Brown University.


Neue Markt.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]
Zwei Plätze hat die Stadt Dresden, die mit dem Namen Markt bezeichnet werden. Unter ihnen steht der sogenannte Alte Markt in jeder Rücksicht voran.

Der neue Markt

ist in jeder Rücksicht geringer. Er ist ganz unregelmäßig, und dient gewöhnlich nur einigen Fisch- und Glashändlern und einzeln herumsitzenden Obsthöckern zu ihrem Aufenthalte. Doch leidet dieses eine Ausnahme, wenn ein Jahrmarkt, oder ein andrer Umstand, den eigentlichen (alten) Markt für sich verlangen. Es hat indes auf dem neuen Markte keinen Mangel an beträchtlichen Gebäuden. Auch muß sein Ansehen um vieles gewinnen, sobald die neue Hauptwache, deren Riß vortrefflich ist, zu Stande gekommen seyn wird. Vor der Hand schändet freilich den Platz, den sie ausfüllen soll, ein großer Schutthaufen, welcher sich schon vor einigen Jahren unter den Händen der Bauleute in eine Zierde der Stadt umgestaltet haben würde, wenn der Krieg weniger gekostet hätte, und Sachsens weiser Fürst nicht lieber dem Lande, das er regiert, eine Auflage erlassen, als seine Residenz um schöne Gebäude bereichern wollte.

Mit dem neuen Markte hängt der sogenannte Jüdenhof zusammen; ein Platz, der wegen der Wachtparade, alle Tage gegen eilf Uhr eine große Zahl Fremder, und solcher Einheimischer, an sich lockt, denen die Leidenschaft für das dolce far niente ein wenig zusezt.

Der Neumarkt ist übrigens auch der gewöhnlichste Platz der Buden zu wilden Thieren, die für Geld gezeigt werden.

Mit diesen beiden Plätzen wären die merkwürdigsten für die Stadt Dresden erschöpft, und ich bin genöthigt einen dritten, jenseits der Elbe, aufzusuchen, nämlich den Neustädter Markt.


Neumarkt.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[2]
Folge mir zurück auf den Neumarkt. Unter mehrern zeichnen sich die drei Häuser des App. R. D. Kind aus; ferner das gräflich Prebndowski'sche Eckhaus an der Moritzstraße, No. 768; das Hotel de Saxe und die Salomonisapotheke. Diese macht die Ecke von der Pirna'schen Gasse.


SLUB Dresden


Häuser und deren Bewohner.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[3]

Neumarkt.

Zwischen der kleinen Kirchgasse und der großen Frauengasse.

Von jener nach dieser zu,


Nr. 443.

Hr. Friedr. David Grahl, Vicelandrentmeister.
-- Ghelf. Sigism. Hofmann, geheimer Finanzsekretär.
-- George Friedrich Morlot, Besitzer dieses Hauses.
-- von Nottbeck, russisch kaiserl. Legationsrath.
-- Joh. Christian Heinr. Isabelle Salicati, Gouvernante beym Hrn. Vicelandrentmeister, Grahl.
Hr. Tittel, Schneidermeister.

Die folgende Nr. 444. u. s. w. s. kleine Kirchgasse.

Nr. 403.

Hr. Advokat, Christian Frdr. Aug. Hermann, Finanzprokurator.
-- Johann Benjamin Levi, Schneidermeister.
Fr. Joh. Eve Sophie Schmidt, Kaufmanns Wittwe, Besitzerinn dieses Hauses.
Hr. Joh. Glob. Schmidt, Kaufmann, hat das Gewölbe in diesem Hause, und führt Materialwaaren, hat auch den Verkauf der Mückenbergischen Eisenniederlage.
Hr. Stricker, Schneidermeister.
-- Karl Ludolph von Zanthier, geheimer Kriegsrath.

Die folgende Nr. 404 u. s. w. s. große Frauengasse.


Zwischen der Frauenkirche und der Augustusstraße.

Nr. 568.

Hr. Karl Foucault, kurfürstl. Backkoch.
-- Christian Friedr. Gestewitz, Musikmeister beym italienischen Hoftheater.
-- Karl Siegm. Heinel, Kaufmann und Bandfabrikant, hat den Laden am Jüdenhofe unter dem Eckhause in der großen Frauengasse, Nr. 391.
-- Ernst Friedrich Höhne, hat die Aufsicht über dieses Haus.
-- Ernst Christoph Lange, Sattelmeister, hat den Laden in diesem Hause.
-- Vincenz v. Lubieniecki, kursächs. Kammerjunker.
-- Schirmer, italienischer Operanmelder und Hoftheaterbedienter.
-- Heinrich Sinzenich,
-- Peter Sinzenich, Scholaren bey der kurfürstl. Kunstakad. allhier.
-- Johann August Syrbe, kurfürstl. Hofkoch.
-- Karl August Wege, Kandidat der Rechte.
(Dieses Haus besitzt Hr. Lorenz, Gürtlermeister.)

Nr. 569.

Hr. Christian Daßdorff, Generalkriegszahlmeister.
-- Friedrich August Kolbe, Kleinuhrmacher.
-- Christian Glob. Koretzki, kurfürstl. Hoffourier.
-- Friedr. Aug. Koretzki, geheimer Kabinetskanzlist.
-- Joh. Gfrd. Ranitz, geheimer Finanzkanzlist.
-- Anton Friedr. v. Römer, Prltn. bey der Leibgarde.
-- Schmiedel, Stadtmusikus.
-- Karl Gottlob Schröder, Konditor, hat den Laden in diesem Hause.
Hr. Joh. Aug. Seyfert, der Schreiberey Beflissener.
(Dieses Haus besitzt Hr. Kommissionsrath, Gervinus.)

Nr. 570.

Hr. Joh. Christian Hennig, Kaufmann, hat den Laden in diesem Hause, und führt Tabacke.
-- Advokat, Friedrich Ludwig Mothes.
-- Advokat, Ghard, Ehrenfr. Mirus, Steuerrevisor.
-- Christian Friedr. Strasburger, kurfürstlicher Hofchirurgus, Besitzer dieses Hauses.

Nr. 571.

(Der Lindenbergische Gasthof.)
Fr. Christiane verw. Bormann.
Hr. Joh. Glob. Buxbaum, kurfürstl. Hofküchenschreib.
-- Adam Jakob Frick. Gastwirth, hält ein Billard.
-- Friedr. Aug. Frick, Amtsschreibereyexpeditor.
-- Christian August Kuntze, Steuerrath und Obersteuersekretär.
-- Johann Davis Schubert, Obermalervorsteher bey der kurfürstl. Porzellänmanufaktur zu Meißen, und Mitglied der kurfürstl. Kunstakademie allhier.
(Dieses Haus besitzen die Bormannischen Erben.)

Diese Häuser Nr. 443. 403. 568. bis mit 571. gehören in das dritte Stadtviertel.

Die folgende Nr. 572. u. s. w. s. Augustusstraße.


Zwischen der Pirnaischen Gasse und der Moritzstraße.

Nachstehende Häuser gehören in das vierte Stadtviertel.

Nr. 739.

Hr. Joh. Fr. Beithan, Provisor in der Salomonsapotheke.
-- Breedemann, Apotheker und Besitzer der Salomonsapotheke.
-- M. Christian Friedr. Dentler, Hauslehrer beym Hrn. Oberkonsistorialsekretär, Roch.
-- Jonas Friedr. Roch, Oberkonsistorialsekretär und Protonotarius.
-- Andreas Sechelzaye, Klaviermeister.
Hr. Aug. Glieb. Sieppmann, Kaufmann, hat eine Pensionanstalt.
-- Joh. Friedr. Warnayer, Scholar bey der kurfürstlichen Kunstakademie allhier.
(In diesem Hause ist die Salomonsapotheke, die Chladnischen Erben besitzen dasselbe.)

Nr. 740.

Hr. Karl Anton Ayrer, Obersteuersekretär.
-- Friedrich Christian Kreßner, Kaufmann, führt engl. Quinquaillerie- und Nürnberger Manufakturwaaren, hat das Gewölbe in der großen Frauengasse unter Nr. 411.
-- Mesmer, Prediger bey der reformirten Gemeinde.
-- Advokat, Joh. Wilhelm Lebrecht Schnerr.
-- Karl Davis Schumann, Distillateur, Bes. d. H.
Nr. 741.
Hr. Joh. Cstoph. Friedr. Beyer, Schumachermeister.
-- Johann Christian Burig, Schneidermeister.
-- Friedr. Aug. Rocksch, Schreibemeister.
-- Johann Gottfried Taute, Privatus.
-- Karl Friedr. Thiele, der Schreiberey Beflissener.
-- Joh. Ernst Weschke, Weinvisier.
(Dieses Haus besitzt die verw. Fr. Pastorinn Vollrath.)

Nr. 742.

(Hotel de Saxe.)
Hr. Frisch, Schneidermeister.
-- Karl Wilhelm Fuck, Jagdkopist.
-- Joh. Ludw. Heil, Gastwirth, hält einen Mittagstisch.
-- Joh. Ernst von Hopffgarten, Kammerherr u. geheimer Kriegsrath.
-- Karl Joseph v. Hopffgarten, Hof- und Justizienrath, und Kammerjunker.
-- Kluge, Paruckenmacher.
-- Christoph Friedrich Sack, Schneidermeister.
-- Advokat, Wilhelm Ludwig Schmidt.
-- Johann Leopold Seyffert, kursächs. Kommissionsrath, Besitzer dieses Hauses.

Die folgende Nr. 743. u. s. w. s. Moritzstraße.


Zwischen der Morizstraße und der kleinen Kirchgasse.

Nr. 768.

Hr. D. Karl Friedrich Behrisch, Oberkonsistorialrath.
-- Karl Casanova.
Jgfr. Susanne Frais.
-- Anton Klinger, kurfürstl. Kammermusikus.
Fräul. Beate von Leyser.
Se. Durchl. Fürst, Poutiatin.
(Dieses Haus besitzt Fr. Gräfin Przebendowska, es ist das letzte Haus im vierten Stadtviertel.)


Verpacht- und Vermiethungen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[4] 5) Für einen Zitz- oder Mußelinfabrikanten xc. xc. ist während der Jahrmärkte ein kleines Gewölbe am Neumarkte, desgl. einige geräumige Niederlagen zu vermiethen. Nähere Nachricht daselbst No. 569 parterre.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neue Ansicht von Dresden. Für Reisende von einem Reisenden. Leipzig, bey Friedrich August Leo. 1799.
  2. Dresden, dargestellt aus dem Gesichtspunkte der Cultur. Dresden, 1804. in der Arnoldischen Buch- und Kunsthandlung.
  3. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner. Dresden 1797.
  4. Dresdner Anzeigen. 14tes Stück. Freytags den 13. Februar 1807.
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