[1795 -1807]

Neuostpreussen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Neuostpreussen,[1] neue aus der lezten Theilung Polens im J. 1797 entstandene Provinz des Königreichs Preussen. Sie gränzt östlich an die Russischen Besitzungen, südlich an West-Galizien und Südpreussen, westlich an das übrige Preussen, und nördlich abermals an Rußland. Der Flächeninhalt beträgt 763 Quadratmeil. die Bevölkerung 808,217 im J. 1798. Das Land ist im Ganzen fruchtbar, auch die sandigen Stellen sind für den Ackerbau brauchbar, liefert also viel Getreide, Flachs, Hanf, und durch die ungeheuern Waldungen Holz im Ueberflusse. Die Pferdesucht von schneller und dauerhafter aber kleiner Littauer Race ist sehr ansehnlich, so wie auch die Bienenzucht. An Manufakturen fehlt es noch; die ansehnlichen durchströmenden Flüsse, Weichsel, Niemen, Bug und Nare v, werden sie aber in Zukunft durch die leichte Ausfuhr befördern. Die Provinz ist in 16 landräthliche Kreise eingetheilt; von diesen gehören 10 unter das Departement der Kriegs- und Domänenkammer zu Bialystok, die 6 andern zur Kriegs- und Domänenkammer zu Plozk. Beyde zusammen enthalten 137 meist elende Städtchen, unter welchen blos Plozk Mauern hat. Der Adel ist sehr zahlreich, aber größtentheils arm; der Bürger in den kleinern Städten ist im Grunde Bauer, und der Bauer Eigenthum des Adels.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
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