Nabob.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]
Nabob, Nabab, in Indostan, heißt so viel als Statthalter und Befehlshaber der Truppen, in einer gewissen Provinz. Die Statthalter in weitläufigen Ländern haben den Namen Subah. Die Finanzgeschäfte und Abgaben, welche, nach ehemaliger Einrichtung, den Nabob nichts angiengen, waren unter der Aufsicht und Direktion eines Ministers, der Duan, (nach englischer Schreibart Dewan,) hieß, und von dem Nabob nicht abhieng, sondern von dem Großmogol ernennet ward und demselben allein Rechenschaft ablegte. Statt der Besoldung hatte der Nabob ein Naghire, d. i. ein Stück Landes, dessen Genuß und Einkünfte mit seiner Stelle verbunden waren. Aber seit dem Einfall des Persischen Nadir Schah in das Reich des Mogols ist eine gänzliche Veränderung erfolgt. Die Nabobs machten sich von dem Großmogol unabhängig und eigneten sich die Stelle der Duans (oder die Dewanee) zu, wodurch sie in ihren Provinzen unumschränkte Herren wurden. Die meisten derselben leben aber in größerer oder minderer Abhängigkeit von den Engländern.

In England werden auch die Bedienten der Ostindischen Compagnie, die sich große Reichthümer in Indostan gesammelt haben, Nabobs genennet.


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1806]

[2]

Großbrittanien..

Hr. Francis gab seine Meinung über die vorgeblichen Schulden des Nabobs von Arcot zu erkennen. Des Nabobs Schulden beliefen sich Anfangs auf 9,200,000 Pf., wovon 3,658,000 Pf. schon bezahlt worden sind. Da der größte Theil dieser Summe durch Personen gefordert wird, die wichtige Posten im Gouvernement von Indien inne hatten, so sey sehr zu vermuthen, daß viele der angegebenen Schulden dem Nabob bloß durch Drohungen und listige Anschläge abgenöthigt worden seyen. Indianische Prinzen haben immer 2 Schatzkammern, ihre Privatschatzkammer, aus der sie nicht einen Heller vorschiessen oder verschenken, und ihre öffentliche Schatzkammer, aus der sie ohne Bedenken, zwar nicht Geld, aber Schuldscheine hergeben.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
  2. Wiener Zeitung. Nro. 63. Mittewoche, den 6. August 1806.
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