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Geschichte Napoleons und der großen Armee im Jahr 1812.Bearbeiten


Philippe-Paul de Ségur [1]

In Mikalewska war es, am 6ten November, dem Unglückstage, wo Napoleon eben die Nachricht von der Verschwörung Malets erhalten hatte, wo die Meldung von der Vereinigung des 2ten und 9ten Korps und von dem nachtheiligen Gefecht von Czazniki eintraf. Er ward ungehalten, und ließ dem Herzog v. Belluno sagen, daß er Wittgenstein sofort hinter die Düna zurück treiben solle, und daß das Heil der Armee davon abhinge. Er verbarg nun auch diesem Marschall nicht mehr, daß er in Smolensk mit einer auf's Höchste erschöpften Armee und einer gänzlich unberittenen Kavallerie anlange.

So waren die Tage des Glücks vorüber und Unglück verkündende Meldungen trafen von allen Seiten ein, von der einen, daß Polotzk, die Düna, Witepsk verloren seien, und Wittgenstein nur noch vier Märsche von Borizof stehe, von der anderen, daß Baraguay-d'Hilliers in der Gegend von Elnia geschlagen sei. Dieser General hatte die Brigade Augereau, Magazine und jene Straße von Elnia, auf der Kutusow uns nun bei Krasnoe zuvor kommen konnte, wie er es bei Wiazma gethan hatte, in die Hände des Feindes fallen lassen.

Zu gleicher Zeit meldete, von hundert Lieues vor uns, Schwarzenberg dem Kaiser, daß er Warschau decke, das heißt so viel, als daß er Minsk und Borizof, das Magazin und den Rückzugs-Punkt der großen Armee blos gebe, und daß vielleicht der Kaiser von Östreich seinen Eidam in die Hände Rußlands überliefere.

Zu derselben Zeit war hinter uns und bei der Prinz Eugen durch den Wop besiegt worden; die Zugpferde, die uns in Smolensk erwartet hatten, waren von den Soldaten aufgezehrt, die von Mortier bei einer Fouragirung dem Feinde in die Hände gefallen; die Heerden von Krasnoe weggenommen; gräßliche Krankheiten zeigten sich in der Armee, und in Paris schienen die Zeiten der Verschwörung wiedergekehrt zu seyn, kurz, alles kam zusammen, Napoleon nieder zu drücken.

Täglich waren die Stärke-Rapports, die er von allen seinen Korps erhielt, wie Sterbe-Listen, er sah daraus, daß seine Armee, die Moskau erobert hatte, von hundert und achtzigtausend Mann auf fünf und zwanzigtausend, die sich noch streitfähig und in Reihe und Glied fanden, zusammengeschmolzen war. Dieser großen Menge von Unglücksfällen setzte er einen nicht thätigen, aber unerschütterlichen Widerstand entgegen, seine Züge blieben dieselbe, er änderte nichts in seinen Gewohnheiten, nichts in der Form seiner Befehle, wenn man sie las, so hätte man glauben sollen, er stünde noch immer an der Spitze mehrerer Armeen. Er beschleunigte selbst nicht ein Mal seinen Marsch, sondern nur erzürnt über die bedächtige Vorsicht des Marschalls Victor, erneuerte er ihm den Befehl, Wittgenstein anzugreifen, und diese Gefahr, die seinen Rückzug bedrohe, zu entfernen. Baraguay d'Hilliers war von einem Offizier angeklagt worden, und dieser General, seiner Würden entsetzt, reiste nach Berlin ab, wo ein verzweiflungsvoller Tod seiner Verurtheilung zuvor kam.

Ueberraschender als dieses war es aber, daß der Kaiser sich lieber von dem Geschick alles entreißen ließ, als daß er einen Theil geopfert hätte, um das Übrige zu retten. Es geschah nur ohne seinen Befehl, daß die Befehlshaber der Korps die Bagage verbrannten und die Artillerie zerstörten, er ließ es geschehen. Wenn er einige ähnliche Instruktionen ertheilte, so wurden sie ihm abgedrungen, und es schien, als ob er besonders viel darin setzte, daß nichts, was von ihm ausginge, ein Eingeständniß seiner Niederlage wäre, mag es nun seyn, um so zu bewirken, daß sein Unglück geehrt würde, und daß er durch diese Unbeugsamkeit den Seinigen einen unbeugsamen Muth vorschreiben wollte, oder mag es der Stolz lange glücklicher Menschen gewesen seyn, der ihr Verderben beschleunigt.


Zeitungsnachrichten.Bearbeiten

[1812]

Paris, den 22sten April.

Bey der letzten Jagd in dem Walde von St. Germain besuchten Se. Majestät die Kavallerieschule, hielten Revüe über die Eleven, bezeigten ihnen ihre Zufriedenheit, und befahlen, daß ein großer Theil derselben unter verschiedene Kavallerieregimenter vertheilt und sogleich nach Deutschland geschickt würde.


Paris, den 24sten April.

Vorgestern hat der Kaiser zu St. Kloud Ministerkonseil gehalten.


Paris, den 10ten May.

Der Moniteur enthält heute folgenden Artikel vom 9ten dieses: Se. Majestät, der Kaiser, ist heute abgereist, um über die an der Weichsel vereinigte große Armee Inspektion zu halten. Ihre Majestät, die Kaiserin, wird den Kaiser bis Dresden begleiten, wo Sie das Glück zu genießen hofft, Ihre erlauchte Familie zu sehen. Sie wird spätestens im July wieder zurückkehren. Der König von Rom wird den Sommer zu Meudon zubringen, wo er sich seit einem Monat befindet. Das Zahnen für die Zähne des ersten Alters ist beendigt und der König genießt der vollkommensten Gesundheit. Er wird zu Ende dieses Monats der Brust seiner Amme entwöhnt werden.


Frankfurt, den 14ten May.

I.I. K.K. M.M. sind gestern, Morgens um halb 6 Uhr, hier eingetroffen, und wurden unter dem Geläute der Glocken und dem Donner der Kanonen empfangen. Der Herr Präfekt mit dem Wahlkollegium empfing I.I. M.M. an den Gränzen des Departements, und der Herr Maire bey dem Eingang in der Stadt. Die Bürgergarde bildete auf dem Wege ein doppeltes Spalier. Der General en Chef und Oberkommandant, der Generalmajor und Kommandant der Nationalgarden, und der Oberpolizeydirektor, so wie die bürgerliche Kavallerie, hatten die Ehre, Allerhöchstdieselben bis an die Gränzen des Stadtgebietes zu begleiten. I.I. M.M. hielten Sich nur so lange auf, als die Pferde gewechselt wurden, und reisten dann weiter nach Aschaffenburg, wo Sie bereits um 9 Uhr eintrafen, allein bloß ein Frühstück einnahmen und ungesäumt Ihre Reise weiter nach Würzburg fortsetzten. Der Fürst von Neufchatel, und die Herzöge von Friaul, von Istrien, von Vicenza, die Frau Herzogin von Montebello und Frau Herzogin von Bassano begleiteten I.I. M.M. Nachmittags sahen wir den Großkammerherrn, Grafen von Montesquiou, den Erzbischof von Mecheln, den Fürsten Aldobrandini, die Grafen von Türenne und von Praslin, die Gräfinnen von Beauveau und Brignole eintreffen. Des Abends spät gingen ferner noch im Gefolge des Kaisers hier durch: Ihro Excellenzen, der Herr Herzog von Bassano, der Baron von Bousset, Präfekt des Pallastes, und Herr von Lamberti, Stallmeister Sr. Majestät.


Aschaffenburg, den 14ten May.

Man hatte sich geschmeichelt, Ihre Kaiserl. Majestäten von Frankreich schon vorgestern Abend hier eintreffen zu sehen. Man hatte demnach mit so vielem Geschmack als Pracht die Alleen, die Hallen, die englischen Gärten bey dem Pallaste, die Präfektur und ein Monument, welches sich in den Wiesen auf den beyden Ufern befindet, illuminirt. Am 13ten, des Morgens um 9 Uhr, trafen Ihre Kaiserl. Königl. Majestäten unter dem Geläute aller Glocken und Paradirung des ganzen Bürgermilitärs hier ein, und stiegen in der großherzoglichen Residenz ab. Sr. Königl. Hoheit, der Großherzog, waren Allerhöchstdenselben um 7 Uhr entgegen gefahren. Nach genommenem Frühstück ließ sich der Kaiser die bey Sr. Königl. Hoheit akkreditirten Minister vorstellen, und alsdann setzten Ihre Majestäten um 22 Uhr Ihre Reise weiter fort. Abends war das Schauspielhaus und mehrere öffentliche Gebäude erleuchtet, und im Theater freyer Eintritt.


Liegnitz, den 30sten May.

Se. Majestät, der Kaiser von Frankreich, sind am 29sten dieses, Nachmittags um 5 Uhr, auf Allerhöchstdero Reise von Dresden nach dem Herzogthum Warschau in Bunzlau eingetroffen. Allerhöchstdieselben wurden daselbst von einer aus dem Regierungspräsidenten und 9 Mitgliedern der Stände von Niederschlesien bestehenden Deputation mit gebührender Achtung empfangen; geruheten bey dem Wechseln der Pferde, sich mit den Mitgliedern jener Deputation auf das huldreichste zu unterhalten, auch einige angebotene Erfrischungen anzunehmen. In Haynau, wo Allerhöchstdieselben zwey Stunden später eintrafen, war von der Küche Ihrer Majestät, der Kaiserin, ein Mahl zubereitet worden. Während des Genusses desselben befahlen Se. Majestät, der Kaiser, daß der Bürgermeister der Stadt vortreten sollte, und befrugen denselben über den Zustand des Landes im Allgemeinen, so wie insbesondere über den jener Kommunität mit Bezug auf die jüngst statt gefundenen bedeutenden Truppendurchmärsche.


Glogau, den 2ten Juny.

Se. Majestät, der Kaiser Napoleon, langten am 30sten May, Frühmorgens um 3 Uhr, über Bunzlau, Haynau und Polkwitz, von Dresden hier an, stiegen auf dem hiesigen königlichen Schlosse, dessen Zimmer sehr geschmackvoll dazu eingerichtet waren, ab, und schliefen nur Eine Stunde, nahmen dann etwas Weniges zum Frühstück und ertheilten nachher dem zu ihrer Bewillkommung aus Breslau hier eingetroffenen königlichen Feldmarschall, Grafen von Kalckreuth, Audienz, welcher bis früh um 8 Uhr, wo die Abreise wieder erfolgte, bey Sr. Majestät verweilte. Der Kaiser hatte sowohl bey der Ankunft, als beym Abgange, alle Ehrenbezeigungen verbeten, so, daß weder die Kanonen gelöset wurden, noch sonstige Feyerlichkeiten statt fanden. Bloß an den beyden Thoren, zu welchen Se. Majestät ein- und wieder auspassirten, waren von grünen Tannenzweigen Ehrenpforten mit passenden Inschriften errichtet, die Abends vor der Ankunft, so wie die Straßen, die Se. Majestät zu passiren hatten, aufs Beste, jedoch vergeblich illuminirt wurden, weil Höchstdieselben, wie bereits erwähnt, erst am andern Morgen früh hier anlangten. Se. Majestät haben während ihres fünfstündigen Aufenthalts Ihre Zimmer nicht verlassen und die hiesigen Festungswerke nicht in Augenschein genommen, auch diesmal dem hiesigen Oberlandesgerichtskollegium nicht Audienz zu ertheilen geruhet. Im Gefolge des Kaisers befanden sich: der Fürst von Neufchatel, der Generaladjutant, Graf Lobau, der Oberstallmeister, Herzog von Vicenza (Caulaincourt), der Minister des Innern, Graf Darü xc. Gestern trafen auch der Herzog von Istrien (Marschall Bessieres) und der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Herzog von Bassano xc., hier ein, die sämmtlich Sr. Majestät nach Posen folgten.


Posen, den 31sten May.

Heute nahmen Se. Majestät, der Kaiser Napoleon, welche gestern Abend hier eingetroffen waren, die hiesige Stadt und Gegend in Augenschein. Eine ausserordentliche Menge Menschen begleitete den Monarchen überall, wo er passirte.


Posen, den 1sten Juny.

Am 30sten v. M., Abends um halb 9 Uhr, trafen Se. Majestät, der Kaiser Napoleon, von Dresden über Glogau kommend, hier ein. Dem Vernehmen nach werden Se. Majestät von hier, über Thorn und Marienwerder, nach Danzig gehen.

Tags zuvor, am 29sten, sind Se. Majestät, der König von Neapel, mit seinem Gefolge von hier abgereist. Unter den vielen hohen Militärs, welche in diesen Tagen hier durch zur Armee gingen, befinden sich auch Se. Excell., der Herr Reichsmarschall Lefevre, Herzog von Danzig.


Schreiben aus Thorn, vom 8ten Juny.

Am 3ten dieses, Nachmittags um 6 Uhr, trafen Se. Majestät, der Kaiser Napoleon, hier ein, und geruheten im Palais unsers allgemein geschätzten Gouverneurs, Herrn General von Woyzynsky, abzusteigen. Allerhöchstdieselben wurden jenseits der Brücke von den Behörden der Stadt und der versammelten Municipalität empfangen und bis an das Stadttor begleitet, welches besonders ausgeschmückt und mit einer Inschrift versehen war; Abends wurde sowohl dieses als die Stadt geschmackvoll erleuchtet, wodurch die Bewohner der Stadt, alle Beschwerden der Zeitumstände vergessend, zahlreich herbeygezogen wurden. Se. Majestät, der Kaiser, geruhten in den nächstfolgenden Tagen die in der umliegenden Gegend kampirenden und in unserer Stadt liegenden Truppen, desgleichen den großen Artilleriepark, zu mustern.

Gestern früh, vor Tagesanbruch, sind Se. Majestät nach Danzig abgereiset. Am 13ten dieses sollen alle Truppen in die ihnen angewiesene Linie eingerückt seyn. Brot für 20 Tage wird der Armee durch Requisitionsfuhren nachgefahren.


Marienwerder, den 7ten Juny. [2]

Schon seit dem 3ten d. M. wurde der Kaiser Napoleon in unsrer Stadt erwartet. Es waren daher bereits von diesem Tage ab die erforderlichen Anstalten zu seinem Empfange getroffen. Der Magistrat nebst der Geistlichkeit der Stadt sollte ihn vor dem Thore empfangen; bey seinem Eintritt in die Stadt sollte mit allen Glocken geläutet werden; auch waren die Mitglieder der beyden königlichen Landeskollegien, der Regierung und des Oberlandesgerichts, versammelt, um Sr. Majestät ihre Ehrerbietung zu bezeigen. Aber erst heute Morgen um 6 Uhr traf der Kaiser, von Thorn kommend, bey dem eine halbe Meile von hier an der Weichsel angelegten Brückenkopfe ein, besah die daselbst vollendeten Arbeiten und fuhr alsdann in Begleitung des Fürsten von Neufchatel und der Herzöge von Vicenza und von Friaul gegen 8 Uhr nach der Stadt, nachdem vorher durch einen an den hiesigen Magistrat geschickten kaiserl. französischen Officier alle Ehrenbezeigungen abgelehnt worden waren, weil der Kaiser inkognito die Stadt passiren wolle. Se. Majestät blieben, während bey dem Posthause die Pferde gewechselt wurden, im Wagen, und setzten unmittelbar darauf ihre Reise weiter nach Marienburg fort.


Danzig, den 9ten Juny.

Vorgestern, Abends um 7 Uhr, trafen Se. Majestät, der Kaiser der Franzosen, hier ein. Allerhöchstdieselben kamen in aller Stille an, und stiegen in dem Palais des Herrn Generalgouverneurs, welches zu Allerhöchstdero Aufnahme in Stand gesetzt worden war, ab.


Danzig, den 12ten Juny. [3]

Gestern, Nachmittags um 6 Uhr, reiste der Kaiser Napoleon in aller Stille wieder von hier ab.


Königsberg, den 18ten Juny.

Es war am 12ten des Abends, als der Kaiser Napoleon mit seinem Gefolge von Danzig hier eintraf. Am 17ten, Morgens um 2 Uhr, erfolgte die Abreise zur Armee.


Königsberg, den 17ten Juny. [4]

Diesen Morgen um 2 Uhr ist der Kaiser Napoleon nach einem mehrtägigen Aufenthalt von hier nach Gumbinnen abgegangen und gegen Mittag ist ihm der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Herzog von Bassano (Maret), dorthin gefolgt; auch hat fast Alles, was zu den Umgebungen Sr. Majestät gehört, unsre Stadt bereits verlassen. Auf allen Relais waren 200 Pferde gestellt.


Stallupöhnen, den 22sten Juny. [5]

Den 21sten d. M., Abends nach 6 Uhr, trafen Se. Majestät, der Kaiser von Frankreich, von Gumbinnen hier ein. Die hiesige Geistlichkeit und übrige Autoritäten hatten sich vor der Stadt, an der Straße, die von Gumbinnen kommt, versammelt, um Sr. Majestät ihre tiefste Ehrerbietung zu bezeigen, welches Allerhöchstdieselben nicht nur gnädigst aufnahmen, sondern auch, nachdem Se. Majestät, unter dem Geläute der Glocken, bey Paradirung der kaiserl. Garde in Allerhöchstdero Absteigequartier, bey dem Regierungsrath Kirchheim, angelangt waren, ließen Se. Majestät die Geistlichkeit und übrige Autoritäten huldreichst zu Sich bescheiden, und unterhielten sich, in Gegenwart vieler Zeugen, mit denselben über verschiedene Gegenstände mit der leutseligsten Herablassung. Nach Verlauf einer Stunde setzten Se. Kaiserl. Königl. Majestät, unter dem Geläute der Glocken, Ihre Reise über Kowno, woselbst Hochdieselben den Niemen passirten, weiter fort.

Mittwochs vorher trafen auch Se. Majestät, der König von Neapel, hier ein, empfingen ebenfalls die hiesigen Autoritäten mit herablassender Gnade, musterten die hier durchgekommenen kaiserl. Truppen, und reiseten hierauf zur großen Armee ab.


Vom Niemen, vom 30sten Juny. [6]

Es war am 28sten dieses spät, als der Kaiser Napoleon mit seinem Hauptquartier zu Wilna eintraf.


Wilna, den 15ten July.

Fortdauernd erfreuen wir und hier der Anwesenheit des Kaisers, und täglich sehen wir ihn zu Pferde und nur von einem kleinen Gefolge begleitet. Am 11ten wurden die Deputirten der Generalkonföderation Polens zur Audienz vorgelassen, nebst noch andern gutdenkenden Söhnen des Vaterlandes, welche herbeyeilten, ihre tiefe Ehrfurcht zu bezeigen. Se. Majestät unterhielten sich mit ihnen über die besondern Angelegenheiten ihres Landes.


Berlin, den 29sten August.

Das Hauptquartier Sr. Majestät, des Kaisers Napoleon, befindet sich seit dem 18ten dieses zu Smolensk. Nichts ist vermögend, den schnellen Marsch der siegreichen Armee aufzuhalten.


Vermischte Nachrichten. [7]

Se. Majestät, der Kaiser Napoleon, bewohnen jetzt das 3 Werste (ein halbe Meile) von der Hauptstadt Moskau gelegene Schloß Petrowitzi.


Paris, den 2ten November. [8]

Der Kaiser hat im Kreml, wie in den Tuillerien, zu St. Kloud u. s. w., alle Tage, Morgens um 9 Uhr, sein petit lever, und Donnerstags und Sonntags sein grand lever. Er ist wohl auf, und hält täglich Heerschau über die verschiedenen Armeekorps und Regimenter der kaiserl. Garde.


Berlin, den 21sten November. [9]

Die neuesten Berichte aus Wilna vom 13ten November melden Folgendes von der großen Armee:

Se. Majestät, der Kaiser, hat den 8ten d. sein Hauptquartier nach Smolensk verlegt, und befindet sich vollkommen wohl. Der Herzog von Reggio, der sein Kommando wieder übernommen, und der Herzog von Belluno, waren in Bewegung, um angriffsweise gegen das Wittgensteinsche Korps zu verfahren.


Glogau, den 12ten December. [10]

Heute Abend ist der Kaiser Napoleon, in Begleitung des Oberstallmeister, Herzogs von Vicenza (Caulincourt), nebst einem Gefolge von Dienerschaft, von der großen Armee hier eingetroffen. Sie setzten nach einem kurzen Aufenthalt Ihre Reise über Dresden nach Paris weiter fort.

Dresden, den 14ten December. [11]

In der Nacht von gestern zu heute traf der Kaiser Napoleon hier ein, und geruhten, bey dem am hiesigen Hofe akkreditirten kaiserlich-französischen Gesandten abzutreten, woselbst Dieselben auch den Besuch Sr. Majestät, des Königs von Sachsen, empfingen. Nach wenigen Stunden Aufenthalt setzte der Kaiser seine Reise weiter fort.


Vermischte Nachrichten. [12]

Durch Hainau in Schlesien passirte der Kaiser Napoleon, dessen Ankunft kurz zuvor durch mehrere Kouriere angezeigt war, in der Nacht zum 13ten, und hielt sich nur so lange auf, als die Herbeyschaffung der nöthigen Schlittenpferde erforderte. Den 16ten wird er in Frankfurt am Mayn erwartet.


Quellen.Bearbeiten

  1. Geschichte Napoleons und der großen Armee im Jahr 1812 von dem General, Grafen von Segür. Aus dem Französischen. Berlin und Posen, bei Ernst Siegfried Mittler. 1825.
  2. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 158. Dienstag, den 2. July 1812.
  3. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 158. Dienstag, den 2. July 1812.
  4. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 158. Dienstag, den 2. July 1812.
  5. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 171. Mittewoch, den 17/29. July 1812.
  6. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 177. Mittewoch, den 24. July /5. August 1812.
  7. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 245. Freytag, den 11/23. Oktober 1812.
  8. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 269 Freytag, den 8. /20. November 1812.
  9. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 278 Dienstag, den 19. November/1. December 1812.
  10. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 306. Sonnabend, den 21. December 1812.
  11. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 306. Sonnabend, den 21. December 1812.
  12. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 314. Dienstag, den 31. December 1812.


  • Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 107. Freytag, den 3. May 1812. ff.
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