Namur, einer der siebenzehn Provinzen der Niederlande, welche, größtentheils Oesterreich unterwürfig, durch den lüneviller Frieden mit an Frankreich abgetreten wurde; seitdem die Hauptstadt des aus der Grafschaft Namur und einem westlichen Stücke von Luxemburg gebildeten Departements der Sambre und Meuse jetzt wieder gehörig zu den der Herrschaft des Hauses Oranien unterworfenen Niederlanden.

Namur liegt am Einflusse der Sambre in die Maas, ist befestigt, und gehört zu den größern und reichern Handelsstädten der Niederlande. Die Zahl der Einwohner hat im Laufe des vorigen Jahrhunderts bedeutend abgenommen, und man zählt deren jetzt nur noch 15. bis 16,000. Es ist der Sitz eines Bisthums, welches unter dem Erzbischof von Mecheln steht.

Vom Jahre 1715 bis 1782 gehörte Namur zu den sogenannten Barriereplätzen. Die Stadt ist in den Kriegen zwischen Frankreich, Deutschland und Holland verschiedene Male belagert und eingenommen worden.

In Hinsicht des Handels ist sie vorzüglich durch ihre Messerfabriken ausgezeichnet.


Festung.[]

Namur im Thale am L. U. der Maas und auf beiden Seiten der Samber-Md., jetzt eine Vestung vom ersten Range. Starker Brückenkopf am R. U. der Maas, mehrere Außenwerke auf den die Stadt umgebenden felsigen Höhen auf beiden Seiten der Maas und Samber. Bei dieser neuen Bevestigung seit 1815 ist man der vortrefflichen ältern von Coehorn (Kuhorn) gefolgt, die Werke sind aber erweitert und stärker geworden. Metallwaaren-Fabriken. 15'000 E.


Quellen und Literatur.[]

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  • Lehrbuch der Militär-Geographie von Europa, eine Grundlage bei dem Unterricht in deutschen Kriegsschulen, von A. G. Hahnzog, Divisionsprediger und Lehrer an der Kriegsschule in Magdeburg. Magdeburg, bei Ferdinand Rubach 1820.
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