Neuwied, regelmäßig angelegte und schön gebaute Residenzstadt mit 3,620 Einwohnern, in der untern Grafschaft Wied, am Rhein, 3 Stunden von Coblenz, und eine von Andernach. Es sind Kirchen für alle 3 Religionen, auch für die Herrnhuter, Mennoniten, und eine Judensynagoge, ein schönes gräfl. Schloß, großer Garten, und eine zahlreiche Bibliothek hier zu finden. Die Stadt hat viele Manufakturen von feiner Tischlerarbeit, Schrot und Bley, Baumwollenzeugen, bey der Brudergemeine, Stecknadeln, lakirtem Blech, Spielcharten, Papiertapeten, Uhren, und von dem bekannten Gesundheitsgeschirr aus verzinntem Bleche. Der Rhein friert hier selten zu, wegen der auf beyden Seiten befindlichen Felsenberge. Es wächset in der Gegend der gute rothe Wein, Bleichert. Im J. 1784 wurde das gräfliche Haus Neuwied von dem Kaiser in den Reichsfürstenstand erhoben.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
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