Der Ritterorden St. Andreae, ward von Peter I. in Russland, zur Belohnung für die Generale, die sich im Türkenkrieg hervorgethan hatten, 1698 gestiftet.

Das Ordenszeichen ist ein goldner mit Schwarz emaillirter zweyköfigter Adler mit goldnen Schnäbeln, Klauen und ausgebreiteten Flügeln, welcher auf jedem Kopf eine kaiserl. Krone trägt; auf dem Adler liegt ein goldnes und dunkelblau emaillirtes Andreas- oder Burgundisches Kreuz, mit einer goldnen schmalen Einfassung, auf welchem der heil. Andreas angenagelt, und mit natürlicher Farbe emaillirt, um den Leib mit einer goldnen Binde zu sehen ist. Auf den 4 Ecken des Kreuzes stehen die 4 goldnen Buchstaben: S. A. P. R. d. i. Sanctus Andreas, Patronus Russiae. Das ganze Ordenszeichen wird von einer Krone bedeckt, wodurch oben die Ringe gehen, mit welchen dasselbe an der Ordenskette oder dem Bande befestigt wird.

Die Ritter tragen das Ordenszeichen an einem bunten himmelblauen gewässerten Bande (daher der Orden gewöhnlich das blaue Band genennt wird) über der rechten Schulter, an der linken Hüfte; bey Solennitäten aber an einer Ordenskette auf der Brust. Diese besteht aus dreyerley besondern Gliedern, die wechselweise an einander gefügt sind, und durch besondere goldene Ringe mitelnander verbunden werden. Das erste Glied ist ein goldner schwarz emaillirter zweyköpfiger Adler mit ausgebreiteten Flügeln, auf jedem Kopf eine Kaiserkrone, zwischen welchen beyden noch die dritte etwas größere ruht. Auf der Brust des Adlers ist ein goldner mit Roth emaillirter Schild, darauf der Ritter St. Georg zu Pferde mit dem Lindwurm in erhabner Arbeit von Golde. Dieser Adler hat einen goldnen Schnabel und Klauen. Das zweyte Glied der Ordenskette ist ein goldnes emaillirtes Wappenschild mit goldnen schmalen Rande eingefaßt, worauf ein goldnes A, zum Andenken, daß die Kaiserin Anna Iwanowna diesen Orden erneuert und die Ordenskette verbessert hat. Oben über dem Schilde ruht eine kaiserl. Krone; auf beyden Seiten sind allerhand Armaturen, als Fahnen mit roth, grün und weiß emaillirt; unter aber Kanonen, Paucken und Trommeln. Das dritte Glied stellt ein goldnes dunkelblau emaillirtes Andreaskreuz vor, mit einer schmalen goldnen Einfassung, in dessen vier Ecken S. A. P. R mit Golde zu lesen, zwischen den Ecken des Andreaskreuzes gehen Strahlen heraus, die einen Zirkel formiren, und wechselweise gold und roth emaillirt sind.

Auf dem linken Busen tragen die Ritter einen achtspitzigen mit Strahlen gestickten silbernen Stern, dessen 4 Eckenspitzen größer sind, als die 4 Seitenspitzen; in der Mitte des Sterns ist eine goldne Zirkelfläche, auf derselben ist ein mit Silber erhabenes gesticktes und mit blau schattirtes Andreaskreuz zu sehen, auswendig herum ist noch ein erhabner Zirkel von bleumourantem Atlas, auf welchem oben über dem Kreuz zwey mit Gold gestickte Engel, die eine goldne Krone halten; unter herum ist mit russischen goldnen Buchstaben zu lesen: Peter Alexiewiz, Possessor et Autocrator Russiae.

An dem Ordenskleide, von Silberstück mit weissem Grunde, ist ein großer Spitzenkragen. Der Ordensmantel ist von grünem Sammet, mit einem weissen Kragen. Der Hut ist mit schwarzem Sammet überzogen und nur an der linken Seite aufgeschlagen.

Das Stiftungsfest wird jährlich am 30. Nov. mit großer Pracht gefeyert.

Der Alexanderorden ist öfters die Stufe zu diesem, welcher nun inn- und ausländischen Großen, Ministern und Generalspersonen ertheilt wird.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.
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