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Nordhausen.Bearbeiten


Nordhausen,[1] eine vormalige, zum niedersächsischen Kreise gerechnete freie Reichsstadt, jetzt preußisch und zum Erfurter Regierungsbezirke der Provinz Sachsen gehörig, nachdem sie von 1807 bis 1813 zu dem Königreiche Westphalen gehört hatte. Sie liegt an der südlichen Seite des Harzes, am Flüßchen Zorge und am Anfange der güldenen Aue. Die Stadt, mit Mauern und Thürmen umgeben, ist altmodisch gebaut und liegt theils auf der Ebene, theils am Abhange eines Berges, daher die Straßen größtentheils bergab laufen. Sie besteht aus der Ober- und Unterstadt, und hat ein Gymnasium, wohleingerichtete Töchterschulen, sieben Kirchen (mit dem jetzt aufgehobenen catholischen Stifte St. Crucis) 1400 Häuser und 9000 Einwohner, welche sich hauptsächlich vom Branntweinbrennen, vom Getraide- und Oelhandel und Viehmästung ernähren. Jährlich werden an 6000 Stück Ochsen und 30,000 Schweine gemästet. Blos die Branntweinbrennereien und der Viehhandel setzen über eine Million Thaler in Umlauf. Jährlich werden im Durchschnitt 520,000 Scheffel Korn eingeführt, der den größern Theil die Branntweinbrennereien verbrauchen, der übrige Theil wieder ausgeführt wird. Der Oelhandel ist gleichfalls wichtig, indem sechzehn Mühlen jährlich über 1,700,000 Pfund Rüböl und über 2600,000 Oelkuchen liefern. Auch befinden sich hier Fabriken von gebrannten Wassern, die Vitriolöl, Scheidewasser, Hirschhornöl, dampfenden Salzgeist, Salpetergeist, Weinsteingeist, Ziegelsteinöl und Weinsteinsalz verfertigen, desgleichen Tuch-, Wollenzeug- und Lackirfabriken, ansehnliche Gerbereien und Marmorschleifereien, die aus stolbergischem und hohensteinischem Marmor und Alabaster Waaren liefern.


Quellen.Bearbeiten

  1. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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