Neustädtischer Kreis.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Neustädtischer Kreis, ist ein Theil des alten Vogtlandes, jezt des Kurfürstenthums Sachsen, um die beyden Flüsse Orla und Elster, zwischen dem Osterlande und dem Gebiete der Fürsten Reuß gelegen. Es besteht derselbe in der schrift- und amtssäßigen Ritterschaft, und den vier Aemtern, Arnshaug und Ziegenrück, Weida, und Mildenfurth, von denen immer zwey mit einander verbunden sind. Flachs und Erdäpfel sind die wichtigsten Produkte des hiesigen Landbaues, die Schafzucht verbreitet sich überall und schadet zum Theil den Wäldern. Der Bergbau ist unbedeutend.


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1807]

Kriegsdrangsale. [2]

Sachsen. Der neustädtische Kreis, zwar der kleinste im Königreich Sachsen (er umfaßt nur 14 ½ Quadr. Meilen und 37,000 Einwohner) gehört, wie die gemeinnützigen Blätter melden, gewiß zu denjenigen, die in Sachsen, die beym Ausbruch und Fortgang des gegenwärtigen Kriegs am meisten gelitten haben. Gleich in der ersten Angabe nach den Schreckenstagen des Oktobers wurde der Verlust, den dieser Kreis erlitten hat, auf 756,000 Thaler berechnet, und in der Folge wurde dieser Verlust durch fortgesetzte Durchmärsche und die dazu gekommene Kontribution so erhöht, daß er jetzt eine Million Thaler übersteigt. Bedenkt man nun, daß nicht einmal alle Orte diesen Verlust zu gleichen Theilen erlitten haben, sondern daß es viele Orte giebt, welche sehr verschont geblieben sind, so wird man sich leicht vorstellen können, wie arm und unglücklich die übrigen Orte geworden sind. Beyspiele hiervon liefern vornehmlich die Städtchen Triptis und Auma.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.
  2. National-Zeitung der Deutschen. 11tes Stück, den 12ten März 1807.
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