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Naumburg.Bearbeiten

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Naumburg, ehemals ein lutherisches Bisthum in Thüringen und Meißen, längs der Saale und Elster, dessen postulirter Administrator, der 1718 verstorbene Herzog Wilhelm zu Sachsen-Zeitz, wegen seines Uebertritts zur catholischen Religion 1717 von dem Domcapitel der Administration für unfähig erklärt wurde, worauf Chursachsen als Erbschutzherr eine Interimregierung anordnete, bis endlich das Domcapitel auf vorher geschloßne Capitulation und ausgestellte Reversalien 1726 das Stift an das Churhaus von Sachsen übergab. Der Sitz der vormaligen Bischöfe war gewöhnlich in Zeitz, des Domcapitels aber in Naumburg. Das vereinigte Stift von Naumburg und Zeitz hatte, wie Merseburg, bis zum J. 1814, da es auch das Schicksal hatte, von Sachsen getrennt und Preußen unterworfen zu werden, seine eigne Verfassung, Regierung, Kammer, Consistorium u. s. w. Das Domcapitel besteht aus 21 Mitgliedern, worunter zwei leipziger Professoren sind. In Zeitz ist ein besondres Stift von sieben Domherrn. Das Land ist sehr fruchtbar, besteht aus den beiden Aemtern Zeitz und Naumburg, und enthält auf 15 Quadratmeilen 34,387 Einwohner. -- Die Stadt Naumburg liegt in Thüringen, nicht weit von dem Einfluß der Unstrut in die Saale, und hat 12,000 Einwohner, ein fürstliches Schloß und eine prachtvolle Domkirche. Der Handel der Stadt ist nicht unbedeutend, auch wird jährlich zu Peter Paul eine Messe gehalten. In der Gegend wächst ein guter rother Landwein.


Quellen.Bearbeiten

  1. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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