Pfalz.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Pfalz, Provinz in Deutschland, welche in die Ober- und Unterpfalz getheilt wird; jedoch stossen beyde Theile nicht zusammen, indem das Frankenland dazwischen liegt.

Die Oberpfalz gränzt gegen Norden an das Fürstenthum Bayreuth, gegen Osten an Böhmen, gegen Süden an Neuburg und Bayern, gegen Süden aber an das nürnbergische Gebiet. Ihr Flächeninhalt beträgt gegen 130 Quadratmeilen; die Zahl der Städte und Städtchen 17, der Marktflecken 40, u. der Einwohner 201,989 nach der Zählung im Jahr 1794, mit Einschluß der Landgrafschaft Leuchtenberg; aber ohne Neuburg und Sulzbach. Die Oberpfalz hat zwar in den nördlichen und östlichen Theilen wegen der vielen Berge mehrere dem Feldbaue ungünstige Striche; im Ganzen ist es aber ein fruchtbares Land, welches von seinem Ueberflusse an Getreide und Vieh dem benachbarten Franken viel abliefert, wenn der Bauer nicht zuweilen durch unzeitiges Verbot an der Ausfuhr seiner Produkte gehindert wird. Denn dies ist seine einige Quelle um fremdes Geld in das Land zu bringen. In den nördlichern Theilen ersezt die Gewinnung des Eisens den Mangel des ergiebigen Fruchtbodens. Wenigstens 40 Eisenhämmer sind im beständigen Gange; und noch weit mehrere würden sich ohne den täglichen zunehmenden Mangel des benöthigten Holzes erheben. Am Erze mangelt es nicht. Man hält aber das Pfälzische Eisen für etwas spröde. Die Manufakturen sind von keiner Wichtigkeit, ausgenommen in Wollenzeugen, auch Verfertigung von Leinwand aus selbst gebautem Flachse, in den östlichen Theilen des Landes. Wegen dieses Herzogthums führt Bayern keine Stimme, weder bey dem Reichs- noch Kreistage, und trägt nichts zu den Lasten des Reichs bey. Auch giebt es hier keine Landstände, wie in dem übrigen Bayern, und der Regent herrscht unumschränkt. Die Hauptstadt und der Sitz der Regierung für die Justizpflege, und der Landesdirektion für die übrigen Gegenstände der Landesverwaltung ist Amberg. Die reinen, nach München abgelieferten Einkünfte betragen, mit Einschluß von Sulzbach jährl. 421,000 fl. Die Oberpfalz gehörte vor diesem zur Unterpfalz. Als aber der unglückliche Kurfürst Friedrich V. 1620 nach der Schlacht bey Prag in die Acht erklärt wurde, so kam sie an das Haus Bayern, dem sie auch im westphälischen Frieden (ungeachtet das Haus Pfalz die Churwürde wieder bekam,) bestätigt wurde; doch mit der Bedinge, daß nach Abgang der männlichen baierischen Churlinie dieselbe an Pfalz wieder heimfallen sollte.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.
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